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Absolute Beginner Anfänger-Glück

Die ersten Monate im neuen Job sind häufig super. Und genauso häufig super anstrengend. Wir haben vier Ex-Studierende getroffen und uns von ihren ersten Monaten in der Arbeitswelt berichten lassen. Alles über Geschäftsessen mit Koreanern, Möbel mit Fettpolstern und einen Klassenraum mit 30 Kindern lesen Sie hier.

© Sebastian Pfütze, Gulliver Theis Vergrößern Gestatten? Problemlöserin Deniz Ficicioglu wünscht sich mehr Mut – und macht sich bald in Istanbul selbständig.

Ich bin Problemlöserin und Entscheidungshelferin. Wenn eine Firma ein neues Produkt auf den Markt bringen oder seine Marke schärfer definieren will, dann entwickle ich mit meinen Kollegen Handlungsempfehlungen. Für einen Kunden befasse ich mich zum Beispiel gerade mit dem weltweiten Kaffeemarkt und erarbeite eine Marktstrategie für seine neuartigen Produkte, die einen Markt jenseits von Kaffeepads und -kapseln bedienen sollen. Damit ich weiß, wovon ich rede, lese ich mich jeden Tag quer durch unterschiedlichste Blogs, Magazine, wissenschaftliche Studien und betreibe Marktforschung. Wie man strategisch dabei vorgeht, die wahren Probleme hervorzubringen, habe ich während meines Studiums gelernt. Mein Job gefällt mir sehr gut. Dennoch hatte ich mir alles etwas aufregender vorgestellt. Ich hatte gedacht, dass ich viel mehr bewegen kann, als es derzeit der Fall ist. Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, mich in die Welt unserer Auftraggeber und deren Kunden einzufühlen und Kommunikationskonzepte und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die ihnen dabei helfen, langfristig erfolgreich zu bleiben. Leider gibt es hin und wieder Projekte, bei denen Ideen so lange totgeredet werden, bis am Ende kaum noch etwas von unseren ursprünglichen Einfällen übrig ist. Wirklich innovative Konzepte haben es schwer in Deutschland, weil sich kaum eine Firma traut, etwas ganz Neues auszuprobieren. Das ist ein Punkt, der mich stört – gerade weil wir so ein kreatives Team sind und so viel Potenzial haben. Oft komme ich abends total erschöpft nach Hause und habe keine Energie mehr, etwas zu unternehmen –, obwohl ich jetzt das nötige Geld dazu hätte. In meinem ersten Berufsjahr habe ich gelernt, dass man nichts geschenkt bekommt. Man muss seine Rechte selbst einfordern, etwa wenn es um Gehaltserhöhungen geht, und sich klare Ziele setzen. Mein nächstes heißt Istanbul. Dort will ich mich nächstes Jahr selbständig machen – und einfach mal ausprobieren, was ich aus eigener Kraft bewegen kann.

WER?
Deniz Ficicioglu, 29
WAS?
Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikationsstudium an der Universität der Künste, Berlin
UND JETZT?
Seit Oktober 2011 Strategin bei der Innovationsagentur „Nerd Communications“ in Berlin

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