Home
http://www.faz.net/-hnu-74zfp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Zu den Wolken und weiter: Jobs in Luft- und Raumfahrt

Die Luft- und Raumfahrtindustrie boomt, doch wie findet man den richtigen Einstieg in eine dieser beiden beliebten Branchen?

© Hartmut Nägel Vergrößern Schatz, ich bin zu Hause: Die Astronauten sollen in aufblasbaren Wohneinheiten leben. Eine Roboter-Crew, die den Siedlern vorausgereist ist, soll die Habitate aufgebaut haben, wenn der erste Mensch den Planeten im April 2023 betritt.

Die Lage in der Luftfahrt ist schlecht. Sagt ein Sprecher der Lufthansa, die gerade Stellen abbaut. Die Lage in der Luftfahrt ist gut. Sagt ein Sprecher von Europas größtem Luft- und Raumfahrtkonzern, EADS (European Aeronautic Defence and Space Company), für den über 133.000 Menschen arbeiten. Die beiden so unterschiedlichen Ansichten bedingen einander. Der Stellenabbau bei den Fluglinien hat, neben Wirtschaftskrise und Billigflieger-Konkurrenz, vor allem eine Ursache: steigende Kerosinpreise. Die zwingen viele Fluggesellschaften zum Sparen – und zum Investieren in neue, kerosinsparende Flugzeugmodelle. An der großen Nachfrage nach neuen Modellen verdient wiederum EADS: Dem Konzern gehört Airbus, neben Boeing der größte Flugzeughersteller der Welt. Die Flugbranche ist also zweigeteilt: „Den Fluggesellschaften und Flughäfen geht es nicht gut“, sagt David Haße, Betreiber der Branchen-Website airliners.de, „aber die Industrie hat sehr gut zu tun.“

Auf den ersten Blick ist die Sache klar: Wer in die Luftfahrtbranche möchte, wählt einfach den Industriezweig, wenn es dem Servicezweig schlecht geht. Doch so einfach ist das nicht. Der Industriezweig ist viel kleiner und elitärer, wie ein Blick auf die Gesamtbeschäftigtenzahl zeigt: Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft schätzt, dass in Deutschland etwa 850.000 Menschen direkt und indirekt in der Luftfahrt beschäftigt sind; dazu zählen auch die Zulieferer. Wie viele davon aber sind im produzierenden Gewerbe? Die Antwort weiß der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI): Im vergangenen Jahr waren es in Deutschland 97.438 Menschen. Größter Arbeitgeber ist Airbus mit über 23.000 Angestellten.

Den Aufwärtstrend in der Luftfahrtindustrie belegt EADS mit Zahlen: Zwischen 2007 und 2011 sind die Einkommen von 20 auf 25 Milliarden Euro gestiegen. Bis Ende 2012 will der Konzern zudem 5.000 neue Beschäftigte einstellen – davon 1.800 in Deutschland. Neben Luftfahrtingenieuren sucht EADS Elektrotechniker, naturwissenschaftliche Informatiker und Design- und Konstruktionsingenieure. Dass neue Kräfte gebraucht werden, bestätigt auch Boeing: Jedes Jahr gibt der Flugzeughersteller eine Prognose heraus, den sogenannten Market-Outlook. Und für Berufsanfänger ist es ein rosiger Blick in die Zukunft: Wegen der steigenden Passagierzahlen sieht Boeing in Europa bis zum Jahr 2031 einen Bedarf von 7.760 neuen Flugzeugen – im Wert von 970 Milliarden US-Dollar.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 
Der neue Hochschulanzeiger - jetzt am Kiosk und hier online.

Unsere Autorin Franziska Bulban ist auf der Suche nach einem neuen Zuhause für einen Gartenzwerg. Dazu steigt sie in das nächste Flugzeug für 200 Euro und kommt mit anderen Studenten in London, Rom und Kopenhagen ins Gespräch. Die kleine Reisekolumne des Hochschulanzeigers berichtet über dieses Experiment. Mehr