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Das richtige Hemd : Hemdenkunde für Einsteiger

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Bild: iStock/Thinkstock

Es soll passen und professionell aussehen, doch wie findet man das richtige Businesshemd? Und was muss man über den Kragen und Manschettenknöpfe wissen?

          Nahezu jeder deutsche Mann besitzt Hemden. Um genau zu sein, hängen im Schnitt 15,5 Stück im Schrank. Während Männer im Norden auf blaue Hemden stehen, darf es für Männer im Westen Deutschlands gern dezent gemustert sein. Im Osten bevorzugen die Herren aktuelle Modefarben, im Süden wollen sie sich nicht festlegen. Das sind die Ergebnisse einer Studie des auf Männermode spezialisierten Unternehmens Walbusch. Und: Jeder zweite der 1.000 befragten Männer gab an, sich mit Hemd immer gut angezogen zu fühlen.

          Doch wie findet man bei der Masse an Auswahl das richtige Businesshemd? Es muss schließlich nicht nur passen, sondern soll auch professionell aussehen. „Ich bin grundsätzlich der Auffassung, dass ein Hemd relativ dezent sein sollte“, rät der Hamburger Maßschneider Tom Reimer, der deutschlandweit als einer der besten Schneider gilt. „Heutzutage gibt es ja alle möglichen phantastischen Auswüchse, zum Beispiel andersfarbige Kragen, Stege oder Knöpfe. Das schießt komplett über das Ziel hinaus. Beim Hemd gilt:
          Weniger ist mehr.“

          Ein gutes Hemd muss mit dem Rest des Outfits harmonieren und natürlich auch zur Branche sowie dem Firmendresscode passen. Generell empfehlen sich zum Anzug vor allem einfarbige Hemden. Die Klassiker sind Weiß und Blau, aber auch Muster sind erlaubt: dezente Karos, Streifen oder falsche Unis, also extrem klein gemusterte Hemden. Wer hingegen mit Sakko und Hose statt mit Anzug zur Arbeit geht und keine Krawatte tragen muss, darf schon mal ein sportlicheres Hemd mit auffälligerem Muster wählen. Doch Vorsicht: „Großgemustert muss man können“, sagt Reimer. „Wer kein schlafwandlerisches Gespür für Mode hat, sollte lieber auf Unifarben setzen – sonst sieht man am Ende aus wie ein Zirkusdirektor.“ Zudem geben Muster dem Oberkörper stets mehr Volumen und passen deshalb nicht zu jeder Figur.

          Passende Maße an Kragen, Ärmel und Rücken

          Apropos Volumen: Auch die Größe des Hemdes muss natürlich stimmen. „Wenn wir einen Kunden beraten, messen wir als Erstes den Halsumfang“, sagt Nils Hinrichs, Einkäufer bei Deutschlands größtem Herrenausstatter Anson’s. „Ein Zentimeter Platz bei geschlossenem Kragen sorgt dafür, dass man angezogen aussieht, aber trotzdem noch genug Luft bekommt.“ Darüber
          hinaus gilt: Der Ärmel sollte bei angewinkeltem Arm bis zur Daumenwurzel reichen, die Manschette rund eineinhalb Zentimeter unter dem Sakko-Ärmel herausragen. Am Rücken muss das Hemd so lang sein, dass es auch beim Bücken nicht aus der Hose rutscht. Es darf nicht spannen, aber auch nicht unter dem Anzug hervorquellen.

          Weil jeder Körper anders ist, gibt es inzwischen vier unterschiedliche Passformen: Super Slim Fit, Slim Fit, Regular Fit und Comfort Fit. Super-Slim-Fit-Hemden haben einen besonders schmalen, körperbetonten Schnitt und werden von schlanken Menschen bevorzugt. Aufgrund des geringen Aufmaßes ist die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. „Slim-Fit-Hemden haben einen schlanken Schnitt, sind dabei jedoch nicht eng. Der aktuelle Zeitgeist ist auf jeden Fall das Slim-Fit-Hemd“, weiß Nils Hinrichs. „Die meisten Kunden kommen damit super zurecht.“ Das Regular-Fit-Hemd hat die klassische Hemdenform. Es ist ein guter Allrounder, allerdings weniger modisch als der Slim Fit. Und das Comfort-Fit-Hemd ist besonders für etwas kräftigere Männer geeignet und sollte nicht von schlanken oder normal gebauten Personen getragen werden.

          Sind Farbe und Größe ausgewählt, gilt es noch die Qualität des Hemds zu prüfen. Auf Kunstfasern sollte man verzichten, sie sehen meistens billig aus. Seidenhemden wiederum gehören eher in die Freizeit und den Abend. Ein gutes Hemd ist in der Regel zu mindestens 80 Prozent aus Baumwolle. „Die Qualität sieht man einem Hemd relativ schnell an, auch intuitiv, wenn man davon keine Ahnung hat“, sagt Schneider Tom Reimer. „Wenn lose Fäden zu sehen sind oder zum Beispiel die Größe des Knopflochs nicht zu der des Knopfes passt, lässt man besser die Finger davon.“

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