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Businesslook : Perfekt fürs Büro gekleidet

  • -Aktualisiert am

Bild: Stadtsparkasse München

Unternehmenskulturen wandeln sich und mit ihnen die Art, wie man sich im Geschäftsleben kleidet. Businessoutfits sind heute legerer als früher. Doch nicht jede Branche tickt gleich: Was in der einen gang und gäbe ist, kann in der anderen bereits ein No-Go sein.

          Banken buhlen seit einiger Zeit um junge Arbeitnehmer, mit zum Teil recht ungewöhnlichen Maßnahmen. So hat die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs im Bemühen, als Arbeitgeber attraktiver wahrgenommen zu werden, vor kurzem ihren strengen Dresscode gelockert. Computerspezialisten dürfen legerer gekleidet ins Büro kommen. Die restlichen Angestellten müssen jedoch weiterhin den formellen Businesslook, also Anzug und Krawatte oder Kostüm, tragen. Dennoch scheint der Trend zum legeren Business­outfit auf diese Weise langsam auch Branchen mit traditionell strikter Kleiderordnung zu erreichen, wenngleich man bei Goldman Sachs hinsichtlich der Neuinterpretation von Businesskleidung noch nicht ganz so weit ist wie in anderen Wirtschaftsbereichen, in denen Schlipsträger eine Seltenheit geworden sind.

          Die neue Lässigkeit

          Branchenübergreifend gesehen, geht es in den Büros heute modisch wesentlich entspannter zu als noch vor wenigen Jahren. „Die Krawatte ist definitiv nicht mehr oft zu sehen. Wir haben viele junge Kollegen, die im Business-Casual-Look durch die Gänge laufen. Das hat sich in den vergangenen Jahren so entwickelt, ohne dass wir das irgendwie vorgeschrieben hätten“, erzählt Frank Kellenberg, Leiter Human Resources ad interim bei der Novartis Pharma GmbH in Nürnberg. „Wenn große Meetings oder Kundentermine anstehen, ist die Kleidung aber formaler. Da erleben wir dann doch wieder den ungeschriebenen Dresscode Anzug mit Krawatte.“ Ähnliches weiß auch Claudia Neumann zu berichten. In ihrer PR-Agentur Neumann Communication arbeiten fast ausschließlich Frauen: „Wenn wir keinen Außenkontakt haben, ist es völlig egal, wie man angezogen ist. Bei Meetings mit Kunden, Presseveranstaltungen oder auch auf Messen sind wir hingegen ein Stück weit formeller unterwegs.“ Dabei sei das Businessoutfit lässiger, als es noch vor zehn Jahren der Fall war. „Früher haben wir auf einer Messe Kostümjäckchen über dem Rock getragen und sind in schicken Schuhen gegangen, einschließlich schmerzender Füße und notwendiger Wechselschuhe. Heute kann man als Pressefrau mit einer Stoffhose, einer leichten Bluse und gepflegten Turnschuhen auf einer Messe stehen und die Produkte präsentieren.“

          Während Männer immer häufiger ohne Krawatte und in Sportschuhen zur Arbeit gehen, zeigt sich der Trend zu lockererer Kleidung bei den Frauen differenzierter. Der klassische Hosenanzug mit weißer Bluse verliert an Bedeutung. Moderne Businessfrauen ziehen sich wieder weiblicher an und tragen auch ab und zu Röcke oder Kleider. „Wir wollen nicht mehr aussehen wie die Männer“, erklärt die Stilexpertin, Vortragsrednerin und Autorin Elisabeth Motsch.  

          Als Folge der sich in vielen Unternehmen lockernden Dresscodes vom formalen „Business“ hin zum „Business Casual“ steigen die Möglichkeiten, sich passend fürs Büro zu kleiden – für Frauen naturgemäß mehr als für Männer. Gleichzeitig gibt es dadurch aber auch mehr Fehlerquellen. Für Stil- und Imageberaterin Stefanie Diller, die unter dem Firmennamen Diller-yourself auch Workshops und Vorträge zum Thema anbietet, liegt genau da das Problem: „Früher gab es Regeln, heute gibt es keine mehr. Das führt dazu, dass manch einer auch mal unpassend gekleidet ist.“ In dem Fall empfiehlt sie Unternehmen, aufzuklären und Stil-Richtlinien vorzugeben; schließlich sind Mitarbeiter wichtige Markenbotschafter.

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