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Kleiderkunde : Was steckt dahinter?

  • -Aktualisiert am

Bild: Florian Thielmann

Irgendwann trifft es jeden: Die erste Einladung zum Businessevent mit Dresscode flattert ins Haus. Aber was verbirgt sich hinter Begriffen wie Business, Casual oder Business Casual?

          Kleider machen Leute – das stellte schon der Schneider in Gottfried Kellers gleichnamiger Novelle von 1874 fest, als er aufgrund seines vornehmen Zwirns für einen polnischen Grafen gehalten wurde. An der Redewendung ist bis heute etwas dran: Das richtige Outfit prägt oft den ersten Eindruck, vor allem im Job, und wirkt auch darüber hinaus – sei es im Berufsalltag oder beim Firmenevent. Die Kleiderordnung des Geschäftslebens ist fast eine Wissenschaft für sich. Wann ist die Krawatte ein Muss, wann darf es etwas legerer sein? Und bedeutet „Come as you are“ wirklich, dass man tragen darf, was man möchte? Wir haben die wichtigsten Begriffe und Regeln aufgespürt. Ein Überblick:

          Die Klassiker

          Smart Casual: Der von den Amerikanern ins Leben gerufene Dresscode verlangt die richtige Balance zwischen Lässigkeit und Eleganz: ein legeres Business­outfit, das sich zwischen Casual und Business Casual bewegt. Es wird bei Empfängen, Vorträgen oder Meetings, aber auch zum gemeinsamen Abendessen mit Kollegen oder beim Sightseeing-Trip während einer Geschäftsreise getragen. Krawatte und Anzug sind nicht notwendig, mit einer Kombination aus (Leinen-)Sakko, Stoffhose und Hemd ist der Mann gut angezogen. Bei manchen Unternehmen sind auch Jeans erlaubt, wenn sie dunkel und nicht verwaschen oder verknittert sind. Bei der Farbwahl dezent vorgehen und den Gürtel nicht vergessen. Damen können elegante Röcke oder Hosen mit feinem T-Shirt und Blazer oder Bluse und Strickjacke kombinieren. Unangebracht sind helle Jeans, Sneaker und Rucksäcke.

          Business Casual: Ab dieser Dresscode-Ebene ist die Jeans tabu! Erwartet wird lockere, aber elegante Kleidung, die allerdings nicht sportlich sein sollte. Für den Mann bedeutet das: Hemd oder feiner Strickpulli und Sakko. Dazu passen Stoff- oder Chinohose und Bootsschuhe, wahlweise auch Slipper. Eine Krawatte muss auch hier nicht sein. Für die Damen eignen sich eine klassische Bluse mit oder ohne Blazer, dazu eine Bundfaltenhose, oder geradlinige Röcke und Kleider in dunklen, gedeckten Farben und Pumps oder Loafer. Die Herausforderung liegt darin, attraktiv und seriös zu erscheinen, aber eben nicht „overdressed“ zu sein – wie zum Beispiel mit einem Kostüm oder kompletten Hosenanzug. Business Casual ist häufig bei Firmenessen oder auf Geschäftsreisen gefragt. Das Outfit soll komfortabel genug sein, um nicht zu beengen, gleichzeitig aber gepflegt und geschmackvoll wirken.

          Business (offiziell): Das Standard-Bürooutfit gilt für Bewerbungsgespräche, interne Meetings, Besprechungen mit Kunden, Geschäftspartnern und an der Öffentlichkeit. In mittleren Führungspositionen reicht ein zweiteiliger, dunkler Anzug mit Krawatte, in den hohen Führungsebenen heißt es: dreiteiliger Anzug mit Manschettenknöpfen. Je höher die berufliche Position im Unternehmen, desto dunkler der Anzug. Nadelstreifen, farbige Krawatten sowie pastellfarbene Hemden mit feinen Streifen oder Karos sind erlaubt – allerdings sollte Mann nie mehr als zwei Muster gleichzeitig tragen. Dazu passen Schuhe aus glattem Leder, am besten ebenfalls dunkel. Frauen tragen Hosenanzug oder ein klassisches Kostüm, kombiniert mit einer farbigen Bluse, idealerweise mit langen Ärmeln. Bei Kleidern und Röcken sollte der Saum stets das Knie umspielen. Dazu gehören eine hautfarbene Strumpfhose und Pumps, deren Absatz nicht höher als sechs Zentimeter sein sollte.

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