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Wichtige Versicherungen : So sollten sich Berufsstarter versichern

  • -Aktualisiert am

Bild: mtreasure/iStock/thinkstock

Frisch von der Uni rein in den Beruf – wer denkt da schon an Versicherungen? Dabei ist es angesichts vieler Risiken nötig, rechtzeitig Vorsorge zu treffen.

          Das Erwachsenwerden spiegelt sich auch im Inhalt von Aktenordnern wider. Mit zunehmendem Alter nehmen sie mehr Platz in den Regalen ein – es sei denn, man speichert Verträge nur online. Am Anfang finden sich dort Kontoauszüge, ein Mietvertrag, das ist es meistens schon. Bei Hochschulabsolventen gerät der Papierstapel schon größer. Das liegt auch an der Notwendigkeit, sich selbst zu versichern – gegen die Risiken des Lebens.

          Manche Versicherungen sind gesetzlich verpflichtend, manche absolut notwendig, einige sinnvoll – und von vielen ist abzuraten. Vom Staat verordnet ist die Kranken- und Pflegeversicherung. Durch die Eltern ist man in der gesetzlichen Krankenversicherung als Student beitragsfrei versichert, solange man unter 25 Jahre alt ist. Wer älter ist oder mit seinem Nebenjob mehr als 450 Euro im Monat verdient, fällt aus der Familienversicherung raus und muss sich selbst versichern.

          Spätestens mit einem eigenen Job nach dem Studium entsteht in der Regel Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Nur wer mehr als 57 600 Euro brutto im Jahr verdient, hat als Arbeitnehmer die Wahl zwischen einer gesetzlichen oder einer privaten Versicherung – eher selten bei Hochschulabsolventen. Wer nach dem Studium nicht sofort einen Arbeitgeber findet, kann sich in der Zeit der Jobsuche auch freiwillig gesetzlich versichern – wenn er schon vorher gesetzlich versichert war.

          Haftpflichtversicherung – von Experten befürwortet

          Gesetzlich zwar nicht vorgeschrieben, aber absolut notwendig ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung. Da sind Versicherungsunternehmen, Makler, Versicherungswissenschaftler und Verbraucherschützer – selten genug – einer Meinung. Denn mit dem ersten selbstverdienten Geld oder ab dem 25. Geburtstag ist man nicht mehr durch die elterliche Haftpflichtversicherung geschützt. Das Expertenurteil hat allerdings noch nicht alle Teile der Bevölkerung erreicht. Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung hat nur ein Drittel der Befragten eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen.

          Dabei läuft jeder mal Gefahr, anderen einen Schaden zuzufügen. Das kann beispielsweise der über den Laptop des Freundes verschüttete Kaffee sein. Noch schlimmer: Verursacht man als Radfahrer oder Fußgänger aus Unachtsamkeit einen Unfall, wird das meistens sehr teuer – besonders wenn dabei jemand verletzt wird. Es gilt der Grundsatz: Schadet man jemand anderem, dann trägt man dafür die Verantwortung, auch wenn es lediglich ein Versehen war.

          Vor einem möglichen Ruin kann einen nur eine private Haftpflichtversicherung schützen. Gerade aufgrund einer möglichen finanziellen Pleite sollte bei einem Abschluss nicht auf jeden Euro geschielt werden. „Zu empfehlen ist hier eine Police mit einer Deckungssumme von mindestens 20 Millionen Euro“, sagt Jürgen Strobel, Professor am Institut für Versicherungswesen der Technischen Hochschule Köln. Bei einigen Anbietern sei es sogar möglich, eine unbegrenzte Deckung zu erhalten. Günstige Angebote findet man schon für 40 Euro im Jahr.

          Berufsunfähigkeitsversicherung – nahezu unumstritten

          Im Gegensatz zur privaten Haftpflichtversicherung war die Notwendigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung unter Experten lange Zeit heiß umstritten. Heutzutage raten längst nicht mehr nur Versicherungsverkäufer zu dieser Police. Die Stiftung Warentest, Instanz der unabhängigen Verbraucherberatung in Deutschland, bringt es auf den Punkt: „Müssen Sie von Ihrer Arbeit leben? Dann brauchen Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung“, heißt es von der Institution.

          Die Verbraucherzentralen sehen das ähnlich. Kerstin Becker-Eiselen, Abteilungsleiterin Versicherungen der Verbraucherzentrale Hamburg, sagt: „Eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit ist auf jeden Fall ratsam.“ Die Fachleute verweisen darauf, dass rund ein Viertel der Deutschen aus gesundheitlichen Gründen vor der Rente seinen Beruf aufgeben muss. Der Anteil der psychischen Erkrankungen, wie Depressionen, die einen Maurer genauso wie einen Betriebswirt oder Mathematiker treffen können, steigt stark an.

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