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Hochschulforum : Digitale Hochschule: Deutschland hat Nachholbedarf

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Die ganze Welt wird digital – an den Hochschulen gibt es in Sachen Digitalisierung allerdings noch Nachholbedarf. Bild: francisbonami/Thinkstock/Getty Images

Die Digitalisierung durchzieht alle Lebensbereiche. Doch welche Chancen bietet die Digitalisierung den Hochschulen? Vorschläge liefert nun ein Thesenpapier des Hochschulforums.

          Die Digitalisierung breitet sich sukzessive in all unseren Lebensbereichen aus. Doch nicht überall werden die sich dadurch ergebenden neuen Möglichkeiten auch ausgenutzt. So scheint die Digitalisierung zum Beispiel Hochschulen Chancen zu eröffnen, die noch nicht ausgeschöpft werden, findet Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium. „Ob Schule, Hochschule oder Weiterbildung – wir müssen die Chancen der Digitalisierung noch besser ausschöpfen“, betonte sie anlässlich eine Fachtagung des Projekts „Hochschulforum Digitalisierung“, in dessen Rahmen sich 70 Experten mit Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für Hochschulen beschäftigten.

          Im Rahmen der Fachtagung veröffentlichten die Experten ein Thesenpapier, in dem die wichtigsten Chancen und Herausforderungen für Hochschulen im Zusammenhang mit dem Megatrend Digitalisierung formuliert wurden und aus denen sich für die Politik, die Hochschulen und die dort Lehrenden ein gewisser Handlungsdruck ergebe, wie es in dem Papier heißt. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

          Digitalisierung im deutschen Hochschulsystem

          Aufgrund der Globalisierung sind die deutschen Hochschulen zunehmend einem internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Das birgt Chancen, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. So können sich Hochschulen durch die digitale Vernetzung noch besser als früher mit herausragender Lehre über die nationalen Grenzen hinaus profilieren. Ein flexibles Angebot an Online- und Fernstudien eröffnet zudem berufstätigen Studenten neue Möglichkeiten, aber auch jenen, die ihren Auslandsaufenthalt besser in ihren Studienverlauf integrieren möchten. Die Digitalisierung des Hochschulsystems birgt folglich das Potential, die internationale Mobilität der Studenten weiter zu erhöhen.

          Digitalisierung in der akademischen Lehre

          In erster Linie wird die Digitalisierung der Lehre mit technischen Innovationen gleichgesetzt. Doch dahinter steckt noch mehr, etwa die Weiterentwicklung von Lehrorganisation, Didaktik sowie die Chance, mithilfe neuer technischer Möglichkeiten das Lernen individualisierter, aktiver und motivierender zu gestalten. Digitale Plattformen können Studenten über Landesgrenzen hinweg zusammenbringen, um etwa neue Lern- und Austauschplattformen zu schaffen. Das bedeutet aber auch, dass die Hochschulen dafür sorgen müssen, ausreichend entsprechend ausgerüstete Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, damit die Studenten die neuen Möglichkeiten auch nutzen können.

          Hemmnisse überwinden

          Die Experten betonen in ihrem Papier, dass nicht zwingend die Finanzierung, sondern die Hochschulstrategie über Erfolg oder Misserfolg der Digitalisierungsbemühungen an der Hochschule entscheidet. Dennoch sind sie der Meinung, es bedürfe seitens der Politik neben adäquaten finanziellen Mitteln auch eine Initiative, die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine fortschreitende Digitalisierung der Hochschulen zu schaffen. Dazu gehört auch, dass aus Sicht des Hochschulforums das Urheberrecht neu geregelt werden müsse, um eine nachhaltige Verankerung und umfassende Verbreitung digitaler Lehr- und Lernangebote zu erreichen. (ds)

          Alle 20 Thesen sind nachzulesen unter: www.hochschulforumdigitalisierung.de

          Quelle: F.A.Z.

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