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Praktikumsbericht : Erfahrungsbericht: Fürs Praktikum ins Ausland

  • -Aktualisiert am

Praktikum im Ausland: Jennifer Löffler ist für ihre Praktika bei internationalen Organisationen nach Südamerika gereist. Bild: Anika Salsera/iStock/Getty Images

Wie läuft eigentlich ein Praktikum im Ausland ab? Jennifer Löffler berichtet von ihren Praktika bei internationalen Organisationen in Südamerika.

          Jennifer Löffler ist fast schon ein Profi, wenn es um Praktika geht. Die 24-jährige Bachelorabsolventin hat im Rahmen ihres internationalen BWL-Studiums an der ESB Business School Reutlingen und der Universidad Pontificia Comillas in Madrid bereits in zwei großen Unternehmen hospitiert: dem Lebensmittelkonzern Nestlé in Deutschland und dem Autobauer Seat in Spanien. Doch trotz Studium und Praktika wusste sie nach ihrem Abschluss nicht, wie es weitergehen soll. „Dass ich noch einen Master anhängen will, war mir klar. Aber ich wusste nicht wirklich, was ich genau machen möchte“, sagt Jennifer Löffler. Also entschied sie sich, nach dem Bachelorabschluss für ein Jahr auszusetzen – und noch mehr Praktika zu machen: zunächst bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Lima, Peru, und derzeit bei der Deutsch-Uruguayischen Industrie- und Handelskammer in Montevideo.

          „Südamerika hat sich angeboten, da ich sowieso fließend Spanisch spreche. Und ich wollte zwei unterschiedliche Teile Südamerikas kennenlernen“, sagt Löffler. Zudem musste sie sich bei der Auslandshandelskammer (AHK) etwa ein dreiviertel Jahr vor Praktikumsbeginn bewerben, wollte die Zeit dazwischen aber nicht ungenutzt lassen und suchte sich deshalb noch ein zusätzliches Praktikum.

          Praktikum im Ausland: „Es kommt auf jeden Einzelnen an“

          Zwei Praktika in Großkonzernen und zwei in eher kleinen Organisationen im Ausland – unterschiedlicher könnte Jennifer Löfflers Arbeitserfahrung gar nicht sein. Bei Seat und Nestlé habe sie teilweise eine ganze Stelle ersetzt und eigene Projekte betreut. Dafür war sie auch nur ein kleiner Fisch in einem großen Teich. „Man arbeitet in viel größeren Teams. Dafür ist es natürlich total spannend, mit bekannten Marken zu arbeiten.“ Bei Nestlé hat sie im Bereich Eis im Marketing hospitiert und sogar ihre eigenen Produkte mitbetreut. „Es war toll, das eigene Produkt dann später im Supermarkt zu sehen. Und das gleich zu Beginn des Studiums.“

          Die Arbeit in kleinen Büros von internationalen Organisationen wie der KAS oder der AHK sei dagegen völlig anders. Die Deutsch-Uruguayische Industrie- und Handelskammer beispielsweise hat gerade mal zwölf Festangestellte, Jennifer Löffler ist eine von drei Praktikantinnen im Bereich Außenhandel und Nachhaltigkeit, der sonst nur noch aus ihrer Chefin besteht. „Wir sind ein super Team, alle noch recht jung, und ich habe die Möglichkeit, viel selbständig zu machen“, sagt sie. Vor allem ist ihr aber wichtig: Es kommt auf jeden Einzelnen an.

          Eine Frage des Geldes: Praktikum in Südamerika

          Besonders die Themen Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien haben Jennifer Löffler gereizt, sich in Uruguay zu bewerben. Die Kammer präsentiert Deutschland vor Ort auf Messen, empfängt Delegationen und bietet beispielsweise Kurse zum Energy-Manager an. Diese zu organisieren, passende Teilnehmer zu finden und zu betreuen, das fällt in Löfflers Aufgabenbereich.

          Der einzige Wermutstropfen: Das Praktikum ist unbezahlt. Und da Jennifer Löffler derzeit an keiner Hochschule eingeschrieben ist, fällt sie durch sämtliche Raster bei Förder- und Stipendienprogrammen. „Ich zehre gerade meine Ersparnisse auf und werde zum Glück von meinen Eltern unterstützt“, sagt sie. Sie weiß aber auch, dass sie sich das Praktikum sonst nicht leisten könnte.

          Dass sie sich dennoch für das Praktikum entschieden hat, bereut sie nicht. Denn sie ist heute einen entscheidenden Schritt weiter als noch vor einem Jahr: Sie weiß, was sie machen möchte. „Ich mache meinen Master im Bereich Wirtschaft und Management für den öffentlichen Sektor an der Freien Universität Bozen in Italien.“ Die Entscheidung hat sie auch dank ihrer Praktika treffen können. Sie hat Einblicke in verschiedene Bereiche bei unterschiedlichen Unternehmen und Einrichtungen bekommen. „So nähert man sich langsam an.“ Viele ihrer Kommilitonen aus dem Bachelor machen auch im Master mit General Management weiter. Jennifer Löffler weiß, dass sie lieber in einer kleineren Organisation arbeiten möchte als im Großkonzern. „Das Perfekte zu finden, ist sowieso fast unmöglich. Ich fange jetzt mal mit einer Spezialisierung an.“

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