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Praktikumsbericht : Praktikum als Bauingenieur in Schanghai

  • -Aktualisiert am

Praktikum als Bauingenieur in Schanghai: „Ich bat um drei Monate Praktikumsverlängerung“, zeigt Florian Geiger sich begeistert. Bild: Gjp311/iStock/Getty Images

Ingenieuren bieten sich viele Praktikumsmöglichkeiten. Florian Geiger bewarb sich für ein Praktikum als Bauingenieur in Stuttgart – und landete in Schanghai.

          Nach dem Bachelor gleich den Master anhängen, das klang für Florian Geiger nicht besonders attraktiv. Nicht etwa, weil er eine Pause vom Studieren einlegen und auf Reisen gehen wollte. Im Gegenteil. Der heute 25-Jährige wollte die Zeit nutzen, um mehr praktische Erfahrung in seiner Fachrichtung zu sammeln. Geiger will Ingenieur werden, und zwar für konstruktiven Ingenieurbau. Hierbei geht es um die Konstruktion von Tragwerken etwa für Häuser, Brücken oder Türme. So bewarb er sich für Anfang 2013 nach seinem Bachelorabschluss in Bauingenieurwesen an der Uni Stuttgart bei verschiedenen Ingenieurfirmen der Stadt, die sich mit Konstruktionsfragen beschäftigen.

          „Mit dem Praktikum wollte ich sehen, wie ich das Gelernte von der Uni in echten Projekten anwenden muss, und mich so auf meinen Master vorbereiten“, erklärt Geiger. Diese Chance bekam er bei dem international tätigen Ingenieurbüro Schlaich Bergermann und Partner. Hier absolvierte er zunächst ein sechs Monate dauernden Praktikum am Standort Stuttgart und verbrachte weitere drei Monate im Büro in Schanghai. „Ich habe im Laufe des Praktikums gemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit macht, und die Firma deshalb um eine Verlängerung um drei Monate gebeten.“

           

          Ingenieurpraktikum: „Nicht zu früh spezialisieren“

          Angehenden Ingenieuren bietet sich in Deutschland eine breite Palette an Unternehmen für ein Praktikum. Bei der Auswahl muss allerdings auf die jeweilige Ausrichtung der Büros geachtet werden. Denn bei mehr als 1.000 verschiedenen Bachelor- und Masterstudiengängen rund um Ingenieurwissenschaften gestaltet sich auch die Praxislandschaft vielfältig. „Da Unternehmen und Ingenieurbüros verschiedene Schwerpunkte haben, sollte man sich im Vorfeld genauer damit befassen, in welche Richtung es gehen soll, und danach ein Unternehmen auswählen“, rät Daniel Sander, Hauptgeschäftsführer der Ingenieurkammer Baden-Württemberg. Generell sei es beispielsweise für Bachelorstudenten ratsam, sich nicht zu früh zu spezialisieren und eher nach Büros zu schauen, die breit aufgestellt sind.

          Die Bewerbung sollte man laut Sander etwa sechs Monate vor dem gewünschten Praktikumsbeginn abschicken und dabei auf eine ordentliche Aufmachung achten. „Bei Anfragen nach Praktikumsplätzen kommt es nicht selten vor, dass recht saloppe E-Mails an die Ingenieurunternehmen geschickt werden, etwa mit einem einfachen Hallo in der Anrede. Das kommt nicht gut an. E-Mails sind natürlich nicht tabu, aber man sollte sich auch hier an bestimmte formale Regeln halten. Am besten ist es, wenn man vorher schon den richtigen Ansprechpartner recherchiert hat.“

           

          Praktikum als Bauingenieur: Teamplayer statt Einzelkämpfer

          Für Florian Geiger gestaltete sich der Bewerbungsprozess recht entspannt, wie er selbst berichtet. Auf sein Bewerbungsschreiben hin wurde er zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, das „recht locker“ abgelaufen sei. Direkt im Anschluss erhielt er die Zusage. Auch in die Projektarbeit konnte er fast von Beginn an starten. So half er, die Überdachung für einen S-Bahnhof in Hamburg zu planen. Hier ging es darum, die Planung der Architekten zu hinterfragen und in ein baufähiges Konstrukt zu übersetzen. „Dafür nutzten wir eine Software zur statischen Analyse.“

          Während der Arbeit konnte er sich mit Fragen in der Regel immer an die Teamkollegen wenden oder diese nach Feedback fragen. Einmal in der Woche gab es außerdem eine Projektbesprechung. „Bei der Arbeit an einem Projekt läuft alles im Team, als Einzelkämpfer kommt man nicht weiter. Man muss sich deshalb an seine Teammitglieder anpassen können, auch international, vieles läuft auch auf Englisch.“ Zudem müsse man mit Kritik umgehen können, denn natürlich laufe am Anfang nicht immer alles so, wie es sollte. Außerdem sollte man bereit sein, wenn das Ende eines Projekts naht, auch mal ein paar Überstunden einzulegen.

          Für den 25-Jährigen lief das Praktikum so gut, dass er am Ende das Angebot für eine Stelle als Werkstudent bekam. Die nahm er natürlich dankend an – auch um sich einen möglichen Berufseinstieg nach dem Studium zu sichern. Momentan schreibt Geiger an seiner Masterarbeit. Danach kann er sich gut vorstellen, bei den Stuttgartern richtig einzusteigen. Vielleicht will er aber auch erst eine Promotion vorschieben.

          Quelle: F.A.Z.

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