http://www.faz.net/-i7g-8690c

Auslandspraktikum : Praktikum im Ausland: Tipps für Studenten

  • -Aktualisiert am

Einmaliges Erlebnis: das Praktikum im Ausland. Bild: DenKuvaiev/Thinkstock/Getty Images

Wer einen Personaler glücklich machen will, sollte noch immer mindestens zwei Dinge in seinem Lebenslauf stehen haben: Arbeits- und Auslandserfahrung. Ein Praktikum im Ausland bringt beides unter einen Hut. Ein Ratgeber.

          Während des Studiums fehlt oft die Zeit für beides: für die Arbeits- und für die Auslandserfahrung, die sich Personaler so gerne von Bewerbern wünschen. Umso besser, mit einem Praktikum im Ausland gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. So lassen sich kulturelle Erfahrungen im Alltag mit denen im Arbeitsleben verbinden, und: Das Praktikum im Ausland birgt für Studenten meist noch ein Abenteuer.

          „Ein Praktikum im Ausland beinhaltet neben den fachlichen auch interkulturelle Lernprozesse“, erklärt Meltem Göben vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Das kann mitunter auch für Verwirrung sorgen, denn: In anderen Kulturkreisen gibt es teilweise stark abweichende Vorstellungen über Arbeitsabläufe und Gebräuchlichkeiten – also wie man zum Beispiel eine Besprechung leitet, ein Team führt, Kritik übt und miteinander umgeht. So ist die Kultur in asiatischen Unternehmen eine ganz andere als in europäischen oder südamerikanischen. „Bestimmte Arbeitserfahrungen kann man nur im Ausland machen, da es entsprechende Organisationen nicht in Deutschland gibt, gerade im Bereich der Internationalen Organisationen“, so Göben. Auch die Arbeitsbedingungen unterscheiden sich von Land zu Land. Was macht beispielsweise ein Informatiker, wenn mehrmals am Tag der Strom ausfällt oder das Internet abbricht?

          Mit Onlinebörsen zum Praktikum im Ausland

          Die passende Praktikumsstelle ist dank Onlinebörsen und Vermittlungsorganisationen heute schnell gefunden: Der DAAD vermittelt Auslandspraktika genauso wie studentische Organisationen wie AIESEC, ELSA oder die Vertretung von Medizinstudenten bvmd. Zudem gibt es zahlreiche kommerzielle Anbieter und Praktikumsbörsen. Alle geben Tipps für die Bewerbung, die internationalen Standards entsprechen muss und oft auch in Englisch oder der Landessprache geschrieben wird. Hier erfährt man auch gleich, ob das Praktikum bezahlt ist oder nicht.

          „Im Idealfall findet man eine bezahlte Praktikumsstelle, beispielsweise von der IAESTE vermittelt“, erklärt Göben. Vor allem große und internationale Unternehmen bezahlen Praktikanten in der Regel fair und geben bereits in der Ausschreibung an, mit welchem Gehalt Praktikanten rechnen können. Öffentliche und nichtöffentliche Organisationen hingegen bezahlen oft wenig oder gar nicht. Hier wiederum gibt es, zum Beispiel über den DAAD, zahlreiche Fördermöglichkeiten für Studenten: Stipendienprogramme wie das Carlo-Schmid-Programm, RISE oder Kurzstipendien für Praktikanten, die an deutschen Auslandsschulen, Botschaften oder Kulturinstitutionen hospitieren. Auch Hochschulen und Stiftungen bieten eigene Stipendien für ein Praktikum im Ausland an.

          Daran muss man beim Praktikum im Ausland denken

          Bereits im Vorfeld des Praktikums im Ausland gibt es einiges zu beachten: Fragen bezüglich Visum und Arbeitserlaubnis müssen geklärt werden, oft sind Impfungen erforderlich, was teilweise mit hohen Kosten verbunden ist. Meltem Göben vom DAAD rät ohnehin zum Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, unter Umständen auch innerhalb der EU. Denn nicht überall sind die Leistungen so umfangreich wie in Deutschland.

          Beim Visum ist oft vor allem das richtige Timing gefragt – denn ungeahnte administrative Hürden können ganz schön viel Zeit fressen. „Auf keinen Fall darf man mit einem Touristenvisum einreisen und dort arbeiten“, warnt Meltem Göben. Manche Programme oder Arbeitgeber leisten zudem Hilfestellung bei der Beschaffung des Visums. Im Zweifelsfall sollten künftige Praktikanten einfach nachfragen, schließlich haben Unternehmen und Organisationen bereits einige Erfahrung in dem Bereich.

          Doch selbst wenn man alles richtig gemacht hat, kann noch einiges schiefgehen, wie Göben weiß: „Aufgrund eines Fehlers in einem Formular, von der Personalabteilung der einstellenden Organisation verursacht, wurde einer unserer Stipendiaten vor einiger Zeit bei der Einreise in ein afrikanisches Land nach der Weihnachtspause nicht nur an der Einreise gehindert, sondern abgeschoben und direkt wieder ins Flugzeug nach Deutschland gesetzt.“ Doch auch diese Geschichte rund um ein Praktikum im Ausland ging gut aus: „Zwei Wochen später hat es dann aber mit der Einreise doch noch geklappt.“

          Quelle: F.A.Z.

          Topmeldungen

          Opposition oder Regierung? : Goldene Leitern für die SPD

          Wie bekommt man die Sozialdemokraten wieder vom Oppositionsbaum herunter? Für Bundeskanzlerin Merkel könnte es sich als Glücksfall erweisen, dass im Schloss Bellevue ein Bundespräsident von sozialdemokratischem Blute sitzt.
          Mitfühlende Mutter Merkel: Doch Minderheit ist Mist!

          Fraktur : So viel Dank war nie

          Es fehlte eigentlich nur noch, dass der Cem dem Horst bei einem Joint das „du“ anbot.

          Ägyptische Sinai-Halbinsel : Über 200 Tote bei Anschlag auf Moschee

          Auf dem Sinai kommt es immer wieder zu terroristischen Angriffen eines IS-Ablegers. Beim Freitagsgebet hat jetzt ein Überfallkommando eine Bombe gezündet und auf Gläubige geschossen. Die Zahl der Opfer steigt ständig.