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Auslandsaufenthalt : Beliebte Praktika im Ausland

  • -Aktualisiert am

Lust, auf Tauchlehrer? Es gibt viele spannende Möglichkeiten für ein Praktikum im Ausland. Bild: Xavier Marchant/Thinkstock/Getty Images

Ein Praktikum im Ausland macht sich gut im Lebenslauf. Doch: Wie kommt man zu einem spannenden, ungewöhnlichen und noch dazu lukrativen Praktikum im Ausland?

          Consultant in China, Tauchlehrer in Costa Rica oder Erzieher in Mumbai – wer Abenteuer sucht und gleichzeitig etwas für seinen Lebenslauf tun will, findet bei Vermittlungsbörsen für Auslandspraktika schnell spannende und exotisch klingende Angebote. Aber Achtung, Fernweh ist dabei garantiert – und kann schon mal dazu führen, dass man an die falsche Stelle gerät.

          Denn das Problem ist: Diese nach Abenteuer und Spaß klingenden Praktika sind oft entweder unbezahlt oder man muss sich gegen eine Vielzahl anderer Bewerber durchsetzen. Einige schwarze Schafe lassen Interessenten sogar für die Vermittlung bezahlen. Wie kommt man also zu einem seriösen Praktikumsplatz im Ausland?

          Gute Hinweise dafür gibt es in den Career-Centern der meisten Hochschulen oder beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der eine Vielzahl an Stipendienprogrammen weltweit anbietet und teilweise auch Praktika vermittelt. Da ein Praktikum im Ausland in der Regel interessenbezogen ist und zum Studienfach oder der Berufswahl passen soll, ist oft gar nicht die Frage, in welches Land ein Praktikant reist, sondern bei welchem Unternehmen oder welcher Organisation er sein Praktikum absolviert und was ihm das für den weiteren Berufsweg bringt.

          Der sicherste Weg zum Praktikum im Ausland

          Allen Fachrichtungen offen steht beispielsweise das Carlo-Schmid-Programm für Praktika bei Internationalen Organisationen und EU-Institutionen, das der DAAD gemeinsam mit der Studienstiftung des deutschen Volkes und dem Mercator Program Center for International Affairs durchführt. „Es ist zugleich eines der exklusivsten Programme des DAAD mit einem mehrstufigen Auswahlverfahren“, sagt Gritta Klöhn vom DAAD. Studenten können sich entweder einen eigenen Praktikumsplatz suchen und diesen über das Programm fördern lassen oder sich zentral über den DAAD auf ausgeschriebene Stellen bewerben. Die beliebtesten Länder sind hier übrigens die USA, die Schweiz und Frankreich, die beliebtesten Organisationen sind die OECD und die Weltbank – also bekannte Internationale Organisationen, bei denen sich viele Praktikanten schon wegen des Namens einen Mehrwert für den Lebenslauf erhoffen.

          Der DAAD vergibt zudem Kurzstipendien für Praktika bei internationalen und europäischen Organisationen, deutschen Auslandsvertretungen, deutschen Auslandsschulen und Kultureinrichtungen, die maximal drei Monate dauern. Allein 2014 wurden so über 1.100 Praktikanten unterstützt.

          Was viele Studenten nicht wissen: Das europäische Austauschprogramm ERASMUS+ fördert auch Praktikanten, die mindestens zwei Monate irgendwo in Europa hospitieren. Bedingung ist, dass man sich noch während des Bachelor- oder Masterstudiums bewirbt, selbst wenn man erst nach Abschluss des Studiums das Praktikum antritt.

          Betreuung beim Praktikum im Ausland

          Für Studenten der Ingenieur- und Naturwissenschaften vermittelt die IAESTE (International Association for the Exchange of Students for Technical Experience) weltweit Praktika – und ist die mit inzwischen über 350.000 vermittelten Praktikanten die weltweit größte Austauschorganisation. Der Vorteil ist hierbei: Es werden nicht nur feste, bezahlte Stellen ausgeschrieben, sondern die Praktikanten werden während ihrer Zeit im Ausland betreut und erhalten beispielsweise Unterstützung bei der Wohnungssuche oder der Freizeitgestaltung. Jährlich werden so etwa 600 bis 700 Stellen für Studierende deutscher Hochschulen vermittelt, weiß Karin Pankau vom DAAD.

          Wer sein Praktikum über die IAESTE oder über die Organisationen AIESEC oder den Zahnmedizischen Austauschdienst ZAD gefunden hat, kann zudem einen Fahrtkostenzuschuss für Praktika außerhalb der EU, der Schweiz, Norwegens und Liechtensteins beantragen.

          Ebenfalls für Naturwissenschaftler, Ingenieure und Mediziner vergibt das Programm RISE weltweit Forschungspraktika an ausländischen Hochschulen vor allem in den USA, Kanada und Australien – also sehr beliebte Länder für Praktikanten. Wen es eher nach Asien zieht, dem sei das Programm „Sprache + Praxis“ ans Herz gelegt, das sich an Masterstudenten richtet und neben einem sechs- bis achtmonatigen Praktikum auch einen zwölf Monate dauernden Sprachkurs in China oder Japan beinhaltet.

          Neben diesen und weiteren, privaten Förderprogrammen können Interessenten sich zudem bei zahlreichen Unternehmen direkt bewerben. Die Vermittlungsbörse meinpraktikum.de hat Bewertungen zahlreicher Firmen im Ausland gesammelt – samt Arbeitszeit, Verdienst und Weiterempfehlungsrate.

          Quelle: F.A.Z.

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