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Masterarbeit in Unternehmen : Balanceakt mit Jobaussicht

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Firmen wünschen sich ein gewinnbringendes Ergebnis, die Universität pocht auf die methodische Umsetzung. Das kann für die Masteranden zum Balanceakt werden. Bild: Eva Revolver / Sepia

Die Masterarbeit in einem Unternehmen zu schreiben bietet Chancen. Allerdings müssen zunächst die Erwartungen von Universität und Unternehmen in Einklang gebracht werden.

          Die Masterarbeit hauptsächlich hinter Büchern und in der Bibliothek zu schreiben – für Wiebke Lammers war das von Anfang an ausgeschlossen. Das Ganze zieht sich immerhin über ein halbes Jahr. „Für mich hat die Arbeit vor allem einen Mehrwert, wenn man sie praxisbezogen bei einem Unternehmen schreibt“, sagt die 25-Jährige. Sie sitzt seit März an ihrer Masterthesis. Als Partner hat sie sich dafür den Automobilzulieferer Continental in Hannover ausgesucht, bei dem die Hamburger Studentin für Human-Resource-Management (Personalpolitik) bereits seit September vergangenen Jahres ein mehrmonatiges Praktikum absolviert hatte.

          So entstand schließlich auch die Idee für die Masterarbeit und das Thema. Lammers beschäftigt sich mit dem Onboarding-Prozess für Professionals in MINT-Berufen. Es geht darum, wie ein Onboarding-Prozess gestaltet sein sollte, damit neue Mitarbeiter schnell im Unternehmen ankommen. „In jedem Fall ist es für mich ein Gewinn, meine Arbeit bei Continental zu schreiben. Ich habe schon viele Kontakte im Unternehmen geknüpft und bin ziemlich gut im Bild, was den Konzern momentan bewegt“, so die Masterstudentin. Dazu kommen gemeinsame Aktionen mit den Mitarbeitern der Personalabteilung, wie die Teilnahme am Hamburg-Marathon. „Dadurch wird die Verbindung zum Unternehmen noch enger.“ Ob sie nach Abschluss der Arbeit auch ein Jobangebot vom Unternehmen bekommt, ist noch nicht klar. „Ich denke aber, dass ich gute Chancen habe.“

          Viele Firmen sind gern bereit, Masterstudenten bei ihrer Abschlussarbeit zu begleiten, denn für sie ist es oft ein unkomplizierter Weg, Probleme im Betrieb zu lösen. Für die Studierenden ist es die Gelegenheit, ganz nah an Führungskräfte und Mitarbeiter heranzukommen und sich intensiv mit einem unternehmensrelevanten Thema auseinanderzusetzen. Die Masterarbeit in einem Unternehmen zu schreiben kann deshalb ein wichtiger Schritt zum ersten Jobangebot sein. „Manche Firmen weisen darauf bereits von Anfang an in der Zusammenarbeit für die Masterarbeit hin“, weiß Karrierecoach Nele von Bargen. Eine Garantie gebe es natürlich nie. „Trotzdem spricht alles dafür, die Abschlussthesis bei einem Unternehmen zu schreiben, außer man weiß von Beginn an, dass man später ausschließlich in die Wissenschaft gehen will.“

          Einige Stolpersteine sind allerdings bei der Dreierkonstellation Universität–Unternehmen–Student zu beachten. Das fängt bei der Auswahl des richtigen Unternehmens an und geht über die Themenfindung bis zur Abstimmung während des Schreibens.

          Konzern oder Mittelständler?

          Der oftmals einfachste Weg zu einer Masterarbeit in einem Unternehmen führt über die gängigen Stellenplattformen. Denn immer häufiger stellen Firmen hier Masterthemen wie Praktikumsstellen ein und entscheiden sich am Ende für den Kandidaten mit der ansprechendsten Bewerbung. Gibt man etwa bei Stepstone oder Xing das Wort „Masterarbeit“ ein, öffnet sich eine mehrseitige Liste mit Angeboten, unter anderem von Firmen wie Bosch, Thyssenkrupp oder Airbus, aber auch verschiedenen Mittelständlern. Viele Gelegenheiten für eine Masterarbeit ergeben sich zudem aus einem Praktikum. In manchen Fällen gibt es auch feste Partnerschaften zwischen Universität und Unternehmen, woraus die Möglichkeit für Masterarbeiten entstehen kann. In diesem Fall ist häufig der Professor erster Ansprechpartner.

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