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Consulting : Consulting: Mit einem geisteswissenschaftlichem Studium bei zeb

  • -Aktualisiert am

Sophie Strelczyk arbeitet als Senior Consultant bei zeb. Bild: Privat

Die Beratungshäuser suchen immer mehr nach fachlichen Quereinsteigern. Sophie Strelczyk ist Geisteswissenschaftlerin erzählt von ihrem Job bei zeb.

          Warum haben Sie sich für eine Karriere in der Beratung entschieden?

          Beratung war für mich schon immer ein Berufsfeld mit besonderer Faszination – viele Reisen, verschiedene Unternehmen und interdisziplinäre Teams, die gemeinsam an herausfordernden Themenstellungen arbeiten. Als Berater gemeinsam mit dem Kunden nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen mitzugestalten fasziniert mich sehr.

          Welchen Berufseinstieg ins Consulting haben Sie gewählt und warum?

          Ich bin nach meiner Promotion als Consultant bei zeb im Bereich Strategie und Organisation eingestiegen. Zuvor hatte ich bereits zwei Praktika bei Strategieberatungen gemacht. Für mich war es wichtig, vor meiner Entscheidung zu prüfen, ob die spezielle Arbeits- und Lebensweise des Berateralltags zu mir passt.

          Wie haben Sie sich auf die Auswahlverfahren im Bewerbungsgespräch vorbereitet?

          Als Geisteswissenschaftlerin musste ich mich erst einmal etwas grundsätzlicher in wirtschaftliche Zusammenhänge einlesen. Als sehr hilfreich habe ich auch das Onlineangebot zur Vorbereitung von Case-Studys mit „Gleichgesinnten“ empfunden. Dabei sollte man lernen, seinen eigenen Weg zu finden, strukturierte Lösungs- und Handlungsempfehlungen für die im Interview geforderte Problemstellung abzuleiten.

          Welche Qualifikationen waren Ihren Ansprechpartnern im Bewerbungsgespräch wichtig? Wie ist der Bewerbertag abgelaufen?

          Meine Gesprächspartner in den Interviews haben darauf geachtet, wie strukturiert ich an die Lösung eines Problems herangehe. Dabei ist es wichtig, das Gegenüber am eigenen Denkprozess teilhaben zu lassen. Grundwissen zur Bankenbranche sollte vorhanden sein, jedoch muss man kein Fachexperte sein, um die Cases gut zu lösen. Nach einer kurzen Einführungsrunde habe ich drei Interviews mit Partnern und Senior Managern geführt. Die Gesprächsatmosphäre war sehr angenehm. Das Angebot für einen Einstieg bei zeb habe ich noch am Abend des gleichen Tages bekommen.

          Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? Wie lange arbeiten Sie?

          Grundsätzlich sieht jeder Tag anders aus, aber selbstverständlich gibt es auch Konstanten: So sind wir zumeist von Montag bis Donnerstag beim Kunden vor Ort. Der Montag beginnt immer sehr früh, da man sich mit einem der ersten Flugzeuge auf den Weg zum Kunden macht. Gegen 10 Uhr trifft das Team beim Kunden ein, und wir setzen uns zu einer Besprechung der Woche zusammen. Am Nachmittag stehen meist Abstimmungstermine mit dem Kunden an. Hier präsentiert man die erarbeiteten Ergebnisse und überlegt gemeinsam sinnvolle nächste Schritte. Die Arbeitszeiten sind sehr von der Intensität des Projekts abhängig. In der Regel endet der Arbeitstag aber nach ca. 12 Stunden.

          Was sind Ihre hauptsächlichen Aufgaben?

          Als Senior Consultant verantworte ich bereits eigene Teilprojekte und „Workstreams“. Dabei führe ich je nach Projektgröße auch andere jüngere Kollegen. Bei meiner Arbeit bin ich stets im engen Austausch sowohl mit meinem Projektleiter als auch mit den Projektmitarbeitern des Kunden. In regelmäßigen Terminen präsentiere ich meine Ergebnisse und entwickle im Dialog das weitere Vorgehen.

          Was haben Sie sich anders vorgestellt, was hat Sie überrascht?

          Mit einem geisteswissenschaftlichen Studium in einer auf die Bankenbranche spezialisierten Beratung einzusteigen ist sicherlich auf den ersten Blick keine naheliegende Entscheidung. Daher war ich natürlich am Anfang etwas nervös, ob meine Fähigkeiten zu den Projekten passen und ob ich hier erfolgreich sein kann. Doch diese Angst war unbegründet. Es waren immer eine gezielte Führung und Rückhalt durch ältere Kollegen vorhanden, die mir Sicherheit gaben und zugleich meinen Lerneffekt hochhielten.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          Aus heutiger Sicht kann ich mir sehr gut vorstellen, noch einige Jahre in der Beratung zu bleiben. Die Arbeit mit unterschiedlichen Menschen macht mir große Freude. Und ich lerne bisher wirklich jeden Tag dazu. Doch vielleicht wird der Wunsch, mehr Zeit mit Familie und Freunden zu Hause vor Ort verbringen zu können, irgendwann stärker.

          Was würden Sie Studierenden raten, die eine Karriere im Consulting anstreben?

          Ich würde Studierenden raten, so viele Praktika wie möglich zu machen, um die eigenen Neigungen besser kennenzulernen – denn Praktika bieten die Chance, unterschiedliche Branchen unverbindlich kennenzulernen und für sich selbst den richtigen Weg zu finden. Vor dem Einstieg in die Beratung ist ein Beratungspraktikum sicherlich ebenfalls ratsam.

          Steckbrief

          Position: Senior Consultant

          Alter: 30

          Studium: Ludwig-Maximilians-Universität München, Magisterstudium der Literatur-, Politik- und Geschichtswissenschaften (Abschluss 2009) mit anschließender Promotion in Literaturwissenschaften (Abschluss 2012)

          Quelle: F.A.Z

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