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Jobs mit Zukunft : Expertin für Machine-Learning

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Pinar Firat ist Analytics-Beraterin bei Accenture im Bereich Machine-Learning. Bild: Accenture

Pinar Firat, 29, Absolventin der TU München in Biomedical Computing, arbeitet seit zwei Jahren als Analytics-Beraterin bei Accenture.

          Was muss ich tun?

          Als Analytics-Beraterin entwickle ich individuelle Machine-Learning-Lösungen für meine Auftraggeber. Für die meisten handelt es sich dabei um strategisches Neuland, andere wollen bestehende Systeme verbessern. Machine-Learning, kurz ML, ist ein Feld der Künstlichen Intelligenz (KI) und befasst sich mit dem mathematischen Durchspielen verschiedener Variablen, um Muster zu erkennen. Die Einsatzgebiete sind extrem vielfältig: vom intelligenten System, das in 3D-Bildern aus dem MRT Tumorstrukturen erkennt, bis zu digitalen Services wie Chatbots, die Kundenanfragen sofort und fast wie ein echter Mensch beantworten können.

          Was muss ich können?

          Viele Jobs im Bereich Analytics setzen einen Hintergrund in Mathematik, in Statistik oder – wie bei mir – in Informatik voraus. Die Tätigkeit selbst ist aber stark interdisziplinär, deswegen sollte man bereit sein, immer dazuzulernen. Machine-Learning ist ein Feld, in dem sich ständig viel verändert. Es kommen täglich neue Softwareprogramme, Tools und Algorithmen hinzu. Außerdem: Je mehr man seine eigenen Fähigkeiten ausbaut, desto kreativere Lösungen entstehen daraus.

          Wo kann ich arbeiten?

          Unternehmen, die große Datenmengen verwalten, zum Beispiel in der Hightech-, Finanz- oder Gesundheitsbranche, sind auf ML-Experten oder Data-Scientists angewiesen, die aus diesem „Datenberg“ die richtigen Schlüsse ziehen. Ich selbst arbeite in einer Unternehmensberatung. Viele Unternehmen, die die Wichtigkeit von Künstlicher Intelligenz für sich erkannt haben, bieten entsprechende Master- oder Bachelorarbeiten an oder lassen interessierte Studenten auch einfach als Werkstudent oder Praktikant in den Bereich reinzuschnuppern. Das ist der optimale Einstie für jeden, der mit KI arbeiten möchte.

          Warum hat der Job Zukunft?

          Während die Datenberge, die weltweit gesammelt werden, weiter anwachsen, fehlt es an Experten, die diese Daten analysieren und daraus anwendbare Erkenntnisse ableiten können. Experten werden also dringend gesucht. Was außerdem wichtig ist: Künstliche Intelligenz wird nicht nur in vielen Industriezweigen genutzt – sie verwandelt diese auch. Der Tag, an dem jede Arbeit am Computer KI-Kenntnisse voraussetzt, auch dort, wo von Analytics früher nie die Rede war, liegt in nicht allzu ferner Zukunft.

          Was mag ich an meinem Job?

          Mich fasziniert es, wenn Wissenschaft uns Menschen weiterbringt: Manche KI-Systeme erstellen schon heute genauere Diagnosen als Ärzte. Andere erkennen Sprache besser als Muttersprachler. Und dann ist es auch so, dass jedes Projekt eine Veränderung mit sich bringt, statt nur Altbewährtes in Endlosschleife zu wiederholen: Im Moment arbeite ich an einem System, das die Produktion von ML-Modellen teilautomatisiert. Wenn mir das gelingt, nehme ich mir selbst Arbeit ab und habe mehr Zeit für komplexere Aufgaben. Es wird nie langweilig in diesem Job

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