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Ingenieure gesucht : Ingenieursjobs mit Zukunft

  • -Aktualisiert am

Rock it! Vier spektakuläre Zukunftsjobs für Ingenieure Bild: Christian Burkert, Bernhard Huber

Wie werden wir morgen unseren Strom gewinnen? Wie werden unsere Autos aussehen, unsere Fabriken funktionieren? Und wird es uns gelingen, Menschen zum Mars fliegen zu lassen? All das entscheiden Ingenieure wie die, die wir hier vorstellen. Vier Geschichten vom Aufbruch zu Wasser, zu Lande und in der Luft.

          Heike Bussmann, 31, ist als Abteilungsleiterin bei E.ON für das Risikomanagement von über 200 Wasserkraftwerken in Europa verantwortlich.

          „Mein letzter Besuch bei ‚meinen‘ Wasserkraftwerken war in Forchheim und Hirschaid an der Regnitz, kleinere Anlagen mit etwa drei und vier Megawatt Ausbauleistung. Am anderen Ende der Skala liegt in Deutschland das Pumpspeicherkraftwerk Waldeck II am Ederstausee, mit einer Ausbauleistung von 480 Megawatt. An der Energietechnik haben mich schon im Studium die großen Maschinen und die hohen Voltzahlen fasziniert. Und natürlich die Dynamik auf diesem Feld: Ich bin genau während der Umbruchzeit hin zu den erneuerbaren Energien gekommen.

          Mein Verantwortungsbereich ist das technische Risikomanagement für unsere mehr als 200 Wasserkraftwerke in Deutschland, Schweden, Spanien und Italien. An erster Stelle steht der sichere Betrieb: Aufgestautes Wasser speichert gewaltige Mengen an Energie. An unseren Dämmen müssen permanent die Kontrollroutinen geprüft und die Instandhaltung garantiert werden. Es gibt bei E.ON in jedem Land eigene Teams nur für Damm-Sicherheit.

          Oft geht es um die Berechnung technischer Risiken. Zum Beispiel bei jeder Turbine: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls? Wie hoch sind die damit verbundenen Folgekosten? Nur so können wir die Investitionen in Instandhaltung und Erneuerung der Maschinen richtig steuern. Das ist anspruchsvoller, als es klingt. Dem fünfköpfigen internationalen Team, das unter anderem dieses Risikomanagement verantwortet, habe ich fast vier Jahre angehört; seit einigen Monaten leite ich es. Wir geben die Methoden und Systeme für die Risikobewertung vor und helfen unseren Kollegen in den verschiedenen Ländern bei der Umsetzung. Das geschieht meist über Videokonferenzen von meinem Büro in Landshut aus. Reisen sind nötig, aber nicht die Regel.

          Als Wirtschaftsingenieurin mit Schwerpunkt E-Technik an der TU Braunschweig habe ich mich zwar immer an der Schnittstelle von Wirtschaft und Technik bewegt. Die größten Impulse für meine heutige Management-Tätigkeit kamen aber aus meiner Arbeit für eine studentische Unternehmensberatung. Die sogenannten weichen Themen, also alles, was zur Führung und Motivation eines Teams wichtig ist, lernt man nach meiner Erfahrung nicht in Vorlesungen, sondern in der Praxis. Meine Aufgaben sind äußerst komplex, sehr abwechslungsreich und durch den internationalen Aspekt zusätzlich fordernd. Anders als bei Solar- und Windkraftanlagen kann Wasserkraft eine zeitlich kons­tan­te Strommenge erzeugen und ist auch als Speichermedium nutzbar, weil man das Wasser zurückhalten oder wieder in die Höhe pumpen kann. Allerdings sind die Investitionen für neue Anlagen gewaltig. Wir haben einige geplante und teilweise sogar genehmigte Anlagen, die nur umgesetzt werden können, wenn sich der Energiemarkt ändert. Aber vielleicht ist der Tag nicht fern, an dem ich den kompletten Neubau eines Kraftwerkes be­gleiten kann. Das wäre natürlich die Erfüllung eines Traumes.“

          Porträt 2 | Lars Gehrke: Menschen in der Industrie 4.0

          Lars Gehrke, 26, arbeitet bei Volkswagen im Bereich IT, Produktion und Logistik und promoviert im Bereich Industrie 4.0. Der Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Maschinenbau ist daneben Gruppenleiter eines Projektes, das der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mit der Schwesterorganisation ASME aus den USA ausrichtet. Ein Jahr lang dürfen fünf nach strengen Kriterien ausgewählte Top-Ingenieure jeweils über ein Thema forschen. Das Team wählte den Arbeitstitel „Die Rolle des Menschen in der industriellen Produktion der Zukunft mit Industrie 4.0“.

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