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Serie: Mein erster Tag : Mein erster Tag bei Daimler

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Arbeiten bei Daimler: Lisa Scharrer arbeitet seit April für den Automobilhersteller. Bild: Daimler

Wie sieht der Unternehmensalltag bei Firmen eigentlich wirklich aus? In unserer Serie „Mein erster Tag“ berichtet Lisa Scharrer vom Arbeiten bei Daimler.

          Als Lisa Scharrer zum ersten Mal zur Arbeit fährt, ist sie positiv-aufgeregt und voller Vorfreude. Sie hat 30 Minuten Reservezeit eingeplant, schließlich wartet auf sie der erste Arbeitstag bei der Daimler AG. Auf dem Gelände des Mercedes-Benz-Werks in Stuttgart-Untertürkheim stellt sie ihr Auto ab. Wo sie hin muss, weiß sie unter anderem aus einem Brief, den ihr der Konzern vorab geschickt hat.

          Scharrer hat Wirtschaftsmathematik in Augsburg studiert. Schon früh war der 26-Jährigen klar, dass sie als Trainee in einem großen Konzern anfangen wollte. Die Stellenbeschreibung von Daimler sei sehr konkret gewesen, das habe ihr gefallen, neben der Branche, dem sogenannten Traineeprogramm „CAReer“ und der langen Tradition des Unternehmens. „Außerdem gehört ein Auslandseinsatz zum Traineeprogramm, für mich geht es nach Argentinien“, sagt sie. 

           

          Arbeiten bei Daimler – mit 169.000 Kollegen

          Daimler, ein Konzern mit deutschlandweit 169.000 Mitarbeitern, bildet seine Trainees in seinem CAReer-Programm aus – allein 2014 waren es mehr als 200. Das Programm dauert 15 bis 18 Monate. In dieser Zeit lernen die Trainees unterschiedliche Bereiche des Unternehmens kennen.

          Daimler ist ein großer Konzern – das merkt man schon daran, wie der erste Arbeitstag organisiert ist. Scharrer sitzt am 1. April neben 200 Berufseinsteigern im Saal. Gewerkschafter und Führungskräfte stellen sich vor. Diese Veranstaltung nennt sich „Day One“. Es gibt mehrere Infostände, zum Beispiel zur Daimler Betriebskrankenkasse oder zur Betriebssportgruppe SG Stern. An einem der Recruitingstände erhält Scharrer ihren Werksausweis.

          Mittags fährt sie weiter zu ihrem künftigen Arbeitsplatz. Dort nimmt der Teamleiter sie in Empfang – und bietet ihr direkt das Du an. Scharrer freut sich darüber. „Das macht die Kommunikation unkompliziert und locker“, sagt sie. Er stellt ihr das Team vor, dann gehen alle gemeinsam Mittagessen. Private Themen stehen im Vordergrund, die neuen Kollegen sind neugierig: Wo kommt sie hier? Was macht sie in ihrer Freizeit? Besonders am ersten Tag ist Smalltalk wichtig.

           

          Arbeitsalltag bei Daimler: Weichenstellung am ersten Tag

          Zurück im Büro folgt für Scharrer der organisatorische Teil. Wo ist das Intranet? Welche Laufwerke gibt es? Dann erhält sie das Büromaterial. Es sei eine kleine Shoppingtour gewesen, erzählt sie scherzhaft. Sie sucht sich einen Druckbleistift und Minen, ein Lineal und einen Tacker aus. In ihrem Job hat sie viel mit Zahlen zu tun: Sie arbeitet bei Daimler in der Vertriebsprogrammplanung und plant den mittelfristigen Absatz für das Geschäftsfeld Vans.

          Noch während der Computer eingerichtet wird, geht es im Gespräch mit dem Teamleiter und einer Kollegin um die Zukunft: Welche Aufgaben soll Scharrer übernehmen? Liegt das auch in ihrem Interesse? Ist sie bereit, Verantwortung zu übernehmen? Scharrer stellt hier die Weichen für die nächsten Monate.

          Nach dieser Abstimmung geht es weiter zum Abteilungsleiter. Mit ihm vereinbart sie einen Termin für ein gemeinsames Gespräch – die Vorgesetzten sollen in dem Traineeprogramm auch als Mentoren fungieren. Dann ist der Tag auch schon vorbei. Nach acht Stunden steigt Scharrer in den Oldtimer, den sie von ihrer Oma geerbt hat. Es ist – wie passend – ein alter Mercedes.

          Quelle: F.A.Z.

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