http://www.faz.net/-i7g-869lj

Serie: Mein erster Tag : Mein erster Tag bei Dehn

  • -Aktualisiert am

Die Arbeit im Familienunternehmen überzeugt oft durch einen hohen Zusammenhalt unter den Kollegen – und auch ein Mittagessen mit dem Chef ist mal drin. Bild: Monkeybusinessimage/iStock/Getty Images

Wie sieht der Unternehmensalltag bei Firmen eigentlich wirklich aus? In unserer Serie „Mein erster Tag“ berichtet Patrick Spangler vom Arbeiten beim Familienunternehmen Dehn.

          An seinem ersten Arbeitstag steht Patrick Spangler um 5:30 Uhr auf. Er muss nach Neumarkt – das liegt 60 Kilometer von seinem Heimatdorf bei Regensburg entfernt. Also fährt der Berufseinsteiger zeitig los. „Ich wollte auf keinen Fall zu spät kommen“, sagt er. Stattdessen ist er an diesem 16. März ganze 20 Minuten zu früh da.

          Um 7:55 Uhr betritt der 24-Jährige die Firma. Die Teamassistentin holt ihn an der Rezeption ab und begleitet ihn in die Personalabteilung. Dort erhält er seine Unterlagen und einen Zugangschip, außerdem erklärt man ihm die Urlaubsregelung. Spangler fängt im Familienunternehmen Dehn und Söhne an, das auf Überspannungsschutz, Blitzschutz und Arbeitsschutz spezialisiert ist. Weltweit arbeiten etwa 1.600 Mitarbeiter für die Firma.

          Gegen 8:45 Uhr bringt ihn die Assistentin ins Büro. Dort begrüßen ihn sein Chef und die neuen Kollegen. Die meisten kennt er schon – sie wurden ihm vorgestellt, als er zwei Wochen zuvor den Vertrag im Unternehmen unterschrieben hatte. Das dämpft die Nervosität. „Die Atmosphäre war offen und locker“, sagt er. „Die Kollegen haben mir gleich das Du angeboten.“

          Großer Zusammenhalt im Familienunternehmen

          Um 9 Uhr beginnt die Frühstückspause. Sie dauert, wie immer, 15 Minuten. Die Kollegen sitzen an einem großen Tisch zusammen. „Da wird man als Neuer ein bisschen ausgefragt, das ist ja selbstverständlich“, sagt er später. Die Kollegen wollen wissen, was er in seiner Freizeit macht und wo er herkommt. Spangler hat in Regensburg eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme absolviert und danach Elektro- und Informationstechnik studiert. Er wurde durch Mundpropaganda auf die Firma Dehn aufmerksam. „Der Zusammenhalt in der Firma ist sehr groß“, sagt er.

          Nach dem Frühstück erklärt ihm ein Kollege die Programme. Spangler schreibt eifrig mit, er hat sich dafür extra ein Notizbuch besorgt.

           

          Arbeiten im Familienunternehmen: Mittagessen mit dem Chef

          Spangler wurde als Produktmanager eingestellt, er betreut Überspannungsschutzgeräte im Energiebereich und ist gewissermaßen für diesen Produktbereich das Bindeglied zwischen Vertrieb und Entwicklung. „Die Firma hat mir den Einstieg so leicht wie möglich gemacht“, sagt er. Gleich am ersten Tag erhält er einen Einarbeitungsplan – in einer Excel-Tabelle stehen die Termine der nächsten Tage. Spangler soll alle Personen kennenlernen, mit denen er oft zu tun haben wird: Vertriebsleiter, Regionalleiter, Techniker und Entwickler. Um sich die ganzen Gesichter zu merken, nutzt er eine Funktion im Intranet: Wenn er dort das Kürzel eines Kollegen eingibt, erscheinen dessen Foto und Kontaktdaten.

          Mittags lädt ihn der Chef in die Kantine ein. „Es war ein lockeres Gespräch. Er hat mich gefragt, wie die Anreise war und wann ich losfahren musste – lauter solche Sachen.“ Nach dem Essen setzt er sich wieder mit den Kollegen zusammen, dann geht die Einarbeitung weiter. Über den ganzen Tag hinweg löst er kleine Aufgaben und befasst sich mit den Programmen. Am Nachmittag folgt ein Gespräch mit einem weiteren Vorgesetzten. Darin geht es um die kommenden Monate. Gegen 16 Uhr ist Feierabend. „Der erste Tag ist schnell rumgegangen“, sagt Spangler. „Man lernt viele neue Leute kennen – und mit den meisten redet man ja auch etwas länger.“

          Topmeldungen

          Missbrauchsskandal : Entzieht der Kirche das Geld!

          Die Immunisierung der Amtskirche beruht auf der Sicherheit ihrer Repräsentanten, die Finanzierung sei nachhaltig gesichert. Dreht man ihnen den Geldhahn zu, würde dies eine positive Erschütterung auslösen.
          Mahner im Erfolg: Lucien Favre warnt vor Übermut beim BVB.

          Borussia Dortmund: : Favre mahnt nach Torgala

          Die Torfabrik von Borussia Dortmund produzierte auch nach der Länderspielpause sofort wieder reichlich Treffer. Nach dem 4:0 in Stuttgart sind es schon 27. Trainer Favre findet dennoch Kritikpunkte.
          Innere Artenkrise: Unser Mikrobiom verarmt.

          Artenschwund im Darm : Eine Arche für unsere Gesundheit

          Die Natur verarmt, sogar die im Bauch. Eintönigkeit aber ist gefährlich, die Darmflora hält uns gesund. Deshalb würden Forscher gerne die Mikroben der Ureinwohner anzapfen. Eine Glosse über den Plünderethos.