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Erste Joberfahrung : Was gegen den Praxisschock hilft

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Die meisten Kollegen finden am ersten Tag in der Regel zunächst nur Zeit für einen kurzen Handschlag oder ein freundliches Nicken im Vorbeilaufen. Bild: Eva Revolver/SEPIA

Berufsanfänger haben meist große Erwartungen. Doch die erste Zeit im Job verläuft oft anders als gedacht. Wie viel Stress ist normal? Und wann sollte man die Notbremse ziehen?

          Auf den ersten Job nach dem Abschluss fiebern viele Absolventen lange hin: Endlich zeigen, was man kann. Endlich die vielen Ideen umsetzen und all das Wissen nutzen, das man im Studium gesammelt hat. Endlich eine richtige Arbeitsstelle mit eigener Verantwortung, eigenem Schreibtisch, eigenem Aufgabengebiet – und richtigem Gehalt. Nicht mehr bloß das nächste zeitlich begrenzte Praktikum oder der Nebenjob. Endlich die Karriere starten. Endlich ernst genommen werden.

          Doch die Realität im ersten Job sieht oft erst mal anders aus. Nicht immer decken sich die Erwartungen mit den Verhältnissen im Unternehmen. Mit welchen Startschwierigkeiten Einsteiger rechnen sollten – und wie sie damit umgehen können.

          Die ersten Tage: Kollegen kennenlernen

          Der erste Tag im ersten richtigen Job nach der Uni lässt keinen Berufseinsteiger kalt. Schon Wochen vorher machen sich viele Absolventen Gedanken: Was ziehe ich an? Wie sind die Kollegen, was erwartet der Chef von mir? Wie stelle ich mich vor? Und: Wie schaffe ich es, mir all die neuen Namen zu merken und mich nicht zu blamieren?

          Bei der ganzen Aufregung sollte man allerdings nicht vergessen, dass der persönliche Tag null für die neuen Kollegen ein Arbeitstag wie jeder andere ist. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass kein ebenso aufgeregtes Empfangskomitee enthusiastisch auf die oder den Neuen wartet – sondern dass die meisten Kollegen zunächst nur Zeit für einen kurzen Handschlag oder ein freundliches Nicken im Vorbeilaufen finden statt für ausführliche Vorstellungsrunden. Statt wie erhofft schnell Eindruck bei Chef und Team zu machen, verbringen Einsteiger die ersten Tage oft erst mal mit Terminen bei der Personalabteilung und mit den IT-Experten, die den Computer einrichten.

          Praxistipp: Bleib freundlich

          Von Kollegen, die sich für die oder den Neuen erst mal herzlich wenig interessieren oder sich nicht mal den Namen merken, sollten Einsteiger sich nicht verunsichern lassen. „Das kann im alltäglichen Stress schon mal passieren“, sagt Karriereberaterin Doris Brenner. „Wichtig ist, dass man trotzdem freundlich auf die Kollegen zugeht und sich kurz vorstellt, sobald sich eine gute Gelegenheit ergibt.“

          Die ersten Wochen: Aufgabenbereich und Arbeitsabläufe

          Frust droht auch, wenn Einsteiger der Übereifer packt und sie zu schnell durchstarten wollen. Denn meist haben Berufsanfänger noch keine genaue Vorstellung davon, was eigentlich ganz konkret ihre Aufgaben sind, was Kollegen und Vorgesetzte von ihnen erwarten. „Gleichzeitig trauen sie sich aber nicht, einfach offen danach zu fragen, weil sie sich keine Blöße geben wollen“, sagt Ragna Lienke, Psychologin und Karriereberaterin beim Beratungsinstitut Artop an der Humboldt-Universität Berlin. Mancher Einsteiger legt dann einfach auf gut Glück so los, wie er es für richtig hält. Man soll ja schließlich Eigeninitiative zeigen, oder? Aktionismus kann allerdings nach hinten losgehen, warnt Lienke. „Wenn Anfänger sich nicht ausreichend Zeit nehmen, ihren Aufgabenbereich, die Unternehmenskultur und die Arbeitsabläufe kennenzulernen, ecken sie schnell bei Kollegen an, überfordern sich oder machen inhaltliche Fehler.“

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