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A bis Z : Was Berufseinsteiger beim Arbeitszeugnis beachten sollten

  • -Aktualisiert am

Bild: Faz

Von A wie Aufbau bis Z wie Zwischenzeugnis

          A wie Aufbau:

          Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält neben der Einleitung mit den persönlichen Daten, dem Zeitraum der Beschäftigung, der Position und einem kurzen Firmenportrait Angaben zu den Aufgaben, die Beurteilung von Leistung und Verhalten sowie die Schlussformel mit Bedauern und guten Wünschen für die Zukunft. Aus der Aufgabenbeschreibung sollte so konkret wie möglich hervorgehen, an welchen Projekten der Mitarbeiter gearbeitet hat und welche Ideen er gegebenenfalls ins Unternehmen eingebracht hat.

          B wie Berichtigungsanspruch:

          Wenn das Zeugnis nicht den Anforderungen entspricht oder Unwahrheiten beinhaltet, hat man Anspruch auf Berichtigung. Am besten schriftlich darum bitten und eine Frist setzen. Es gibt zwar keine eindeutige rechtliche Regelung, wie lange ein Arbeitgeber das Zeugnis berichtigen muss, allerdings erlischt der Anspruch allgemeinhin schnell. Juristen empfehlen, Kritik zeitnah zu äußern. Wer glaubt, seine Beurteilung müsse gut oder sehr gut ausfallen, trägt auch die Beweislast. Es genügt für eine bessere Bewertung beispielsweise nicht, nie kritisiert worden zu sein.

          E wie Ende des Arbeitsverhältnisses:

          Der neue Arbeitgeber sollte erkennen können, ob das Arbeitsverhältnis auf Wunsch des Kandidaten, einvernehmlich oder betriebsbedingt beendet wurde. Wenn dies innerhalb der Probezeit geschah, ist die Angabe nicht nötig. Generell hat jeder Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, es sei denn, die Unternehmenszugehörigkeit war nur sehr kurz – in der Regel bekommt man ein qualifiziertes Zeugnis ab drei Monaten.

          G wie grüner Klee:

          1963 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Arbeitgeber sich nur wohlwollend über ehemalige Mitarbeiter äußern dürfen, damit deren Berufsleben nicht verbaut wird. Dass Arbeitszeugnisse sich häufig so lobhudelig lesen, liegt also vor allem daran, dass Arbeitgeber sich vor rechtlichen Auseinandersetzungen schützen wollen. Deshalb ist die Aussagekraft der Zeugnisse umstritten – manche Personalberater wünschen sich, dass Deutschland sich ein Beispiel an den neutralen Tätigkeitsbeschreibungen nimmt, die im angelsächsischen Raum üblich sind. Dort drücken Arbeitgeber ihr Wohlwollen mit gesonderten Empfehlungsschreiben aus.

          K wie Kritik:

          Arbeitgeber verpacken sie am ehesten in Auslassungen – sie schreiben dann zum Beispiel kaum etwas zum Verhalten, sparen bei den Zukunftswünschen, nennen den Grund des Ausscheidens nicht oder ändern die eigentlich übliche Reihenfolge innerhalb eines Absatzes.
           

          N wie Nachfragen:

          Es liegt in der Verantwortung des Mitarbeiters, den Zeugnisanspruch geltend zu machen – idealerweise bittet man bereits im Kündigungsschreiben darum. Laut Gesetz besteht der Anspruch drei Jahre lang, kann allerdings vorher verwirkt werden, wenn er nicht geltend gemacht wurde. Regelmäßiges Nachfragen ist also Pflicht.

          R wie Reihenfolge:

          Auch sie ist von Bedeutung – in der Beschreibung der Aufgaben sollten wichtige Tätigkeiten vor Routineaufgaben stehen, in der Verhaltensbeurteilung die Vorgesetzten vor Kollegen und Kunden genannt, in der Schlussformel der „weitere Erfolg“ zuerst für das Berufs- und danach für das Privatleben gewünscht werden.

          W wie Wertung:

          Im Arbeitszeugnis wirken Adverbien, Adjektive und ihre Abstufungen wie Noten. Ein Beispiel: „Max Mustermann arbeitete stets sehr effizient und bewies herausragendes Organisationsgeschick“ entspräche der Note 1. „Max Mustermann arbeitete sehr effizient und bewies gutes Organisationsgeschick“ wäre die Note 2. „Max Mustermann arbeitete effizient und bewies Organisationsgeschick“ käme einer Note 3 gleich. Formulierungen wie „stets“, „vollsten“ und „hervorragend“ sind also die Bienchen der Arbeitszeugnis-Bewertung, während „im Allgemeinen“, „im Großen und Ganzen“ und „meist“ eher Kritik andeuten.

          Z wie Zwischenzeugnis:

          Es wird ausgestellt, wenn der Mitarbeiter in eine andere Abteilung wechselt, die Unternehmensstruktur sich ändert , ein neuer Vorgesetzter kommt oder der Mitarbeiter in Elternzeit geht, und unterscheidet sich vom „normalen“ Arbeitszeugnis nur im Schlussteil. Dort wird nicht der Weggang bedauert, sondern eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit gewünscht.

          Quelle: F.A.Z

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