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Veröffentlicht: 07.10.2015, 08:40 Uhr

Berufswahl Was will ich wirklich? Tipps vom Experten für die Berufswahl

Welcher Job passt wirklich zu mir? Wo will ich hin, wie will ich arbeiten? Barbara Haag, Personalberaterin und Autorin von Karriereratgebern, weiß, wie Absolventen einen Job finden, der wirklich zu ihnen passt.

von Lisa König
© Purestock/Thinkstock/Getty Images Wo und wie will ich arbeiten? Diese Frage sollten sich Absolventen bei der Berufsplanung und Berufswahl grundsätzlich stellen. Die Motivlehre hilft dabei.

Frau Haag, wie kann ein Berufseinsteiger herausfinden, welcher Job wirklich zu ihm passt?

Absolventen sollten vor der Jobsuche ihre persönlichen Motive kennen. Das bedeutet, jeder sollte sich fragen: Was treibt mich an? Was lenkt mein Verhalten? Daraus lässt sich ableiten, was nötig ist, um Freude, Antrieb und Erfolg zu erleben. Mit der Beantwortung dieser Fragen beschäftigt sich die Motivlehre.

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Inwiefern kann die Motivlehre bei der Berufsplanung behilflich sein?

Motive sind fest in uns verankert und lassen sich willentlich nicht verändern. Sie entscheiden darüber, ob wir Freude im Job empfinden und durchhalten, auch wenn es mal schwierig wird.

Wer seine Motivstruktur kennt, kann seine Berufsplanung gezielt angehen. Er weiß eben nicht nur, was er kann, sondern auch, welche Rahmenbedingungen er braucht, um dauerhaft motiviert zu sein. Somit kann er beispielsweise im Vorfeld abklären, ob er eine Führungs- oder doch lieber eine Expertenlaufbahn einschlagen sollte, ob er geeignet ist für die Arbeit in einem Konzern, einem Startup oder in der Selbstständigkeit und wie essentiell für ihn vernetztes Arbeiten, Struktur und Handlungsspielraum sind.

Barbara Haag © privat Vergrößern Barbara Haag ist Leiterin des Beratungsinstituts kopfarbeit und Autorin von Karriereratgebern.

Welche Motive gibt es?

Der US-Verhaltensforscher David McClelland definierte die drei Motive Leistung, Freundschaft und Macht. Das Machtmotiv lässt sich außerdem in zwei Unterfacetten teilen. Wir sprechen deswegen heute von fünf Motiven: Leistung, Freundschaft, Autonomie, Wettbewerb und Vision.

Tipp für die Berufswahl: ein Motivtest

Wie kann ein Berufseinsteiger seine persönlichen Motive herausfinden?

Anders als Verhalten, Fähigkeiten und Kompetenzen sind Motive nicht unmittelbar beobachtbar. Sie liegen im Verborgenen. Identisches Verhalten kann durch unterschiedliche Motive begründet sein. Auch Kompetenzen sagen nichts über Motive aus. Nur weil jemand eine Promotion mit summa cum laude bestanden hat, muss er noch lange kein ausgeprägtes Leistungsmotiv aufweisen. Auch Gespräche mit Lehrkräften, Freunden oder der Familie helfen häufig nicht weiter. Deshalb rate ich entweder zu einem Gespräch mit einem auf diesem Gebiet geschulten Coach oder zu der günstigeren und pragmatischen Variante – einem Motivtest.

Angenommen ein Berufseinsteiger kennt die eigenen Motive bereits. Wie kann er herausfinden, ob eine ausgeschriebene Stelle wirklich passt?

Gezielte Fragen an den Personaler und eine gründliche Internetrecherche ermöglichen meist einen guten Einblick. So sollte etwa ein Autonomiemotivierter vor Berufsstart abklopfen, wie sehr die Unternehmenskultur Innovation und Querdenken zulässt und wie viel Freiräume ihm geboten werden. Stark hierarchische Strukturen, lange Entscheidungswege, das Festhalten an eingefahrenen Prozessen etwa würden ihn frustrieren.

Probleme bei der Berufswahl: Wenn sich Traumarbeitgeber ins Gegenteil verkehren

Welche Tipps geben Sie Berufseinsteigern für die Suche nach dem Traumjob?

Ich empfehle jedem, sich ernsthaft mit seinen Motiven zu beschäftigen und den Job zu suchen, in dem seine Motive und die Anforderungen gut aufeinander abgestimmt sind. Vermeintliche Traumarbeitgeber verkehren sich möglicherweise so ins Gegenteil, andere erscheinen in neuem Licht. Nicht blenden lassen sollten man sich von einem Internetauftritt und Hochglanzbroschüren, sondern mit gezielten Fragen hinter die Fassade schauen: Finde ich hier das, was zu mir und meiner Motivstruktur passt? Der Erfolg stellt sich dann von ganz alleine ein.

(lik)

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