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Business Angels : Mit Hilfe der Löwen

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Bis an die Börse ist es ein weiter Weg für Unternehmen. Geldgeber benötigen sie auch schon vorher. Start-ups in der Frühphase können auf die finanzielle Unterstützung von Business Angeln setzen. Bild: Picture alliance/Westend61

Private Investoren, sogenannte Business Angels, sichern die Existenz von Start-ups in der Frühphase. Wie kommen die beiden Seiten zusammen? Und wie profitieren sie voneinander?

          Ralf Dümmel, Judith Williams, Carsten Maschmeyer, Frank Thelen und Jochen Schweizer sind fünf erfolgreiche Unternehmer mit dem Wunsch zu investieren. Der Fernsehsender Vox nennt sie „Löwen“ und die Sendung, in der sie auftreten, „Die Höhle der Löwen“. Im vergangenen Herbst brachte die Show dem Sender Rekordquoten und einigen Gründern die Chance, einen Investor zu finden, der ihre Start-up-Idee finanziell unterstützt. Derzeit wird die vierte Staffel vorbereitet. Für die Show müssen die Gründer das Team und die Unternehmensvision überzeugend präsentieren, die bisherigen Schritte der Unternehmung darstellen – und auch die Höhe und den Verwendungszweck der Finanzspritze, die sie sich von den „Löwen“ für die Unternehmensweiterentwicklung erhoffen.

          Was sich im Studio in 120 Sendeminuten abspielt – und im glücklichen Fall mit der Zusicherung einer Finanzierung endet –, dauert unter realen Bedingungen deutlich länger. Der wahre Verdienst der Sendung liegt wohl eher darin, die Start-up-Kultur im öffentlichen Bewusstsein etabliert zu haben. Und sie zeigt, wie wichtig bei einer erfolgversprechenden Gründung eine gute Finanzierung ist.

          Doch wann kommen private Investoren bei Unternehmensgründungen überhaupt ins Spiel? Wie finden junge Start-ups und Investoren zusammen, wenn nicht gerade im Fernsehen? Und wie kann der Start in eine Zusammenarbeit mit den sogenannten Business Angels (BAs) gelingen?

          Gesundes Wachstum durch Finanzspritze

          Das System der privaten Unterstützer in der Wirtschaft ist historisch erprobt. Schon große deutsche Unternehmer wie Werner von Siemens, Alfred und Carl Mannesmann oder Ferdinand Graf von Zeppelin seien von privaten Investoren unterstützt worden, die ihnen mit Kapital, Knowhow und Kontakten zur Seite standen, sagt Andreas Lukic, Vorsitzender des Business Angels Frankfurt-Rhein-Main e.V. Sie hätten neue Firmen und Erfindungen in die Welt gesetzt und die Wirtschaft aufgebaut. „Soll ein Unternehmen nachhaltig wachsen, sind die Gründer in den allermeisten Fällen auf privates Eigenkapital angewiesen“, erklärt Lukic. „Große Ausnahmen sind hier nur Leute, die entweder selbst richtig reich sind oder eine Geschäftsidee umsetzen, die von sich aus explodiert – wie etwa die Erfindung eines Computerspiels, dessen Finanzierung vollständig von einem großen Verlag übernommen werden kann.“ Allerdings: Das ist bei den meisten Gründern nicht der Fall. Dann können in der Frühphase (Seed-Phase) der Unternehmung die klassischen Business Angels helfen, zu denen auch die „Löwen“-Truppe von Vox zählt. „Business Angels investieren im fünf- bis sechsstelligen Bereich, meist im Bereich ab 100.000 Euro bis hin zu einer halben Million Euro“, so Lukic.

          Die Finanzierungskette muss man sich so vorstellen: Zu Beginn startet der Gründer oftmals mit eigenem Kapital – mit persönlich Erspartem oder Geld aus dem Familien- oder Freundeskreis. Das sind Summen im Bereich von wenigen 10.000 Euro. Für jede weitere Finanzierung muss man dann ungefähr mit dem Faktor 10 rechnen. Hier kommen die BAs ins Spiel. „In technischen Start-ups wird in dieser Phase normalerweise der Prototyp entwickelt“, so Lukic. Die erste Finanzierungsrunde durch einen Investor ist oftmals die Basis für ein gesundes Wachstum.

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