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Strategie : Fünf Faustregeln für den Erfolg im Business

  • -Aktualisiert am

Bild: Detecon

BWL-Student Florian Gapsar lenkt beim Detecon Mobile Award ein virtuelles Start-up-Unternehmen.

          „Wie in jedem Spiel geht es darum, besser als andere zu sein“, sagt Florian Gaspar. Er ist die derzeitige Nummer eins unter den rund 2000 Teilnehmern von Deutschlands größtem Internet-Planspiel für Studenten und Young Professionals. Der Detecon Mobile Award findet bereits zum siebten Mal statt. Kooperationspartner ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. In diesem Jahr agieren Gaspar und die anderen Teilnehmer als Geschäftsführer eines fiktiven Elektroauto-Start-ups. Sie sind gefordert, das Unternehmen strategisch und mit kreativen Ideen am Markt zu eta­blieren. Seinen Spielerfolg führt Gaspar auf fünf Faustregeln zurück, die sich auf sämtliche Projekte über­tragen lassen - sei es im Studium oder im ersten Job.

          1. Eine klare Strategie verfolgen
          „Wenn man kein Ziel hat, ist es schwierig anzukommen“, weiß der Nachwuchsmanager, der momentan an der Stockholm School of Economics einen Master in BWL absolviert. Daher sei es richtungweisend, gleich zu Beginn eines Vorhabens eine klare Strategie auszuarbeiten und diese im Verlauf an eintretende Gegebenheiten anzupassen. „Hier im Planspiel sind das beispielsweise die knapper werdenden Rohstoffe, unberechenbare Aktionen von Mitbewerbern oder je nach Wirtschaftslage die Kaufkraft der Kunden.“

          2. Verantwortung abgeben
          Gaspar setzt auf Teamarbeit: „Aufgaben teilen und Verantwortung abzugeben erhöht die Effizienz.“ Das spare Zeit. Zudem sei ein Team bei der Ideenfindung gegenüber einer Einzelperson klar im Vorteil. Insbesondere Fleißaufgaben wie eine gründliche Marktrecherche hätten er und drei weitere Mitspieler deshalb unter sich aufgeteilt.

          3. Gründlich recherchieren
          Recherchierte Informationen priorisieren und sinnvoll zusammenzufügen - das ist für Gaspar das A und O. Beim Detecon Mobile Award seien dies hauptsächlich soziodemographische, wirtschaftliche und verkaufs­psychologische Marktinformationen. Diesen zufolge setzt der Top-Scorer auf eine Premium-Strategie mit qualitativ hochwertigen Autos - andere Mitspieler wiederum als Billiganbieter auf aggressive Werbung und Massenprodukte. „Das kommt für mich nicht in Frage. Elektroautos sind relativ teuer. Sie sprechen eher betuchte Kunden an, die erstklassige Autos mit Extra-Features kaufen“, schlussfolgert der BWL-Student. Seine Rechnung scheint aufzugehen.

          4. Wirkungszusammenhänge erkennen
          „Ein weiterer Erfolgsfaktor besteht darin, Wirkungszusammenhänge von Gegebenheiten zu erkennen“, weiß der Student. So muss er beispielsweise vorausberechnen, wie es den Markt beeinflusst, wenn er die Preise seiner Elektroautos senkt beziehungsweise erhöht. Dafür müssen die Teilnehmer des Planspiels zumindest grob wissen wie eine Gewinn- und Verlustrechnung funktioniert. „Die Grundrechenarten reichen allerdings aus“, meint Gaspar.

          5. Best Practices nutzen
          Zugute kommt dem Erstplatzierten auch seine Erfahrung aus anderen Planspielen. Er weiß, wie der Hase läuft und setzt auf praxiserprobtes Vorgehen. „Theoretisch Gelerntes anzuwenden bringt generell einen großen Lerneffekt“, so der Student. „Gewisse theoretische Kennzahlen habe ich im Studium nicht ganz verstanden. Durch das Spiel wurden sie mir klar.“
          Auch für die eigene Karriere sieht Gaspar seine Teilnahme an den Planspielen förderlich. „Zum einen zeigt sie unternehmerisches Engagement, zum anderen ergeben sich Kontakte zu den veranstaltenden Unternehmen als potenzielle Arbeitgeber“, so Gaspar. Für ihn sei dies jedoch momentan nicht maßgeblich. Er möchte sich nach dem Studium selbstständig machen und Managementschulungen auf Basis von Planspielen anbieten.

          Quelle: Hochschulanzeiger Nr. 113, 2011, Seite 14

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