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Karriere als Ingenieur : Die Visionäre: Karriere als Recycling-Ingenieur

Frank Philippe, 34, hilft als Head of Recycling & Casting dabei, Ressourcen zu sparen. Bild: Privat

Viele junge Studenten träumen von einer Karriere als Ingenieur. Der HOCHSCHULANZEIGER stellt junge Berufseinsteiger vor, die an Zukunftsprojekten mitwirken.Frank Philippe, 34, arbeitet daran, mithilfe von Recycling die Welt nachhaltiger zu machen.

          Ich wollte schon immer Ingenieur werden, weil …

          ... ich einen Beitrag zu einer besseren und nachhaltigen Welt leisten wollte. In einer wachsenden und sich entwickelnden Welt ist ein schonender und effizienter Umgang mit Naturressourcen unerlässlich. 

          Meinen Karriereeinstieg bei Hydro Aluminium als Projektingenieur in Forschung und Entwicklung habe ich gewählt, weil …

          … ich dort Spezialisten-Know-how aus der Forschung in Verbesserungen und Innovationen auf operativer Ebene einfließen lassen kann. Ich hatte von Anfang an die Möglichkeit, viel von Forschern und Wissenschaftlern zu lernen und dieses Wissen in Produktionsstandorten in ganz Europa umzusetzen.

           

          Karriere als Recycling-Ingenieur: Geringerer Energieverbrauch

           

          Heute arbeite ich an …

          … Themen rund um die Aluminiumproduktion – vom Recycling des Materials bis zur Gießerei, in der das Metall abgemischt und neu geformt wird. Diese Prozesse funktionieren inzwischen so effizient, dass man tatsächlich weniger Energie benötigt, um zum Beispiel die Alufolie für das Butterbrot zu recyceln, als eine Brotdose in der Spülmaschine zu reinigen. Wiederverwertbarkeit und Effizienz machen Aluminium so zum Stoff, aus dem die Zukunft geformt wird. Auch wenn es letztlich um Produkte geht – das Fundament sind effiziente Prozesse auf allen Ebenen. Ein Prozess ist nie besser als der Mensch, der ihn bedient. Der Umgang mit Menschen macht somit einen Großteil des Arbeitsalltags aus. Genau das macht meine Arbeit lebendig; es geht um Motivation, Emotionen, Zusammenarbeit und Vertrauen.

          Mit diesem Projekt trage ich dazu bei, dass …

          … Aluminiumprodukte – etwa für den Transport von Waren oder für Verpackungen – über ihren Lebenszyklus mehr CO2 einsparen, als zur Herstellung des Produkts benötigt wird. So kann der Milchkarton dank eines hauchdünnen Alu-Schutzfilms die Milch auch ohne Kühlung länger frisch halten. Und Autos kommen dank Bauteilen aus Aluminium leichter und somit effizienter ans Ziel.

           

          Arbeiten als Ingenieur: Persönlichkeit abseits des Hochschulalltags

           

          Bei meinen Bewerbungen habe ich gemerkt, dass …

          … man auf ganzer Linie gut aufgestellt sein muss. Gute Noten oder zum Beispiel Auslandserfahrung sollte man nicht als Ruhekissen sehen, auf denen man sich ausruhen kann. Wichtig ist zum Beispiel auch, eine eigene Persönlichkeit abseits des Hochschulalltags zu entwickeln.

          Die Herausforderung meiner Arbeit ist für mich, …

          … stets die richtigen Prioritäten zu setzen. Man kann nicht alle Verbesserungspotentiale gleichzeitig bearbeiten. Ein langfristiges Ziel und eine klare Strategie zu entwickeln und zu kommunizieren ist dabei unerlässlich.

          Studenten, die Ingenieur werden wollen, empfehle ich, …

          … sich thematisch nicht zu früh einzuschränken und die Studienzeit zu nutzen, um währenddessen mehr als nur einen Bereich kennenzulernen. Man erkennt oft erst nach Jahren, wie wichtig der eine oder andere Blick über den Tellerrand ist beziehungsweise war. Außerdem wird meiner Ansicht nach das Thema Sozialkompetenz weiterhin unterschätzt. Studenten sind gut beraten, sich in Eigenregie fit für den Berufseinstieg zu machen.

          Wenn ich könnte, dann würde ich …

          … jeden einzelnen Menschen vom Gedanken der Nachhaltigkeit überzeugen. Die Summe der Individuen entscheidet durch Verhalten und Lebensgewohnheiten, wohin die Reise geht. Aluminium spielt dabei eine wichtige Rolle.

          Frank Philippe

          Frank Philippe, 34, Head of Recycling & Casting, Hydro Aluminium Rolled Products GmbH        

          Studium: Maschinenbau/Mechatronik, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

          Abschluss: Diplomingenieur, 2006

          Quelle: F.A.Z.

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