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Ingenieure& Entwicklungshelfer : Ingenieure ohne Grenzen: Wie Studenten als Entwicklungshelfer die Welt verbessern

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Entwicklungshelfer neben dem Ingenieurstudium: Lukas Kleine (3 v.l.) versucht Einheimische bei der Trinkwasserversorgung in Haiti einzubinden. Bild: Privat

Entwicklungshelfer neben dem Ingenieurstudium? Für die rund 850 aktiven Ingenieurstudenten der Hilfsorganisation „Ingenieure ohne Grenzen“ ist das Alltag. Ob Fidschi, Marokko oder Kenia – die Ingenieurstudenten sind als Entwicklungshelfer auf der ganzen Welt unterwegs.

          Ein Auslandssemester auf den Fidschi-Inseln? Seltsame Idee. Der Inselstaat ist schließlich eher für Postkartenmotive als für seine Hochschulen bekannt. Für David Norta, der sich Fidschi im Jahr 2010 als Studienort ausgesucht hatte, war die prägendste Erfahrung damals aber das Leben abseits der schönen Strände. „Fernab der Touristen, in den kleinen Dörfern sieht man, was die Leute für einen Bedarf haben“, erinnert sich der 29-jährige Maschinenbauingenieur für Energietechnik. Auf den entlegenen Inseln im Südpazifik wird Strom oft per Dieselgenerator erzeugt. Der Treibstoff muss eigens auf die Inseln transportiert werden. Das ist teuer und auch nicht gerade umweltschonend. 2010 hatte sich David vorgenommen, mit „Ingenieure ohne Grenzen“ auf die Insel nördlich von Neuseeland zurückzukehren. Vier Jahre später hat er als Leiter eines vierköpfigen Teams zusammen mit Studierenden der Fiji National University eine Solaranlage auf dem Dach einer Schule installiert. Unter widrigsten Umständen: „Man arbeitet bei 100 Prozent Luftfeuchte und 35 Grad. Das schlaucht.“ Doch es hat sich gelohnt: Nach fünf Jahren haben Lehrer und Schüler der Vabea Primary School endlich Strom.

          Ingenieure ohne Grenzen: Engagement neben dem Studium

          Windkraft und Photovoltaik sind Davids Fachgebiete. Seit 2009 ist er einer von rund 850 Aktiven bei der 2003 in Marburg gegründeten Hilfsorganisation „Ingenieure ohne Grenzen“. Warum? „Weil ich etwas über andere Menschen lernen möchte, indem ich mit ihnen zusammenarbeite.“ Rund zwei Drittel der Freiwilligen engagieren sich neben dem Studium. Der gemeinnützige Verein ist deutschlandweit in über 30 Regionalgruppen organisiert und wird zentral aus der Berliner Geschäftsstelle gelenkt. Die Freiwilligen arbeiteten 2013 in 23 Ländern an 32 Projekten zu Themen wie Brücken- und Hochbau, Wasser-, Sanitärversorgung und erneuerbare Energien. Der größte Teil des Engagements erfolgt in Afrika, gefolgt von Asien, Lateinamerika und Ozeanien.

          Anfang des Jahres ist David zuletzt auf Fidschi gewesen. Die Menschen dort, so hofft er, können sich künftig selbst helfen. Das ist der Grundsatz der Projekte bei „Ingenieure ohne Grenzen“: Hilfe zur Selbsthilfe. Wichtiger als Technologien ist also der Wissenstransfer. „Bei guter Pflege kann eine Solaranlage mindestens zehn Jahre lang laufen. Aber nur wenn sie gepflegt und gewartet wird.“ Es komme vor, dass Technik beschädigt, zweckentfremdet oder gestohlen werde. All das wollen die „Ingenieure ohne Grenzen“ durch lange Planung, Bildungs- und Aufklärungsarbeit mit Unterstützern vor Ort verhindern.

          Durch sein Engagement hat David eine Menge gelernt, Improvisationstalent zum Beispiel – denn zu Problemen kommt es immer. Auf Fidschi wurde beinahe das gesamte Team krank. „Man muss einen Weg finden, Projekte auch ohne Deadlines zu planen.“ Heute macht David seinen deutsch-französischen Doppeldoktor an der RTWH Aachen und der Uni Luxemburg. Weil es die „Ingenieure ohne Grenzen“ dort noch nicht gab, hat er sie in Luxemburg 2013 selbst gegründet und wirbt seitdem fleißig neue Mitglieder.

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