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Ingenieurtypen : Ingenieurkarriere: Abseits von Maschinenbau und Co.

Lukas Zulehner, Vera Winter und Roland Gerdon über Ingenieurberufe abseits vom Maschinenbau. Bild: Sylvia Wolf

Es muss nicht immer die Ingenieurkarriere im Automobil- oder Maschinenbau sein. Auch abseits der klassischen Ingenieurdisziplinen gibt es spannende Berufsbilder. Sieben Ingenieurstypen.

          Ingenieurtyp Nr. 1: Der Wirtschaftsingenieur
           

          Wie sieht der Arbeitsalltag eines Wirtschaftsingenieurs aus?
          Es gibt keinen normalen Arbeitsalltag – genau das macht den Job interessant und abwechslungsreich. Wirtschaftsingenieure werden mit vielfältigen, verantwortungsvollen Aufgaben, etwa in Kundenteams oder im Controlling, betraut. Ein Einsatzbeispiel: Ein Absolvent befasst sich nach seinem Einstieg mit der Entwicklung eines weltweit gültigen Produktionssystems für die Fertigungsstandorte eines Unternehmens zur Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit, inklusive selbst durchgeführter Schulungen der Managementteams vor Ort.

          Warum werden Wirtschaftsingenieure gebraucht?
          Weil sie technischen Sachverstand und betriebswirtschaftliche Kompetenz kombinieren. Wirtschaftsingenieure sind Spezialisten für Produkt- und Prozesslösungen, die technisch machbar und finanziell rentabel sein sollen.

          Welche Voraussetzungen sollte ein Bewerber erfüllen?
          Ein Wirtschaftsingenieur sollte Offenheit für Neues, Einsatzwillen, Pragmatismus und Lernbereitschaft mitbringen. Ein guter Bewerber rundet sein Profil mit einem sehr guten Studienabschluss und persönlichen Eigenschaften wie Leistungsbereitschaft, Team- und Kommunikationsfähigkeit ab.

          Welche Rolle spielen praktische Erfahrungen?
          Insbesondere beim Direkteinstieg sind sie sehr wichtig. Der Bewerber sollte bereits über erste Erfahrungen im gewünschten Einsatzbereich verfügen, unabhängig davon, ob er sich diese über Praktika, eine Werkstudententätigkeit oder in einem Nebenjob angeeignet hat. Wenn der Absolvent zwar über Potentiale verfügt, ihm jedoch die praktische Erfahrung für die angestrebte Position fehlt, gibt es aber oft auch Weiterbildungsangebote und Einarbeitungsprogramme.

          Wie sieht ein typischer Karriereweg aus?
          Das hängt von der fachlichen und persönlichen Eignung ab. Als Wirtschaftsingenieur kann man die Führungs-, Fach- oder die Kundenprojektleiter-Laufbahn einschlagen.

          Über den Interviewpartner: Lukas Zulehner ist Fachgruppenleiter im Personalmarketing bei der Brose Gruppe.

           

          Ingenieurtyp Nr. 2: Die Elektroingenieurin
           

          Wie sieht der Arbeitsalltag eines Elektroingenieurs aus?
          Es gibt viele Tätigkeitsfelder für Elektroingenieure. Sie arbeiten bei Bosch zum Beispiel als Projektleiter in der Entwicklung mikromechanischer Sensoren, sogenannter MEMS, um etwa neue Sensoren für Smartphones auf den Markt zu bringen. Die Aufgaben bestehen zum Beispiel darin, als Schnittstelle zwischen Vorentwicklung und Marketing die technische Machbarkeit zu prüfen und Kundenvorgaben mit einem Team in technische Spezifikationen zu überführen. Abstimmungsrunden mit allen Beteiligten gehören ebenso dazu wie der regelmäßige Blick ins Entwicklungslabor.

          Warum werden Elektroingenieure gebraucht?
          Gerade MEMS-Sensoren sind der Grundbaustein der vernetzten Welt. Die nur wenige Millimeter kleinen Bauteile haben in ihrem Inneren mikro­skopisch feine Strukturen aus Silizium. Damit messen sie etwa Beschleunigung, Luftdruck oder Temperatur. Elektroingenieure bringen die besonderen Kompetenzen für Mikroelektronik, Sensorik oder technische Informatik mit, die es für die Entwicklung solcher MEMS-Sensoren braucht. Sie sind beispielsweise aber genauso gefragt, wenn es um Zukunftstechnologien der Elektromobilität geht.

          Welche Voraussetzungen sollte ein Bewerber erfüllen?
          Neben guten Studienabschlüssen sind auch besondere persönliche Eigenschaften gefragt. Dazu zählen die Problemlösungsorientierung sowie eine inhaltliche und räumliche Flexibilität, um etwa in internationalen Teams über Zeitzonen hinweg zusammenzuarbeiten, aber auch die Bereitschaft, sich regelmäßig weiterzubilden.

          Welche Rolle spielen praktische Erfahrungen?
          Praxiserfahrung ist grundsätzlich von Vorteil. In der Sensorentwicklung ist es wichtig, bei komplexen Systemen den Überblick zu behalten. Wer schon aus der Praxis weiß, wie man Hard- und Software gemeinsam zum Laufen bringt und eine Situation aus dem wahren Leben digital abbildet, kann besonders punkten.

          Wie sieht ein typischer Karriereweg aus?
          Als Berufseinsteiger stehen Elektroningenieuren bei uns drei Karrierepfade offen, die alle gleichwertig zu betrachten sind: die Führungs-, Fach- und Projektlaufbahn. Ein Wechsel zwischen diesen Bereichen ist möglich und wird von uns auch gefördert. Das eröffnet langjährige Entwicklungsperspektiven.

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