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Ingenieurkarriere : Ingenieurkarriere bei Hidden Champions – drei Erfahrungsberichte

  • -Aktualisiert am

Jochen Kroll, 30, arbeitet als Ingenieur bei der Herrenknecht AG in Schwanau Bild: Jochen Kroll, Privat

Es müssen nicht immer BMW, Siemens oder Airbus sein: Auch mittelständische Unternehmen bieten meist abseits der Großstädte spannende Aufgaben. Drei Ingenieure berichten von ihrer Karriere bei Hidden Champions.

          Ingenieurkarriere beim Weltmarktführer für Tunnelvortriebsmaschinen

          Interviewpartner Nr. 1: Jochen Kroll, 30, After-Sales-Service, Utility Tunnelling
          Standort: Schwanau
          Unternehmen: Herrenknecht AG, weltweit führend in der Herstellung von Tunnelvortriebsmaschinen

          Vor meinem Ingenieurstudium habe ich eine Ausbildung zum Mechatroniker bei einem Großkonzern absolviert. Meine Bachelorarbeit wollte ich aber bewusst bei einem Mittelständler schreiben, um auch diese Seite kennenzulernen. In Mumbai arbeiten unsere Kunden beispielsweise daran, die Frischwasserversorgung zu verbessern und so auch die Lebensqualität zu erhöhen. In städtischen Gebieten werden nicht nur Verkehrstunnel gebohrt, auch Ver- und Entsorgungsleitungen sind ein großes Thema – bis hin zum Hochwasserschutz.

          Als ich mein Praktikum im Rahmen der Bachelorarbeit begann, dachte ich, ich könne mit Glück vielleicht mal ins Ausland – nach drei Tagen flog ich bereits für zwei Wochen zur ersten Baustelle nach Warschau. Bei Rückfragen zu meiner Bachelorarbeit konnte ich mich direkt an meinen Vorgesetzten, ein Mitglied der Herrenknecht-Geschäftsleitung, wenden. Das wäre in einem Großkonzern kaum denkbar gewesen. Nach dem Studium startete ich als Projektleiter. Schnell war ich für „meine eigenen“ Projekte verantwortlich: Man ist Koordinator und Ansprechpartner für alle Beteiligten, auch bei technischen Entscheidungen – im Zusammenspiel mit Kunden, Engineering und Montage. In den fünf Jahren bei Herrenknecht war ich viel im Ausland unterwegs, beispielsweise in China, in Australien, im Mittleren Osten, teils zu Besprechungen, teils direkt auf den Tunnelbaustellen. Vor Ort ist der Austausch mit den Kunden wesentlich intensiver, das kommt dem Projektfortschritt zugute. Um mein Know-how zusätzlich zu erweitern, absolvierte ich parallel zu meinem Job berufsbegleitend ein Masterstudium zum MBA. Themen meiner Masterarbeit waren der Ausbau unserer produktbegleitenden Services und die Steigerung der Kundenzufriedenheit. Einige dieser Maßnahmen darf ich jetzt im After-Sales-Service weiterverfolgen. Ich habe das Gefühl, dass die Leistung, die ich erbringe, auch wirklich erkannt und honoriert wird. Genauso wie hohe Flexibilität und Einsatzbereitschaft. Denn gerade bei der Ausführung von Tunnelbauprojekten gilt „Time is money“ – und deshalb können viele Anfragen unserer Kunden nicht lange warten. Die Arbeit bei einem Mittelständler ist besonders für solche Absolventen zu empfehlen, die schnell Verantwortung übernehmen und sich etwas außerhalb des Standards bewegen möchten. Wichtig für die Zufriedenheit ist, ein Unternehmen zu finden, mit dessen Produkten und Philosophie man sich identifizieren kann.

             

          Ingenieurkarriere beim Weltmarktführer für Prothesen

          Interviewpartner Nr. 2: Hannes Krenz, 28, Entwickler
          Standort:
          Duderstadt
          Unternehmen: Otto Bock HealthCare, Weltmarktführer bei Prothesen

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