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Karriere als Ingenieur : Die Visionäre: Karriere als Ingenieur bei GE

Karriere als Ingenieurin: Pia Leinfelder, 31, Prozessingenieurin bei GE Aviation Bild: privat

Viele junge Studenten träumen von einer Karriere als Ingenieur. Der HOCHSCHULANZEIGER stellt junge Berufseinsteiger vor, die an Zukunftsprojekten mitwirken. Pia Leinfelder, 31, arbeitet daran, den Treibstoffverbrauch in Flugzeugen zu reduzieren.

          Ich wollte schon immer Ingenieur werden, weil …

          …ich eigentlich Kriminalkommissar werden wollte, denn mich faszinieren Rätsel. Ich fand es toll, hinter Unklarheiten das Warum zu suchen und den Hergängen auf den Grund zu gehenGenau das mache ich jetzt auch, nur dass aus diesen Hergängen Prozesse geworden sind und die Motive nun Ursachen heißen sowie technischer Natur sind. Somit befrage ich bzw. berate ich mich mit Kollegen, um gemeinsam die technischen Rätsel zu lösen.

          Meinen Karriereeinstieg bei GE Aviation habe ich gewählt, weil …

          … ich unbedingt in einer Gießerei meinen Ingenieurberuf ausleben wollte. Im Studium haben mich dieses Fach sowie die Exkursionen in Gießereien fasziniert, so dass ich entschlossen war, Gießprozesse mitzugestalten bzw. neue Produkte gießbar zu entwerfen. Beim Einstieg in unser GE-Aviation-Werk in Regensburg, das mittlerweile TiAl-Turbinenschaufeln für den Niederdruckbereich in Serie herstellt, war ich mir nicht ganz bewusst, was ich für einen Job antrete. Die Halle war leer, der Prozess bestand im Pilotprojekt, und das Grundprinzip der Anlagen war geplant. Doch genau diese Herausforderung hat mich gepackt: mitzugestalten und Wissen aufzubauen.

          Karriere bei GE: Triebwerk für die Boeing 747

          Heute arbeite ich an …

          … Produktneueinführungen in unserem Werk sowie an gießtechnischen Prozessverbesserungen für unser aktuelles Produkt, eine Niederdruckturbinenschaufel für das GEnx-Triebwerk, das in der aktuellen Boeing 747-8 zum Einsatz kommt. Mein Fokus liegt auf der weiteren Verbesserung des aktuellen Prozesses und den Ausschussursachen für unseren sehr speziellen Formherstellungsprozess und den anschließenden Gießvorgang. Zusätzlich sind weitere Schaufeltypen geplant, die ebenfalls gießbar gestaltet werden müssen.

          Mit diesem Projekt trage ich dazu bei, dass …

          … die Turbinen durch unsere Schaufeln leichter werden und somit der Treibstoffverbrauch in den Flugzeugen mit unseren Triebwerken reduziert wird. Die Umstellung auf den Werkstoff TiAl statt einer Nickellegierung spart Gewicht in jedem Triebwerk ein.

          Karriere als Ingenieur: Passe ich in diese Firma?

          Bei meinen Bewerbungen habe ich gemerkt, dass ...

          … es wichtig war, authentisch zu sein und klar zu benennen, was meine Stärken sind. Um in der Bewerbungsphase erfolgreich zu sein, sollte man sich mit seinen (Miss-)Erfolgen und Konflikten in der Teamarbeit (z. B. im Studium) auseinandergesetzt haben, offen damit umgehen sowie Fragen dazu beantworten können. Zusätzlich sollte man für die Chance nutzen und herausfinden, ob man wirklich in diese Firma oder das Team passt.

          Die Herausforderung meiner Arbeit ist für mich, …

          … mich dem täglich unterschiedlichen Stress zu stellen, da mein Arbeitsfeld direkt an die Produktion geknüpft ist. Probleme müssen zeitnah gelöst werden, da sie sonst meist einen sofortigen Produktionsausfall bedeuten. Hinzu kommen auch die unterschiedlichen Soft Skills, die täglich gefordert werden und das Arbeiten im Team erleichtern, sowie die richtige Kommunikation – vor allem in einem internationalen Arbeitsumfeld.

          Arbeiten als Ingenieur: Praktika im Ausland hilfreich für die Karriere

          Studenten, die Ingenieur werden wollen, empfehle ich …

          … Praktika im Ausland zu wählen, die bereits das unterschiedliche und interkulturelle Arbeiten aufzeigen. So verinnerlicht man auch sogleich eine Fremdsprache. Sich richtig verständigen zu können und die Kommunikation so einzusetzen, dass mein Gegenüber mich versteht, ist ein Schlüsselelement.

          Wenn ich könnte, dann …

          … würde ich einen neuen Gießereityp entwickeln: weg von der heißen, staubigen, schmutzigen, traditions- und erfahrungsbehafteten Gießerei hin zu einer innovativen, automatisierten, attraktiven und wissenstransferierenden Gießerei mit Standort in Deutschland.

          Pia Leinfelder

          Pia Leinfelder, 31, Prozessingenieurin bei GE Aviation

          Studium: Allgemeiner Maschinenbau, Ohm-Hochschule Nürnberg

          Abschluss: Diplom, März 2008; Master, März 2009

          Quelle: F.A.Z.

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