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Karriere als Ingenieur : Die Visionäre: Karriere als Ingenieur bei Liebherr-Aerospace

Karriere als Ingenieur bei Liebherr-Aerospace: Ingrid Kirchmann. Bild: Privat

Viele junge Studenten träumen von einer Karriere als Ingenieur. Der HOCHSCHULANZEIGER stellt junge Berufseinsteiger vor, die an Zukunftsprojekten mitwirken. Ingrid Kirchmann, 27, arbeitet bei Liebherr-Aerospace daran, Flugzeuge leichter und effizienter zu machen.

          Ich wollte schon immer Ingenieur werden, weil …

          … mich Technik schon als Kind faszinierte und ich mich früh für die Maschinen auf dem heimischen Bauernhof interessierte. Während eines Praktikums als Technische Zeichnerin wurde mein Interesse für die Flugzeugentwicklung geweckt. Das Maschinenbaustudium nach dem Abitur war dann eigentlich ein logischer Schritt. Dies ermöglichte glücklicherweise auch die Verbindung zu den Flugzeugen, die bis heute besteht.

          Meinen Karriereeinstieg bei der Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH als Studentin an der Dualen Hochschule Friedrichshafen (damals noch Berufsakademie) habe ich gewählt, weil …

          … ich eine praxisnahe Ausbildung wollte. Ich würde diese Wahl jederzeit wieder treffen, da ich am dualen Studium neben dem hohen Praxisbezug, der einem früh die Mitarbeit an „realen“ Industrieprojekten ermöglicht, auch die kurze Studiendauer und die finanzielle Unabhängigkeit schätze. Trotzdem habe ich nach meinem Bachelorabschluss und einer einjährigen Tätigkeit in der Entwicklungsabteilung für Flugzeugfahrwerke noch ein Masterstudium an der TU München absolviert, um mich einem Studium an einer Universität zu stellen und um meine Kenntnisse in den Bereichen Luftfahrttechnik und Produktentwicklung zu vertiefen. Im Anschluss konnte ich wieder bei Liebherr-Aerospace in die Fahrwerksentwicklung einsteigen.

          Karriere bei Liebherr-Aerospace: Flugzeuge effizienter machen

           

          Heute arbeite ich an …

          … elektrohydraulischen Antrieben für Flugzeugfahrwerke. In meinem Projekt wird ein elektrohydraulischer Antrieb für die Funktionen „Ein-/Ausfahren“ und „Lenken“ eines Bugfahrwerks für ein Mittelstreckenflugzeug entwickelt. Als Lead Engineer und Product Package Leader koordiniere ich innerhalb eines Teams von Ingenieuren aus verschiedenen Fachdisziplinen die Aktivitäten zur technischen Konzeptfindung. Außerdem bilde ich die Schnittstelle zum Programmmanagement und bin für die planmäßige und kostengerechte Umsetzung der Entwicklungsschritte verantwortlich.

          Mit diesem Projekt trage ich dazu bei, dass ...

          … Flugzeuge leichter und effizienter werden. Um diese Ziele zu erreichen, lässt sich heute in der Luftfahrtindustrie ein zunehmender Trend zur Elektrifizierung von Komponenten und Systemen feststellen. Auch Liebherr-Aerospace stellt sich dieser Herausforderung bei der Entwicklung von Fahrwerken und Flugsteuerungssystemen.

          Karriere als Ingenieur: Begeisterung nötig

           

          Bei meinen Bewerbungen habe ich gemerkt, dass …

          … für ein erfolgreiches Studium die Begeisterung für technische Fragestellungen wichtig ist, in der Praxis allerdings auch sehr schnell organisatorische Fähigkeiten gefragt sind. Fleiß und Ehrgeiz, aber natürlich auch die Liebe zur Technik helfen, den Anforderungen gewachsen zu sein. Zudem muss spezifisches Fachwissen im täglichen Arbeitsleben erlernt werden.

          Die Herausforderung meiner Arbeit ist für mich …

          … den Spagat zwischen technischem Detailwissen und organisatorischen Aufgaben, die aus der Verantwortung für Termine und Kosten entstehen, zu meistern. Gerade bei disziplinübergreifenden Themen wie elektrohydraulischen Antrieben ist es nicht möglich, selbst jedes kleinste Detail zu kennen. Deshalb arbeitet man in interdisziplinären Teams zusammen. Als Lead Engineer muss ich allerdings so weit in der Technik „drin sein“, dass ich die Entscheidungen des Teams vertreten kann.

          Arbeiten als Ingenieur: Früh den Kontakt zur Arbeitswelt suchen

           

          Studenten, die Ingenieur werden wollen, empfehle ich …

          … bei einer gewünschten Tätigkeit in der Industrie so früh wie möglich den Kontakt zur Arbeitswelt zu suchen. Auch wenn heute nicht mehr an jeder Hochschule bzw. Universität ein längeres Ingenieurspraktikum Pflicht ist, so ist ein freiwilliges Praxissemester sicherlich gut investierte Zeit. Auch eine Studienarbeit in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen ist eine Möglichkeit, „Industrieluft“ zu schnuppern. Wie ein duales Studium ist auch eine technische Ausbildung vor dem Studium keinesfalls verlorene Zeit, sondern bestens geeignet, sich früh ein genaueres Bild vom Ingenieursalltag zu verschaffen und „praktisch denken“ zu lernen.

          Wenn ich könnte, dann …

          … würde ich eine Zeitreise-Maschine bauen. Damit könnte ich mich zunächst technisch austoben und anschließend mein Interesse für historische Ereignisse ausleben, indem ich einige geschichtsträchtige Momente „live“ miterleben könnte.

          Ingrid Kirchmann

          Ingrid Kirchmann, 27, Lead Engineer & Product Package Leader in der Fahrwerksentwicklung, Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH

          Studium: Maschinenbau – Konstruktion und Entwicklung, DHBW Friedrichshafen (2006–2009);
          Entwicklung und Konstruktion, TU München (2010–2012)

          Abschluss: Bachelor of Engineering (B.Eng.), 2009; Master of Science (M.Sc.), 2012

          Quelle: F.A.Z.

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