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Karriere als Ingenieur : Die Visionäre: Karriere als Motorsport-Ingenieur bei Porsche

Viele junge Studenten träumen von einer Karriere als Ingenieur. Der HOCHSCHULANZEIGER stellt junge Berufseinsteiger vor, die an Zukunftsprojekten mitwirken. Stephan Hennings arbeitet als Ingenieur im Motorsportteam von Porsche am schnellsten Hybridauto der Welt.

          Ich wollte schon immer Ingenieur werden, weil…

          …ich als Kind viel Zeit im Werkkeller verbracht habe, um als „Daniel Düsentrieb“ neue Maschinen zu erfinden. Neben den Postern meiner Kindheitsidole hatte ich eine technische Zeichnung eines Motors über dem Bett hängen. Ich konnte zwar nicht viel darauf erkennen, aber wusste genau, dass ich so etwas einmal bauen möchte.

          Meinen Karriereeinstieg bei Porsche als Entwicklungsingenieur im Motorsport-Elektrikbereich habe ich gewählt, weil…

          …mir die Chance gegeben wurde,  entscheidenden Anteil an der Entwicklung des ersten hybriden Rennwagens der Firma Porsche zu nehmen, den GT3 R Hybrid. Für einen Ingenieur und Motorsportfan war es die einmalige Möglichkeit, die Zukunft hybrider Antriebe auf der Rennstrecke auf einem weißen Blatt Papier skizzieren zu dürfen. Als junger Ingenieur die Verantwortung für solch wichtige Themen wie Betriebsstrategie, Hybridkonzept und Energiespeicher übernehmen zu können, ist nicht selbstverständlich. Ich kann mir selbst heute keinen spannenderen Einstieg in die Arbeitswelt vorstellen.

           

          Karriere als Ingenieur bei Porsche: Rennwagen für Le Mans

           

          Heute arbeite ich an…

          …der Vernetzung und Steuerung der elektrischen Komponenten im Porsche 919 Hybrid, ein Prototyp-Rennwagen der LMP1-Klasse für die „24 Stunden von Le Mans“ und die „FIA Langstreckenweltmeisterschaft WEC“.

          Mit diesem Projekt trage ich dazu bei, dass...

          …der Betrieb elektrischer Bauteile vom Wischer bis zum hochkomplexen Hybridsystem im Rundstreckenbetrieb optimal dargestellt werden kann. In unserem Softwareteam entwickeln wir Steuerungs- und Diagnose-Algorithmen, die auf eine minimale Rundenzeit bei gleichzeitig geringem Kraftstoffverbrauch abzielen. Besonders die Interaktion des Fahrers mit dem Hybridsystem und dem konventionellen Antrieb im fahrdynamischen Grenzbereich stellt ein Kernelement unserer Arbeit dar. Das entwickelte Energiemanagement beispielsweise hat die Aufgabe, Zielkonflikte zwischen Energierückgewinnung bzw -abgabe und der Fahrbarkeit zu lösen. Die Erkenntnisse, die wir hier gewinnen, können so wieder zurück in die Serienentwicklung von Hybridfahrzeugen fließen.

           

          Arbeiten als Ingenieur bei Porsche: Kühlen Kopf bewahren

           

          Bei meinen Bewerbungen habe ich gemerkt, dass…

          …neben der fachlichen Qualifikation weitere Faktoren für die Arbeit im Motorsport sehr wichtig sind. Motorsport ist ein Mannschaftssport. Es sollte immer das Ziel sein, seine individuellen Stärken in ein Team einzubringen und im Sinne des gesamten Projektes zu handeln. Nur wenn jeder maximalen Einsatz zeigt, können letztendlich Erfolge gefeiert werden, und das ist nur mit Hingabe und Motivation für den Beruf zu bewerkstelligen. Ist man zusätzlich in die Betreuung von Rennen eingebunden,  wird erwartet, dass man stets einen kühlen Kopf bewahrt und auch in solchen Drucksituationen die richtigen Entscheidungen trifft.

          Die Herausforderung meiner Arbeit ist für mich…

          …die Anforderungen an die Fahrzeugsteuerung zu koordinieren und umzusetzen und zu jedem Test und Rennen eine möglichst hohe Softwarequalität abzuliefern. Es wird jedes Jahr ein neues Auto entwickelt, und zwar parallel zum Betrieb und der Optimierung des aktuellen. Rennen werden nicht verschoben, weshalb es über das Jahr hinweg einige in Stein gemeißelte Termine gibt, zu denen das Fahrzeug maximal sicher und robust zu funktionieren hat. In einem solch dynamischen Umfeld ist der Anspruch an eine termingerechte Zielerreichung entsprechend hoch.

           

          Tipp für Ingenieursstudenten: Theorie in Praxis umsetzen

           

          Studenten, die Ingenieur werden wollen, empfehle ich…

          …die Theorie in praktische Erfahrungen umzusetzen. Die Lehre an deutschen Universitäten ist wirklich sehr gut, jedoch sollte ein Ingenieur das gelernte auch anwenden können. Auch sollte man stets versuchen, über den eigenen wissenschaftlichen Tellerrand hinauszuschauen. Für mich als Maschinenbauer war es besonders interessant, sich auch in der Elektrotechnik und Softwareentwicklung zu vertiefen. Da hilft beispielsweise an der Uni eine HiWi-Stelle an einem Institut oder nebenuniversitäres Engagement in einem Formula Student Racing-Team. Ich kann auch Praktika und Abschlussarbeiten in der Industrie empfehlen, um zu lernen, sich in neue Teams einzugliedern und in fremde Themengebiete einzuarbeiten. Ich habe meine Diplomarbeit in der Vorentwicklung von Porsche geschrieben. Hierdurch konnte ich mich frühzeitig mit den alternativen Antrieben auseinandersetzen und erste Kontakte im Unternehmen knüpfen.

          Wenn ich könnte, dann…

          …würde ich einen rein elektrischen Rennwagen bauen, der die 24h von Le Mans gewinnt – ohne nachzuladen. 

          Stephan Hennings

          Stephan Hennings, Teamleiter Softwareentwicklung Systeme, Motorsport LMP1, Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

          Studium: Maschinenbau/Kraftfahrzeugtechnik, TU Braunschweig und TU Eindhoven

          Abschluss: Diplom-Ingenieur, 2008

          Quelle: F.A.Z.

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