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Ingenieurin Schlüsselfertigbau : „Man sieht das gesamte Projekt wachsen“

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Melanie Nuding, 28, war nach ihrer Ausbildung zur Maurerin ein Jahr in Australien. Anschließend hat sie an der Hochschule für Technik in Stuttgart Bauingenieurwesen studiert. Bild: Geiger GmbH

Melanie Nuding ist 2014 bei der Geiger Schlüsselfertigbau GmbH eingestiegen. Als Projektleiterin im Schlüsselfertigbau kümmert sie sich um die gesamte Organisation, Koordination und Kommunikation rund um ein Projekt. Sie behält den Kosten- und Zeitplan im Blick und ist für die Qualitätssicherung zuständig.

          Frau Nuding, welche Rolle spielt Ihr ingenieurwissenschaftliches Studium für Ihre heutige Tätigkeit?

          Ich habe mich im Studium auf Baumanagement spezialisiert. Hier wurden spezielle Themen wie die Ausschreibung und Vergabe von Bauprojekten, Bauorganisation, Rechnungswesen und Baurecht vermittelt. Dies sind alles Themen, mit denen ich auch heute im Alltag ständig zu tun habe.

          Welchen Berufseinstieg haben Sie gewählt und warum?

          Ich bin direkt nach dem Studium im Schlüsselfertigbau eingestiegen, weil für mich kein Geschäftsfeld im Baubereich so abwechslungsreich ist wie dieses. Man hat Einblick in alle Gewerke und ist vom Rohbau bis zur Installation der letzten Steckdose in das Projekt involviert – sieht also das gesamte Projekt wachsen. Weil wir im Schlüsselfertigungsbau mit vielen Gewerken arbeiten und eine Masse an Aufgaben haben, betreuen wir nur eine Baustelle – und nie mehrere gleichzeitig. Somit kann man sich ganz auf das eine Projekt konzentrieren.

          Sehen Sie Unterschiede in der Arbeitsweise bei weiblichen und männlichen Kollegen?

          Das ist eine typische Frage, wenn man als Frau in einem „Männerberuf“ arbeitet. Ich denke, man muss mit Wissen punkten – und Erfahrung, die mit der Zeit reift. Der Einstieg ist aus meiner Sicht das Schwierigste – wobei hier das Geschlecht keine Rolle spielt, wohl eher das Alter. Eine praktische Ausbildung ist für den Einstieg von Vorteil, da die gesammelten Erfahrungen für das Unternehmen interessant sein können. Selbst profitiert man auch davon.

          Wie definieren Sie für sich persönlich „Karriere“?

          Für mich bedeutet Karriere: meinen Wissensstand und meine Erfahrungen stetig zu erweitern, um trotz Familie Erfolg im Beruf zu haben.

          Was haben Sie sich beim Berufseinstieg anders vorgestellt, was hat Sie überrascht?

          Überrascht hat mich, dass die Arbeitszeit – auch wenn es mal länger geht – wie im Flug vorbeigeht und man eigentlich immer mehr machen möchte, als zeitlich möglich ist. Bevor ich in den Beruf gestartet bin, dachte ich, dass ich Schwierigkeiten haben würde, auf der Baustelle akzeptiert zu werden. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich zufrieden damit bin, wie die Kollegen mit mir umgehen. Die Akzeptanz ist sehr hoch.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          Ich könnte mir gut vorstellen, in ein paar Jahren Oberbauleiterin zu werden.

          Was würden Sie Studentinnen der Ingenieurwissenschaften für ihre Karriere raten?

          Ich würde ihnen raten, sich ganz genau zu überlegen, was sie beruflich machen wollen. Es bietet sich an, mehrere Praktika in unterschiedlichen Bereichen zu absolvieren, um wirklich sicher zu sein, dass man sich für das Richtige entscheidet. Man könnte auch ins Ausland gehen und dort ein Praktikum machen – einfach nur um noch mal etwas ganz anderes gesehen zu haben. Ich denke, den Beruf des Bauleiters, der Bauleiterin muss man wollen – und dann auch leben. Andernfalls macht es keinen Spaß.

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