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Ingenieurin bei Airbus : „Mit den Aufgaben wachsen“

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Die meiste Zeit verbringt die Ingenieurin Anna Klauser mit technischen Absprachen zu den aktuellen Software- und Hardwareentwicklungen. Sie verfasst die dazugehörigen Dokumente und Beschreibungen der Testprozeduren und koordiniert die Absprachen mit den Zulieferern. Bild: Airbus

Anna Klauser, 26, arbeitet heute als Air Generation System Design Engineer bei Airbus. Im Gespräch erzählt sie von ihren beruflichen Zielen.

          Frau Klauser, welche Rolle spielt Ihr ingenieurwissenschaftliches Studium für Ihre heutige Tätigkeit?

          Das Flugzeugbaustudium hat mir ein sehr fundiertes Verständnis über moderne Zivilflugzeuge und ihre Funktionsweise vermittelt, so dass mir beim Einstieg in den Job viele Sachverhalte und auch Abkürzungen schon geläufig waren. Das hat mir sehr geholfen. Auch die Praxisphasen, in denen ich verschiedene Einsatzbereiche in Unternehmen kennenlernen konnte, haben mir den Einstieg erleichtert.

          Welchen Berufseinstieg haben Sie gewählt, und warum?

          Ich habe nach dem dualen Bachelorstudium einen Master angeschlossen. Danach bin ich in der Abteilung Engineering bei Airbus direkt eingestiegen. Hier arbeite ich aktuell. Der erste Kontakt zu dieser Abteilung kam über den Bewerbertag für duale Studenten meines Jahrgangs zustande. Dort bin ich zwischen zwei Bewerbungsgesprächen angesprochen worden. Bei Airbus gibt es zahlreiche Entwicklungsfelder und Aufgabenbereiche, in denen ich mich kontinuierlich weiterentwickeln kann. Das reizt mich besonders.

          Sehen Sie Unterschiede in der Arbeitsweise bei weiblichen und männlichen Kollegen?

          Nein. Airbus legt sehr viel Wert auf ein inklusives Arbeitsumfeld. Und auch wenn die Flugzeugindustrie in der Vergangenheit traditionell eher von männlichen Kollegen dominiert war, so finden immer mehr Frauen Gefallen an der Arbeit. Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Arbeitsweise sehe ich nicht.

          Wie definieren Sie für sich persönlich „Karriere“?

          Für mich bedeutet Karriere: mit den Aufgaben wachsen, mehr und mehr Verantwortung übernehmen und dann auch das erlangte Wissen an jüngere Mitarbeiter weitergeben. Nicht auf der Stelle zu treten, sondern seinen Wissenshorizont stetig zu erweitern. Das heißt auch, in andere
          Bereiche zu schauen und irgendwann Personalverantwortung zu übernehmen.

          Was haben Sie sich beim Berufseinstieg anders vorgestellt, was hat Sie überrascht?

          Ich hätte nicht gedacht, dass es fast ein ganzes Jahr dauert, bis man ein Thema findet, in dem man sich so gut auskennt, dass man nahezu jede Frage beantworten kann. Überrascht hat mich, dass ich heute in einem Aufgabengebiet arbeite, das ich im Studium zwar nur gestreift habe, das mich aber immer schon interessiert hat: die Verbindung zu den Cockpitsystemen.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          Vorerst ist mein Ziel, tiefer in die Technik des Air-Conditioning-Systems einzutauchen, Systemverständnis zu bekommen, Zusammenhänge zu verstehen und die Prozesse und Abläufe im Engineering zu überblicken. Weiter möchte ich technisch arbeiten und noch nicht reine Managementaufgaben übernehmen. In der Zukunft sieht das anders aus: Dann könnte ich mir Managementaufgaben und Personalverantwortung vorstellen.

          Was würden Sie Studentinnen der Ingenieurwissenschaften für ihre Karriere raten?

          Die Augen offen halten, sich einen Mentor oder eine Mentorin suchen, zum Beispiel auch über interne Mentorenprogramme, Zeitung lesen – besonders den Berufsteil – und nicht nur das Internet nutzen, zu Vorträgen gehen, die sich um das eigene Fachgebiet drehen, und mutig sein: Warum nicht mal im Anschluss an einen Vortrag die Redner oder Rednerinnen auf Praktika und Abschlussarbeiten ansprechen?

          Anna Klauser, 26, ist Air Generation System Design Engineer. Sie hat ihren Master in Flugzeugbau mit Schwerpunkt Entwurf und Leichtbau an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) 2016 abgeschlossen. Heute ist sie an der Entwicklung des Air-Conditioning bei Airbus-Flugzeugen beteiligt und kümmert sich um die Controller und deren Software. Die meiste Zeit verbringt sie mit technischen Absprachen zu den aktuellen Software- und Hardwareentwicklungen. Sie verfasst die dazugehörigen Dokumente und Beschreibungen der Testprozeduren und koordiniert die Absprachen mit den Zulieferern. 

          Quelle: F.A.Z

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