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Renommiert, international und : Renommiert, international und riesig

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Der Empfangsbereich bei Freshfields Bruckhaus Deringer in München. Bild: Thorsten Jochim

Großkanzleien wünschen sich Bewerber mit Prädikatsexamina, gutem Englisch und starker Persönlichkeit – und bieten dafür Aus- und Weiterbildungen.

          Sie arbeiten für namhafte Mandanten aus Politik und Wirtschaft, sind international aufgestellt und zahlen schon Berufseinsteigern ein Jahresgehalt um 100.000 Euro. Die renommierten Großkanzleien gelten unter topausgebildeten Juristen als beliebte Arbeitgeber. Allein an ihren Standorten in Deutschland beschäftigen sie jeweils mehrere Hhundert Anwälte. Wer sich für einen Job in einem dieser Häuser interessiert, sollte zunächst einmal zwei Prädikatsexamina vorweisen und gut Englisch können. Zusatzqualifikationen wie ein LL.M. oder eine Promotion sind oft willkommen, aber selten ein Muss. „Wir betrachten den Lebenslauf als Ganzes und wünschen uns Bewerber, die schon einmal über den Tellerrand geschaut haben, zum Beispiel bei Auslandsaufenthalten oder einem Engagement im sportlichen oder kulturellen Bereich“, erklärt Astrid Arndt, Director Professional Development bei Hengeler Mueller.

          Das sieht Beate Werhahn ähnlich: Bei CMS Hasche Sigle zähle neben der juristischen Ausbildung die Persönlichkeit. Punkten können Bewerber hier mit Teamfähigkeit und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, aber auch indem sie zeigen, dass eine Karriere in der Kanzlei eine Perspektive für sie ist. „Wir binden unsere Anwälte gern langfristig an uns“, erklärt Werhahn. Zehn Prozent der heutigen Partner seien schon im Referendariat bei CMS gewesen, mehr als ein Drittel der Associates seien ehemalige Praktikanten, Referendare oder wissenschaftliche Mitarbeiter. „Diese Zahl wollen wir noch erhöhen, immerhin sind Mitarbeiter, die CMS von Grund auf verstehen, unser Kapital“, so die Personalchefin. Dafür kooperiert die Kanzlei zum Beispiel mit Kaiserseminare, einem Anbieter juristischer Repetitorien, an dessen Kursen CMS-Referendare kostenlos teilnehmen können.

          Persönlichkeit stärken

          Auch Franziska Krokutsch schnupperte schon früh CMS-Luft. Sie absolvierte ihre Wahlstation am Berliner Standort, seit zwei Jahren ist sie dort als Rechtsanwältin für Immobilienwirtschaftsrecht fest an Bord. Neben dem guten Arbeitsklima schätzt die junge Frau vor allem die Weiterbildungsangebote ihres Arbeitgebers. Mit Hilfe einer eigenen Akademie organisiert CMS nicht nur ein mehrtägiges Onboarding für alle neuen Mitarbeiter, sondern auch jährliche Karriere-Events für Associates und Senior Associates. Zusätzliche Seminare und Trainings sollen inhaltlich weiterbilden, die Persönlichkeit stärken und die Möglichkeit bieten, sich mit den internationalen Kollegen zu vernetzen. Auch wer berufsbegleitend eine Promotion fertigstellen und vorübergehend in Teilzeit arbeiten möchte, ist bei CMS an der richtigen Adresse. Generell sind Inhouse-Weiterbildungen in Großkanzleien nicht unüblich, die Strukturen sind dafür eher gemacht als in kleineren Firmen. Hengeler Mueller und Freshfields Bruckhaus Deringer, die neben CMS zu den Top 3 der beliebtesten Anbieter gehören (siehe Kasten), bieten ähnliche Programme an, zum Beispiel in Kooperation mit der Universität St. Gallen.

          Aber auch die praktische Erfahrung, das „Learning on the job“, spielt eine wichtige Rolle. Zwar heißt es oft, dass Neulinge in Großkanzleien eher im Hintergrund arbeiten. Franziska Krokutsch kann das nicht bestätigen. „Schon als Berufsanfänger sind wir sehr schnell in den direkten Kontakt mit den Mandanten eingebunden und übernehmen von Anfang an Verantwortung“, so die 30-Jährige. Auch bei Hengeler Mueller wird Wert darauf gelegt, niemanden für das Backoffice einzustellen. „Alle Associates werden von Tag eins an intensiv in die Mandatsarbeit eingebunden“, betont Arndt.

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