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Projektjuristen : Juristen on Demand

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Gerade junge Juristen arbeiteten gern in Übergangsphasen als Projektjuristen, so Olaf Schmitt, Geschäftsführer und Gründer des Personaldienstleisters Perconex. Bild: Perconex

Projektjuristen kommen zum Einsatz, wenn in Unternehmen oder Kanzleien kurzfristig Unterstützungsbedarf besteht. Das Berufsfeld wird immer attraktiver.

          Kurzfristig und flexibel, offen für Neues und anpassungsfähig: Wer diese Fähigkeiten mitbringt, eignet sich hervorragend für die Arbeit als Projektjurist. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass zwischen meinem ersten Anruf bei unserem Dienstleister und dem Arbeitsbeginn der Projektjuristen nicht einmal eine Woche liegt“, erzählt Wolf Kahles, Personalleiter bei der Großkanzlei Clifford Chance in Frankfurt am Main. „Wir setzen Projektjuristen bereits seit mehreren Jahren ein. Sie entlasten unsere Partner und Associates.“

          Projektjuristen sind Volljuristen, die für einen Zeitraum von einigen Wochen bis Monaten bei Kanzleien oder Unternehmen eingesetzt werden. Angestellt sind sie bei Personaldienstleistern, die sie projektweise vermitteln. Der Unterschied zu Anwälten besteht darin, dass sie keine Rechtsberatung anbieten dürfen. Dies ist durch die Art der Anstellung, die sich Arbeitnehmerüberlassung nennt, vorgegeben. „Für uns als Kanzlei ist es eine gute Chance, die Kandidaten kennenzulernen – eine ideale Mischung aus Learning by Doing und Probezeit“, sagt Kahles. Die Einstellung von Projektjuristen sei kein echtes Recruiting-Tool, aber doch eine Chance, Kontakt zu guten Juristen zu bekommen – abseits der Notwendigkeit, das doppeltes Prädikatsexamen vorweisen zu müssen, die in Großkanzleien vorherrscht.

          Häufig werden Projektjuristen bei Transaktionen eingebunden, etwa bei Dokumentenprüfungen im Rahmen einer Risikoabschätzung bei Kaufangeboten, der sogenannten Due Diligence, oder im Steuer- und Wirtschaftsstrafrecht und bei Immobilientransaktionen. Klassische Recherchetätigkeiten oder Zuarbeiten wie Prüfen, Vorbereiten und Zusammenfassen sind die Arbeitsinhalte in Kanzleien. Die Anwesenheit der Übergangskollegen ist für die Anwälte alltäglich geworden, und sie sind in die Teams eingebunden.

          Etabliertes Modell

          Das war nicht immer so, erinnert sich Olaf Schmitt: „Anfangs waren manche Juristen derart entrüstet, als ob ich ihnen ein unmoralisches Angebot unterbreitet hätte.“ Der Geschäftsführer von Perconex, einem der ersten Personaldienstleister mit Fokus auf Leihjuristen, hatte bei der Gründung seines Unternehmens vor zwölf Jahren mit starkem Gegenwind zu kämpfen. „Dabei taten wir nichts Exotisches. Wir haben einfach ein etabliertes Modell in eine andere Branche überführt“, erzählt Schmitt.

          Rein technisch handelt es sich bei Projektjuristen um Zeitarbeiter, der bürokratische Begriff heißt Arbeitnehmerüberlassung. Von Vorurteilen wie Ausbeutung und geringem Verdienst möchte Olaf Schmitt nichts wissen. „Wir zahlen ein angemessenes Gehalt für Volljuristen, das zwar nicht mit den sechsstelligen Beträgen in einer Großkanzlei mithält, aber dafür nur 40 Stunden pro Woche vorschreibt.“ Insbesondere die jüngere Generation schätze die Flexibilität sehr sowie die abwechslungsreichen Arbeitsinhalte und -orte, bei einem festen Arbeitgeber.

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