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Karriere in Boutiquen : Klein, aber fein

  • -Aktualisiert am

Angenehme Arbeitsatmosphäre: Tobias Prang fühlt sich wohl bei Raschke Knobelsdorff Heiser. Das liegt vor allem auch an den Kollegen. Bild: Miguel Feraz

Boutiquen bieten für Juristen, die sich auf ein Rechtsgebiet fokussieren wollen, spannende Perspektiven. Ein Einblick.

          Schiedsverfahrensrecht ist ihr Ding, das stand für Annabelle Möckesch früh fest. Schon während des Jurastudiums in Berlin interessierte sie sich besonders für diesen Bereich, mit einem Master of Laws an der LSE in London vertiefte sie ihre Expertise. Zwischen dem ersten und dem zweiten Staatsexamen machte sie Praktika, unter anderem am Chartered Institute of Arbitrators in London und am Internationalen Schiedsgerichtshof der Internationalen Handelskammer in Paris. Sie arbeitete zudem ein Jahr lang am Ständigen Schiedshof in Den Haag und schrieb schließlich auch ihre Doktorarbeit zu einem entsprechenden Thema.

          Annabelle Mökesch arbeitet im Schiedsverfahrensrecht. Für solche Spezialthemen bieten sich Boutiquen als Arbeitgeber an.

          Die Türen in die Berufswelt standen Annabelle Möckesch nach ihrer Ausbildung offen. Immerhin hatte sie auf ihren Stationen nicht nur Fachwissen, sondern auch jede Menge Auslandserfahrung gesammelt. In Verbindung mit guten Noten in den beiden Staatsexamina ist all das bei den Personalern der renommierten Großkanzleien gern gesehen. Doch Annabelle Möckesch entschied sich für eine Boutique. Seit August vergangenen Jahres ist sie als Associate bei der auf Dispute Resolution spezialisierten Boutique Hanefeld Rechtsanwälte in Hamburg an Bord, wo sie bereits ihre Wahlstation im Referendariat absolviert hatte. „Mir war es extrem wichtig, weiter im Schiedsverfahrensrecht zu arbeiten und zwar ausschließlich“, erklärt Möckesch ihren Schritt. Diese Spezialisierung konnte Hanefeld Rechtsanwälte garantieren.

          Fachliche Qualifikation

          Oftmals als Spin-offs der namhaften Branchenriesen entstanden, arbeiten Boutique-Kanzleien sehr fokussiert, zum Beispiel im Arbeits- oder Medienrecht. Auch Prozessführung und außergerichtliche Streitbeilegung sind übliche Bereiche. Die Einheiten sind naturgemäß kleiner, in vielen Boutiquen sind weniger als zehn Anwälte tätig. „Für Bewerber, die bereits wissen, welches Rechtsgebiet ihnen am meisten liegt und Freude bereitet, sind solche Kanzleien eine interessante Alternative zu den Großen“, weiß Benjamin Kastner vom Verband Deutscher Anwälte e.V. (VDA). Leichter an einen Job kommt man hier allerdings nicht, denn auch Boutiquen wollen nur mit den Besten zusammenarbeiten. „Unsere Wunschkandidaten verfügen über zwei Prädikatsexamen plus Promotion und LL.M. oder eine andere Zusatzqualifikation, wie zum Beispiel ein betriebswirtschaftliches Studium oder einen MBA“, sagt Gilbert von Knobelsdorff, der sich mit der Kanzlei Raschke von Knobelsdorff Heiser (RKH) auf die Bereiche Unternehmensrecht sowie Mergers & Acquisitions spezialisiert hat. Darüber hinaus sei verhandlungssicheres Englisch wichtig, genauso wie ein gutes Zeugnis über eine Referendarstation bei einer namhaften Kanzlei. Allerdings, und da spricht Knobelsdorff für viele seiner Kollegen: Keines dieser Kriterien sei zwingend, am Ende müsse das Gesamtbild stimmen und der Eindruck entstehen, dass „der Kandidat persönlich zu uns und wir zu ihm passen“.

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