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Der Jura-Check : Kulturelle Offenheit und Begeisterung für Völkerrecht

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Bild: F.A.Z.

Drei Praktiker erklären, was Juristen mitbringen sollten, wenn sie eine Karriere beim Auswärtigen Amt anstreben.

          Außenpolitisches Interesse und Offenheit gegenüber neuen Ländern und Kulturen wappnen für den diplomatischen Dienst.

          Die wohl wichtigste Frage, die jeder, der sich beim Auswärtigen Amt bewirbt, für sich klären muss, ist: Bin ich bereit, alle drei bis vier Jahre an einem anderen Ort zu arbeiten? Die Bereitschaft, sich weltweit an Stellen versetzen zu lassen, ist Grundvoraussetzung für eine Karriere im diplomatischen Dienst. Der Schritt dorthin ist also nicht nur eine Berufs-, sondern auch eine Lebensentscheidung. Immerhin betrifft eine Versetzung in vielen Fällen nicht nur den Beamten selbst, sondern auch seine ganze Familie.

          Um auf das Auswahlverfahren vorbereitet zu sein, hilft es, schon früh an Politik und außenpolitischen Zusammenhängen interessiert zu sein – und mit der entsprechenden Zeitungslektüre nicht erst kurz vor dem Auswahlverfahren anzufangen. Generell sind ein ausgeprägtes Interesse an außenpolitischen Themen sowie Flexibilität und Offenheit aus meiner Sicht die wichtigsten Voraussetzungen, um als Jurist im Auswärtigen Dienst erfolgreich zu sein. Was die Arbeitsweise angeht, sind Juristen durch ihre Ausbildung gut vorbereitet, sowohl für die Tests während des Auswahlverfahrens als auch für den Berufsalltag: Wir können analytisch denken, Komplexes klar strukturieren und verständlich erklären.

          Ich selbst war direkt nach der Attaché-Ausbildung für drei Jahre an der Botschaft in Algier. Über einen Einsatzort kann man sich natürlich erst gezielt informieren, wenn man weiß, wo es hingeht. Wird man an eine Botschaft versetzt, fängt man an, sich über Geschichte und Kultur des jeweiligen Landes zu informieren, zum Beispiel indem man sich Berichte über die Lebensbedingungen anschaut oder mit Kollegen austauscht. Prinzipiell ist man als neugieriger Mensch mit einer ausgeprägten Offenheit für neue Länder und Kulturen gut für den diplomatischen Dienst gewappnet.

          Nabil El Eid kümmert sich im Planungsstab des Auswärtigen Amts in Berlin um den Nahen und Mittleren Osten sowie um Nordafrika. Zuvor war er Referent für Politik und Presse an der Deutschen Botschaft in Algier.

          Wer sich für Völkerrecht begeistert, kann im Auswärtigen Amt sein Hobby zum Beruf machen.

          Von der Ukraine-Krise über den Konflikt in Syrien bis hin zu den Entscheidungen des neuen US-amerikanischen Präsidenten: Fast jede außenpolitische Frage hat eine völkerrechtliche Dimension. Aufgabe des Völkerrechtsreferats ist dabei zunächst, das eigene Haus und die Bundesregierung in diesen Fragen zu beraten. Im Vergleich zu einer rein beratenden Tätigkeit in einer Kanzlei oder als Justiziar ist man dabei aber in einer besonderen Rolle. Da Völkerrecht auch durch Staatenpraxis geschaffen wird, können die durch uns vertretenen Ansichten dazu beitragen, dass sich Recht verändert oder sogar neu entsteht. Um in diesem spannenden, aber auch herausfordernden Umfeld zurechtzukommen, ist es von Vorteil, wenn man seinen Schwerpunkt schon während des Studiums auf Völkerrecht legt, in diesem Bereich promoviert oder einen LL.M. macht.

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