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Jura ohne zweites Staatsexamen : „Mir ist es wichtig, dass die Studenten die geleistete Arbeit nicht wegwerfen“

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Mollenhauers Geschäftsidee entstand aus einer persönlichen Notlage heraus: Im Jahr 2009 bestand der damalige Jurastudent das erste Staatsexamen nicht und bemerkte, dass es kaum Hilfestellungen gab. Also recherchierte er selbst und teilt sein Wissen heute mit Ratsuchenden. Bild: Mollenhauer

Philipp Mollenhauer erklärt, wie er mit seiner Beratungsagentur Plan B Jurastudenten hilft.

          Herr Mollenhauer, Sie sind am ersten Staatsexamen gescheitert. Wie haben Sie diese Situation erlebt?

          Ich wusste anfangs nicht, wie es nun weitergeht. Ich habe zwar im Internet recherchiert und mich an meiner Hochschule beraten lassen, aber wirklich weitergebracht hat mich das nicht. Ich hatte so viel Zeit und Geld in das Studium investiert, dass ich unbedingt einen Abschluss haben wollte. Letztendlich habe ich dann mein Studium in Österreich beendet. Das Wissen, das ich in dem Prozess angehäuft habe, wollte ich unbedingt an andere weitergeben und habe 2013 dann Plan B gegründet.

          Mit welchen Anliegen kommen Jurastudenten zu Ihnen?

          Ein Drittel aller Ratsuchenden kommt bereits vor dem ersten Staatsexamen in die Beratung. Sie stehen psychisch extrem unter Druck und wollen wissen, welche Zukunftsmöglichkeiten es für sie gibt, sollten sie nicht bestehen. Die Beratung soll für die nötige Ruhe in der Examensvorbereitung sorgen und blockierende Gedanken verhindern. Der Rest der Studenten sucht Beratung aus einer akuten Notlage heraus. Für sie sind vor allem alternative Karrierewege interessant.

          Welche Alternativen schlagen Sie vor?

          Wir suchen gemeinsam Studiengänge, in denen sie sich Scheine aus dem Studium anrechnen lassen können. Mir ist es wichtig, dass die Studenten die über viele Jahre geleistete Arbeit nicht einfach wegwerfen. Alternative Karrierewege sind auch zunehmend für Studenten interessant, die das erste Staatsexamen bestanden haben. Viele möchten mit Jura nichts mehr zu tun haben. Hier kommt zum einen ein Master wie ein LL.M. oder ein MBA in Betracht. Oder ein Quereinstieg in Unternehmen, etwa im Vertrieb oder Einkauf.

          Das Interview führte Anna Friedrich. 

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