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Consulting : Consulting: Mit Mathematikstudium bei Strategy&

  • -Aktualisiert am

Markus Weiss arbeitet als Projektleiter bei Strategy&. Bild: Privat

Die Beratungshäuser suchen immer mehr nach fachlichen Quereinsteigern. Markus Weiss ist Mathematiker und erzählt von seinem Job bei Strategy&.

          Warum haben Sie sich für eine Karriere in der Beratung entschieden?

          Während meines Studium und meiner Promotion wurde mir zunehmend bewusster, dass mich die Arbeit in der Forschung, beschränkt auf ein sehr spezielles Themengebiet, langfristig nicht zufriedenstellen würde. Der Einstieg in die Unternehmensberatung hingegen gab mir die Chance, mich mit komplexen Fragestellungen aus verschiedenen Themengebieten und Industrien zu befassen und gleichzeitig existentielle Entscheidungen großer Unternehmen maßgeblich mit zu beeinflussen.

          Welchen Berufseinstieg ins Consulting haben Sie gewählt und warum?

          Nach meiner Promotion 2012 bin ich bei PwC’s Strategy& (zu der Zeit noch Booz & Company) in Zürich als Senior Associate eingestiegen. Ich empfinde meinen Job auch heute noch sehr motivierend. Es begeistert mich mitzuerleben, wenn unsere Strategien erfolgreich in der Praxis umgesetzt werden.

          Wie haben Sie sich auf die Auswahlverfahren im Bewerbungsgespräch vorbereitet?

          In den Bewerbungsgesprächen wird sowohl auf persönliche Aspekte als auch auf Problemlösungsfähigkeiten in verschieden Dimensionen (Analytik, Kreativität, Geschäftssinn etc.) Wert gelegt. Zur Vorbereitung habe ich viele Gespräche mit erfahrenen Beratern geführt und mich im Rahmen von Workshops mit Fallstudien vertraut gemacht. Darüber hinaus gibt es Material, um CaseStudys und Brainteaser zu trainieren.

          Welche Qualifikationen waren Ihren Ansprechpartnern im Bewerbungsgespräch wichtig? Wie ist der Bewerbertag abgelaufen?

          Beim Interviewtag bei Strategy& werden bis zu vier einstündige Einzelgespräche mit Kandidaten geführt, von denen eines auf Englisch erfolgt. Außerdem musste ich eine Präsentationsübung bestreiten und meine analytischen Fähigkeiten sowie Kommunikations- und Argumentationsfähigkeiten unter Beweis stellen. Ich habe insgesamt mit fünf Beratern und Beraterinnen unterschiedlicher Position und unterschiedlichen Alters gesprochen und im letzten Interview direkt ein Angebot erhalten. Alle Teilnehmer bekommen im Anschluss an den Auswahltag ein detailliertes Feedback – unabhängig davon, ob sie ein Angebot erhalten haben oder nicht.

          Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? Wie lange arbeiten Sie?

          Von Montag bis Donnerstag bin ich normalerweise beim Klienten vor Ort und übernachte im Hotel. Nach dem Frühstück und wenn möglich einer Runde Sport beginnt mein Arbeitstag um 8:30 Uhr. Der Tag ist meistens durchgeplant mit internen Teammeetings zur Steuerung des Projektteams und zur Besprechung des aktuellen Projektstandes. Außerdem stehen Arbeitsmeetings mit Klienten auf dem Programm, um gemeinsam an bestimmten Themenstellungen zu arbeiten und die Projektergebnisse zu bewerten. Die Zeit dazwischen nutze ich zur Vorabstimmung mit Entscheidungsträgern im Management oder um das Projekt und die einzelnen Arbeitspakete zu strukturieren und Meetings oder Workshops vorzubereiten. Abends gehen wir oft gemeinsam im Team essen, bevor ich den Tag mit letzten E-Mails vom Hotelzimmer aus abschließe.

          Was sind Ihre hauptsächlichen Aufgaben?

          Als Projektleiter bin ich verantwortlich für die Projektsteuerung und die Erarbeitung und Qualitätssicherung der vereinbarten Projektergebnisse beim Klienten vor Ort. Meine Schwerpunkte sind dabei die Themen Reorganisation und Optimierung im Umfeld von Financial Services und Serviceprovidern. Neben meiner Projekttätigkeit beschäftige ich mich mit Themen im Business-Development, beispielsweise der Erstellung von Marktstudien.

          Was haben Sie sich anders vorgestellt, was hat Sie überrascht?

          Die Hierarchien in der Unternehmensberatung sind viel flacher als in der Industrie und ermöglichen vom ersten Tag nicht nur eine hohe Sichtbarkeit, sondern auch den direkten Kontakt zu wichtigen Entscheidungsträgern. In unseren Projekten geht es dabei nicht darum, die eigene Karriere voranzutreiben, sondern vielmehr um die Zusammenarbeit in dynamischen Teams zur Erarbeitung der bestmöglichen Lösung für den Klienten.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          Mein Ziel ist es, meinen persönlichen Horizont zu erweitern, die Herausforderungen von Unternehmen in verschieden Branchen kennenzulernen und im direkten Kontakt mit dem Management gemeinsam Lösungen zu den wichtigsten Herausforderungen unserer Klienten zu entwickeln.

          Was würden Sie Studierenden raten, die eine Karriere im Consulting anstreben?

          Die Beratung bietet enorm viel Freiraum zur schnellen persönlichen Weiterentwicklung, verlangt aber auch ein hohes Maß an Eigeninitiative. Ich kann daher nur jedem empfehlen, sich diesen Karriereweg genauer anzusehen und frühzeitig zum Beispiel über ein Praktikum die Arbeit als Unternehmensberater live zu erleben.

          Steckbrief

          Position: Projektleiter

          Alter: 34

          Studium: ETH Zürich, Pervasive Computing/Information Management, Dr. sc. ETH (2012)

          Quelle: F.A.Z

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