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Consulting : Consulting: Mit Medizinstudium bei BCG

  • -Aktualisiert am

Maike Scharp ist Consultant bei der Boston Consulting Group. Bild: Privat

Die Beratungshäuser suchen immer mehr nach fachlichen Quereinsteigern. Maike Scharp ist Medizinerin erzählt von ihrem Job bei der Boston Consulting Group.

          Warum haben Sie sich für eine Karriere in der Beratung entschieden?

          Ich liebe die Arbeit als Ärztin, aber in der Beratung habe ich einiges gefunden, was die Klinik nur selten bieten kann: projektbasierte Arbeit mit ständiger räumlicher und inhaltlicher Abwechslung, hochmotivierte, internationale Teams mit flachen Hierarchien und nicht zuletzt die Möglichkeit, an Entscheidungen beteiligt zu sein, mit denen man nicht nur das Leben eines Einzelnen, sondern ganzer Belegschaften oder Bevölkerungen beeinflussen kann.

          Welchen Berufseinstieg ins Consulting haben Sie gewählt und warum?

          Für mich als Ärztin war der Weg in die Beratung keine Selbstverständlichkeit, umso mehr habe ich den sanften Einstieg über einen Workshop und ein Praktikum genossen. Obwohl mich das Praktikum begeisterte und ich am Ende ein Angebot zum Festeinstieg erhielt, wollte ich zunächst das Leben als Ärztin kennenlernen. Nach einigen Monaten in der Klinik stellte ich dann aber fest, wie sehr mir die Projektarbeit, das Reisen, das analytische Arbeiten und die Teamatmosphäre bei BCG fehlten. Im Juni 2012 begann ich als Junior Consultant im Hamburger Office.

          Wie haben Sie sich auf die Auswahlverfahren im Bewerbungsgespräch vorbereitet?

          Ich habe die Fallstudien durchgelesen, die BCG auf der eigenen Website zur Verfügung stellt, und mit einem Freund, der selbst in der Beratung ist, einige Fälle und Brainteaser durchgesprochen.

          Welche Qualifikationen waren Ihren Ansprechpartnern im Bewerbungsgespräch wichtig? Wie ist der Bewerbertag abgelaufen?

          Mein Bewerbertag bestand aus einer schriftlichen Case-Study am Computer und zwei Interviews. Ich glaube, dass es den Interviewern vor allem darum ging, herauszufinden, wie ich mich als Ärztin den neuen Herausforderungen in der Beratung stellen würde und wie ich als Mensch zu BCG passen würde. Zu jedem Interview gehörte dann noch eine Case-Study, die für mich als Nicht-Wirtschaftswissenschaftlerin eine gewisse Herausforderung war, aber sich mit ein bisschen Vorbereitung und einer strukturierten Herangehensweise trotzdem lösen ließen.

          Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? Was sind Ihre hauptsächlichen Aufgaben?

          Montags fahre ich normalerweise recht früh zum Flughafen, um mich mit dem Team beim Kunden zu treffen. Den Tag über warten verschiedene Aufgaben, wie Analysen, Interviews mit externen und internen Experten oder Präsentationen für die Führungsebenen auf Kundenseite. Das Schönste an der Beratung ist ja, dass es einen typischen Arbeitstag eigentlich nicht gibt. Insofern gibt es auch keine typischen Arbeitszeiten. Von Montag bis Donnerstag ist es zwar nur selten ein 9-to-5-Job, aber da man in der Regel in einer fremden Stadt ist, hat mich das bisher noch nie wirklich gestört.

          Was haben Sie sich anders vorgestellt, was hat Sie überrascht?

          Ich war überrascht zu sehen, wie viele meiner Kollegen sich neben all der Arbeit für ihr Umfeld und ihre Gesellschaft interessieren und engagieren. So werden beispielsweise in Hamburg regelmäßige Ausflüge und Aktionen mit dem Kinderhilfswerk „Die Arche“ organisiert. Außerdem bekam ich die Gelegenheit, für ein Jahr exklusiv in unserem Social-Impact-Bereich zu arbeiten, das bedeutet, nur gemeinnützige Organisationen zu beraten.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          Ursprünglich hatte ich vor, zwei bis drei Jahre bei BCG zu arbeiten und danach entweder in die Klinik zurückzukehren oder einen ganz neuen Fokus zu suchen. Bisher hat die Arbeit bei BCG allerdings all meine Erwartungen übertroffen, und die Möglichkeiten dazuzulernen scheinen eher größer als kleiner zu werden. So kann ich mir gut vorstellen, noch einige Jahre bei BCG zu bleiben, und freue mich als nächsten Schritt darauf, nach meiner Rückkehr im Januar bald Projektleiterin zu werden.

          Was würden Sie Studierenden raten, die eine Karriere im Consulting anstreben?

          Wer schon sicher ist, dass er mal im Consulting arbeiten möchte, sollte dafür sorgen, dass die Grundvoraussetzungen, die die meisten großen Beratungen haben, erfüllt sind: beste akademische Leistungen, Auslandsaufenthalt und Praktika. Allen, die sich unter Beratung nichts vorstellen können oder nicht so recht wissen, ob das etwas für sie sein könnte, kann ich nur empfehlen,  zu einem Workshop zu kommen oder sich für ein Praktikum zu bewerben.

          Steckbrief

          Position : Consultant, Hamburger BCG Office, momentan im Social Impact Leave of Absence bei der Clinton Health Access Initiative, Uganda

          Alter: 33

          Studium: Humanmedizin in Hamburg, Heidelberg und Lund (Schweden), Staatsexamen (2010)

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