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Consulting : Consulting: Mit Technologiestudium bei Oliver Wyman

  • -Aktualisiert am

Marina Karaskova arbeitet als Senior Consultant für das Beratungshaus Oliver Wyman. Bild: Privat

Die Beratungshäuser suchen immer mehr nach fachlichen Quereinsteigern. Marina Karaskova ist Softwaretechnologin erzählt von ihrem Job bei Oliver Wyman.

          Warum haben Sie sich für eine Karriere in der Beratung entschieden?

          Während meines Studiums der Software- und Automatisierungstechnik habe ich mit einer klassischen Industriekarriere geliebäugelt. Eine Karriere im Consulting eröffnete mir die Möglichkeit, mein fachliches Wissen aus beiden Studienrichtungen zu kombinieren, mit Kollegen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen zusammenzuarbeiten und auf internationaler Ebene in mehr als einer Branche tätig zu sein.

          Welchen Berufseinstieg ins Consulting haben Sie gewählt und warum?

          Nach einem Praktikum bei einem IT-Beratungsunternehmen habe ich zunächst bei einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen gearbeitet. Danach bin ich bei Oliver Wyman in die Strategieberatung eingestiegen. Momentan bin ich noch als Generalist eingesetzt, werde mich später aber auf eine Branche spezialisieren.

          Wie haben Sie sich auf die Auswahlverfahren im Bewerbungsgespräch vorbereitet?

          Bei Oliver Wyman absolviert man nach einer erfolgreichen Bewerbung einen Online-Mathetest. Da auf der Website ein Beispieltest zur Verfügung gestellt wird, konnte ich mich gezielt auf die Tests und Rätselaufgaben vorbereiten. Für die Interviews an dem danach anstehenden „Super Friday“ in einem der Oliver-Wyman-Büros habe ich mich vor allem auf knifflige Fragen zum Lebenslauf und auf die Lösung von Cases-Studys vorbereitet. Besonders hilfreich fand ich Bücher und Diskussionsrunden im Internet mit Beispiel-Cases und Lösungen.

          Welche Qualifikationen waren Ihren Ansprechpartnern im Bewerbungsgespräch wichtig? Wie ist der Bewerbertag abgelaufen?

          Die Fähigkeit, ein Problem zu verstehen und die Präsentation eines strukturierten Lösungsvorschlags sind die Kernfähigkeiten eines Beraters. Dementsprechend gibt das Vorstellungsgespräch dem Bewerber die Möglichkeit, seine Fähigkeiten auszuprobieren, und der Interviewer weiß diese einzuschätzen. Wichtig sind zudem eine positive Einstellung und Kommunikationsstärke. Die sechs Interviews, die ich mit Oliver-Wyman-Beratern hatte, legten zu gleichen Teilen Wert auf persönliche Fragen und auf die Lösung einer Case-Study. Insgesamt kommt es bei der Lösung der Cases eher darauf an, wie der Case gelöst wird, und nicht, was die richtige Antwort ist.

          Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? Wie lange arbeiten Sie?

          Typischerweise beginnt mein Tag im Hotel. Beim Kunden angekommen, dient mein bunt gefärbter Kalender als zuverlässiger Wegweiser für die anstehenden Termine. Nach Kundenmeetings, Abstimmungen mit meinen Managern, tiefgehenden Analysen und der anschließenden Aufbereitung für den Kunden macht sich unser Projektteam auf den Weg zurück ins Hotel. Abschließend verabreden wir uns zum Sport oder gehen gemeinsam essen. Hierbei dominieren zumeist private Themen, und der Tag klingt in entspannter und kollegialer Atmosphäre aus.

          Was sind Ihre hauptsächlichen Aufgaben?

          Meine operativen Aufgaben bestehen derzeit vor allem darin, ein bestehendes Problem des Kunden zu analysieren und ein Lösungskonzept zu entwickeln. Dafür kommen unterschiedliche Werkzeuge wie kundeninterne Daten- und Problemanalysen sowie externe Marktanalysen zum Einsatz. Zusätzlich führe ich Gespräche mit allen relevanten Stakeholdern und bereite die Ergebnisse in Form einer Präsentation auf. Für die Datenanalysen werden häufig flexible Tools oder Modelle gebaut, mit denen komplizierte Zusammenhänge analysiert und benutzerfreundlich dargestellt werden können.

          Was haben Sie sich anders vorgestellt, was hat Sie überrascht?

          Überrascht war ich zunächst vor allem davon, wie schnell man sich in ein neues Thema einarbeiten kann und wie unglaublich gut meine „senioreren“ Kollegen die unterschiedlichsten Herausforderungen der Kunden managen können.

          Was sind Ihre beruflichen Ziele?

          In meiner noch kurzen, aber abwechslungsreichen Zeit bei Oliver Wyman hatte ich bereits sehr viele schöne Erfahrungen und stelle fest, dass ich immer mit Freude aufstehe – auch wenn der Wecker meist etwas zu früh klingelt – und begeistert zum Kunden fahre, um neuen Herausforderungen zu begegnen. Dieses Gefühl möchte ich durch mein Leben bringen – daher kann ich mir sehr gut vorstellen, Schritt für Schritt die nächsten zwei, drei oder sogar vier Positionen, die bei Oliver Wyman nach oben führen, anzugehen.

          Was würden Sie Studierenden raten, die eine Karriere im Consulting anstreben?

          Noch in der Schulzeit habe ich einen schönen lateinischen Spruch gehört: „per aspera ad astra“. Das heißt frei übersetzt: „Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen.“ Dieser Spruch motiviert mich jedes Mal, wenn ich auf Herausforderungen stoße. Allen Berufseinsteigern rate ich daher, keine Angst vor steinigen Wegen zu haben – und kraftvoll „zu den Sternen“ zu streben.

          Steckbrief

          Position: Senior Consultant

          Alter: 27

          Studium:

          • Nationale Universität für Forschung und Technologie „Moskauer Institut für Stahl und Legierungen“, Automatisierung der technologischen Prozesse und Produktionen in Metallurgie, Dipl.-Ing. (2010)
          • Technische Universität Dresden, Softwaretechnik, Diplom-Softwaretechnologin (2013)

          Quelle: F.A.Z

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