http://www.faz.net/-i7g-972ve

Petra Meyer, 31, hat Mathematik mit dem Schwerpunkt Diskrete Mathematik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert. Bild: Deutsche Post DHL Group

Berufseinstieg: Deutsche Post : „Die Logistik ist sehr vielfältig und innovationsgetrieben“

  • Aktualisiert am

Petra Meyer arbeitet als Anforderungsmanagerin in der IT-Abteilung der Deutsche Post DHL Group. Warum sie sich für einen Einstieg in der Logistikbranche entschieden hat, erzählt sie im Interview.

          Frau Meyer, welche Rolle spielt Ihr Mathe- und Informatikstudium für Ihre heutige Tätigkeit?

          Meine mathematischen Kenntnisse kann ich in meiner jetzigen Position zwar nicht direkt anwenden, aber ich profitiere von den im Studium erlernten Fähigkeiten, wie zum Beispiel Sachzustände und Zusammenhänge präzise zu definieren und Herausforderungen zu meistern. Mein Nebenfach Informatik hilft mir schon eher. Die Grundkenntnisse kann ich tatsächlich regelmäßig anwenden. 

          Welchen Berufseinstieg haben Sie gewählt und warum?

          Mein erster Arbeitgeber war eine kleine IT-Beratung. Für den Berufseinstieg war die Beratung großartig, weil ich in relativ kurzer Zeit verschiedene Firmen und Dienstleistungsbranchen kennenlernen konnte. Es hat mir einen ersten Einblick in die Projektarbeit in Großkonzernen verschafft und ermöglicht, ein erstes berufliches Netzwerk aufzubauen.

          Warum haben Sie sich für die Logistikbranche entschieden?

          Die Logistik ist eine sehr vielfältige und innovationsgetriebene Branche. Sie ermöglicht den Handel weltweit – und ist so aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Ein Vorteil eines global agierenden Logistikers wie der Deutschen Post ist die Vielfalt an Jobmöglichkeiten, die mich möglicherweise auch noch ins Ausland führen. 

          Welche Qualifikationen waren Ihren Ansprechpartnern im Bewerbungsgespräch wichtig?

          Ich habe mich für eine Traineestelle beworben und einen klassischen Bewerbungsprozess durchlaufen: Onlinetest, Telefoninterview und ein zweitägiges Assessmentcenter. Während des Onlinetests wurden verschiedene Fähigkeiten abgefragt und im Telefoninterview dann beispielsweise die konkrete Qualifizierung und die Motivation getestet. Im Assessmentcenter lag der Fokus dann auf den Soft Skills wie etwa dem wirtschaftlichen und kundenorientierten Denken und Handeln. 

          Welche Jobpositionen haben Sie seitdem durchlaufen?

          Das achtzehnmonatige Traineeprogramm habe ich vor kurzem abgeschlossen. Seitdem bin ich als Anforderungsmanagerin angestellt. Während des Traineeprogramms war ich in drei unterschiedliche Abteilungen tätig: Im Innovationsbereich habe ich mich mit neuen Algorithmen für die Tourenplanung auseinandergesetzt. Im IT-Infrastruktur-Team eines Sortierzentrums habe ich unter anderem beim Austausch eines Servers mitgeholfen. Dann bin ich in das IT-Anforderungs- und Projektmanagement für „Unattended Delivery“-Themen eingestiegen.

          Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

          Das kommt ganz auf die Projektphase an. Grundsätzlich ist zu Anfang eines Projekts der Arbeitsaufwand am höchsten. Danach wird es für mich ruhiger. Ich unterstütze die Projektmanagerin auch bei operativen Tätigkeiten: Informationen einholen, aufbereiten und sicherstellen, dass unsere Systemumgebungen gut aufgestellt sind. Sobald eine Entwicklung abgeschlossen ist, fängt ein neuer Anforderungszyklus an. Abschließend fordert dann die Dokumentation mit festen Abgabeterminen noch einmal Energie. Ich arbeite durchschnittlich 40 Arbeitswochenstunden. Dabei gibt es unterschiedlich intensive Tage: Manchmal kommt man früh und geht spät, aber es gleicht sich alles immer aus.

          Was haben Sie sich anders vorgestellt, was hat Sie überrascht?

          Es hat mich überrascht, wie unterschiedlich die Unternehmenskulturen sein können – zumindest in den Firmen, die ich bisher kennenlernen durfte. Von zurückhaltend und rein auf die Arbeit bezogen bis hin zum freundschaftlichen Umgang mit den Kollegen. Ich konnte mir nach dem Studium nicht vorstellen, dass in so kurzer Zeit gute Freundschaften zu Kollegen entstehen könnten.

          Petra Meyer, 31, hat Mathematik mit dem Schwerpunkt Diskrete Mathematik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert und 2012 mit dem Master abgeschlossen. Aktuell arbeitet sie als Anforderungsmanagerin in der IT-Abteilung bei der Deutsche Post DHL Group. An der Schnittstelle zwischen den Fachkollegen und den IT-Entwicklern definiert sie die IT-Anforderungen der Fachkollegen so, dass die IT-Entwickler sie umsetzen können. Zudem ist sie stellvertretende Projektleiterin und verantwortet den Austausch mit allen relevanten Abteilungen (Fachseite, Betrieb, IT-Entwicklung).

          Topmeldungen

          Amokläufe : Trump regt Bewaffnung von Lehrern an

          Der Präsident sieht in der Bewaffnung von Schulpersonal ein geeignetes Mittel gegen Amokläufe. Auf Angreifer müsse zurückgeschossen werden können, sagte er zu Überlebenden des jüngsten Massakers.
          Der Prototyp Hyperloop One

          Mit dem Hyperloop : Von Washington nach New York – in 29 Minuten?

          Tesla-Chef Elon Musk lässt jetzt buddeln: Für ein futuristisches Verkehrskonzept darf der Visionär jetzt testweise in Amerikas Hauptstadt bohren. Es geht um nicht weniger als eine Revolution.