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Bionik auf dem Vormarsch : „Ein Zusatzstudium der Ingenieurstechnik macht sich immer gut“

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Als Mitglied des Steuerkreises berät Christine F. Kreiner derzeit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen des Innovationsdialogs zwischen Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft. Bild: F.A.Z.

Die promovierte Chemikerin Christine F. Kreiner hat als Serial Entrepreneurin mehrere Biotechnologiefirmen gegründet und ist Inhaberin der S&V Technologies GmbH.

          Frau Kreiner, welche Entwicklungen sehen Sie im Bereich der Biotechnologie?

          Ich sehe vor allem zwei Trends: Da ist zunächst die Biochemie, die sich hin zur Gentechnologie entwickelt hat und damit in den Bereichen der Stammzellenforschung, der Entwicklung der Genom-Editierung und der Entschlüsselung der DNA ihre Hauptbetätigungsfelder hat. Der zweite Trend geht in Richtung Bionik, das bedeutet die Verknüpfung von Biologie mit technischen Bereichen, wie etwa der Mikrosystemtechnik, was auch die Entwicklung anspruchsvoller Verfahrenstechnik erforderlich macht.

          Bereiten die Universitäten in Deutschland ihre Absolventen entsprechend vor?

          Leider nein. Noch sind in Deutschland Hochschulen und Industrie zu wenig miteinander verzahnt. Hochschule ist Hochschule, und die Industrie hat ihre eigenen Gesetze. Ein Silicon Valley wäre ohne die enge Bindung an die Berkeley-Universität niemals so erfolgreich geworden. Hier sitzen wir in Deutschland noch im Elfenbeinturm.

          Welchen Rat geben Sie jungen Biotechnikern, um für den Berufseinstieg optimal gerüstet zu sein?

          Sie sollten breit aufgestellt sein. Es macht sich gut, zum Medizin- oder Biotechnologiestudium noch zwei Semester Ingenieurwissenschaften zu absolvieren. Und beim Gang in Ausland sind in diesem Bereich besonders die USA empfehlenswert, weil man dort sehr weit ist im Bereich der Zusammenarbeit zwischen Industrie und forschenden Universitäten – eine Voraussetzung für erfolgreiche Forschung.

          Das Interview führte Torsten Holler.

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