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Praktikum in der Forschung : Forschungspraktikum: Tiefe Einblicke in die Wissenschaft

  • -Aktualisiert am

Ein Praktikum in der Forschung ist spannend und bietet interessante Einblicke in die Welt der Wissenschaft. Bild: Bonninstudio/Thinkstock/Getty Images

Wer den Dingen im Leben auf den Grund gehen will, ist ein Kandidat für die Arbeit in einer Forschungseinrichtung. Für die Bewerbung auf ein Praktikum in der Forschung sollte man allerdings genau wissen, welcher Bereich einen interessiert.

          Schon während der Schulzeit schlug Maria Dech Pons’ Herz für die Arbeit in der Forschung. Insbesondere rund um die Hirnforschung beschäftigten sie viele Fragen, zum Beispiel interessierte sie, wie das Denken überhaupt funktioniert. Die heute 18-Jährige konnte sich schon zu dieser Zeit gut vorstellen, nach dem Abitur ein wissenschaftliches Studium zu wählen, um später auch einen Job in einer Forschungseinrichtung antreten zu können. Als sie den Abschluss im Jahr 2014 dann endlich in der Tasche hatte, beschlichen sie allerdings Zweifel, ob sie damit tatsächlich die richtige Wahl treffen würde.

          Praktikum in der Forschung: Das Richtige für mich?

          Pons entschied sich, ein Jahr Pause einzulegen, um mit Hilfe eines Praktikums in der Forschung herauszufinden, ob das wissenschaftliche Arbeiten tatsächlich zu ihr passt. Im Bereich Hirnforschung recherchierte sie also zunächst alle Einrichtungen in Deutschland, die dazu Forschungsarbeit betreiben. Schnell kam sie auf das Max-Planck-Institut für Neurobiologie in München. Auf schriftliche Nachfrage bestätigte man ihr, dass auch Nicht-Studenten mit Abitur für ein Praktikum in der Forschungsgesellschaft zugelassen würden. Froh über diese Nachricht, bewarb sie sich um einen Platz. Die Zusage kam direkt von der Abteilung „Schaltkreise – Information – Modelle“, die sich mit der Informationsverarbeitung im Gehirn auseinandersetzt.

          Vieles von der Arbeit in Forschungseinrichtungen lernen Praktikanten erst im Job selbst. Daher bieten die Einrichtungen häufig auch Plätze für junge Leute, die sich vor dem Studium ein Bild machen wollen. Das Angebot, ob für Abiturienten oder Studenten, hängt dabei in erster Linie von den aktuellen Forschungsprojekten der Institute ab und inwiefern dabei Praktikanten helfen können. Das bestätigt beispielsweise das Forschungszentrum Jülich. „Das Angebot an Praktikumsstellen variiert von Jahr zu Jahr und ist abhängig davon, ob und bei welchen Projekten die verschiedenen Institute Praktikanten einsetzen können“, sagt Ingo Wirth, Stellvertreter des Fachbereichsleiters der Zentralen Berufsausbildung des Zentrums.

          Praktikum bei einer Forschungseinrichtung: Eigeninitiative gefragt

          Dabei lohnt es, initiativ bei Instituten nach Praktikumsmöglichkeiten nachzufragen, denn nicht immer sind die Stellen öffentlich, etwa auf den Internetseiten, ausgeschrieben. Gute Chancen auf eine Zusage haben grundsätzlich Bewerber, die Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten zeigen sowie Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen mitbringen, da die Forschungsarbeit häufig international ist. „Gute Noten spielen häufig nur dann eine Rolle, wenn es sehr viele Bewerbungen auf eine Stelle gibt. Grundsätzlich sind weniger gute Noten aber kein Ausschlusskriterium für ein Praktikum in der Forschung“, so Wirth.

          Die Abiturientin Maria Dech Pons, 18 Jahre alt, hat bei ihrem Praktikum in der Forschung wertvolle Erfahrungen gesammelt.
          Die Abiturientin Maria Dech Pons, 18 Jahre alt, hat bei ihrem Praktikum in der Forschung wertvolle Erfahrungen gesammelt. : Bild: privat

          Hat man Glück, kann man im Praktikum den Forschern direkt bei der praktischen Arbeit zur Hand gehen und selbst kleine Versuche und Untersuchungen übernehmen – so wie im Fall von Maria Dech Pons. In ihrer Abteilung untersuchen die Wissenschaftler mit Hilfe von Fliegenexperimenten, wie das Gehirn Informationen verarbeitet. Dabei manipulieren die Forscher Nervenzellen im Gehirn der Fliegen, um mehr über deren Funktionsweisen herauszufinden – zum Beispiel werden Neuronen geblockt, um zu sehen, was in diesem Fall nicht mehr funktioniert. Pons hat während ihres Praktikums unter anderem gelernt, die Fliegen genetisch so zu züchten, dass sie für die jeweiligen Experimente die richtigen Voraussetzungen mitbrachten, und nach dem Schlüpfen mit Tests zu überprüfen, ob die Eigenschaften der Fliegen tatsächlich stimmen. „Natürlich läuft nicht immer alles so, wie man es geplant hat, zum Beispiel legen die Fliegen plötzlich keine Eier. Aber man lernt Stück für Stück.“

          Arbeiten in der Forschung: Hohe Kollegialität

          Stets konnte sie außerdem auf die Hilfe der Kollegen zählen, wenn sie Fragen hatte oder einmal nicht mehr weiterwusste. Dreieinhalb Monate lernte sie so die Arbeit in der Forschungseinrichtung kennen. Zeit genug, aus ihrer Sicht, um ein Fazit zu ziehen: „Die Forschung interessiert mich auf jeden Fall, und ich kann mir immer noch gut vorstellen, nach dem Studium auch in diesem Bereich einzusteigen.“ Um sich aber nicht ausschließlich auf die wissenschaftliche Arbeit zu fokussieren, überlege sie nun, ein eher allgemein naturwissenschaftliches Fach wie Mathematik oder Informatik zu studieren. So habe sie immer noch eine Hintertür offen, um irgendwann doch in die freie Wirtschaft zu wechseln.

          Quelle: F.A.Z.

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