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Promotion bei Siemens : „Ich möchte gern Projekte managen“

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Robert Heinrich hat Technische Physik mit Schwerpunkt Optik/Photonik an der Technischen Universität Ilmenau studiert und 2014 mit einem Master of Science abgeschlossen. Bild: Siemens

Robert Heinrich, 27, ist Doktorand bei Siemens Corporate Technology in einer Gruppe für Laserspektroskopie. Im Rahmen eines EU-Projekts realisiert er einen Messaufbau im Labor mit dem Ziel, Gemische von gasförmigen Kohlenwasserstoffen zu bestimmen, die in der Prozessindustrie auftreten.

          Herr Heinrich, warum promovieren Sie?

          Ich habe mich für eine Promotion entschieden, weil ich mich fachlich noch weiterentwickeln und ein Projekt in Eigenverantwortung gestalten und umsetzen wollte. Gerade dabei ist selbständiges Arbeiten eine wichtige Voraussetzung. Das ist zwar oft fordernd, gleichzeitig bin ich so sehr frei bei der Strukturierung der Arbeitsinhalte.

          Wieso haben Sie sich für eine Promotion in der Wirtschaft entschieden?

          Ich habe eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung in der Industrie favorisiert, weil ich an einem Produkt arbeiten wollte, das direkt für den Markt entwickelt wird. Das Siemens-Projekt ist sehr anwendungsorientiert ausgerichtet und erfährt durch die EU-Förderung eine hohe Wertschätzung. Weitere Vorteile, die für die Industrie sprechen, sind die gute Betreuung und die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen. Über das interne Netzwerk komme ich auch mit anderen Doktoranden aus verschiedenen Fachrichtungen in Kontakt. So kann ich mich in Kolloquien fachlich austauschen. Darüber hinaus stellen wir unsere Arbeiten regelmäßig bei Führungskräften vor und lernen Siemens-Manager kennen.

          Haben Sie sich etwas ganz anders vorgestellt?

          Die große Eigenverantwortung hat mich anfänglich überrascht. Ich sehe sie aber mittlerweile als positive Herausforderung, die zu meinem Lern- und Entwicklungsprozess beiträgt.

          Wie sehen Ihre beruflichen Ziele aus?

          Ich möchte nach der Promotion gern als Projektleiter Verantwortung übernehmen, also Projekte managen, aber auch fachlich begleiten. Das setzt weitere Arbeitserfahrung voraus, die ich nach der Promotion noch sammeln muss.

          Was würden Sie Naturwissenschaftlern bei der Wahl einer Promotionsstelle raten?

          Man sollte sich vergewissern, ob einen das Fachgebiet so sehr reizt, dass man mindestens drei Jahre daran arbeiten möchte. Die Überlegung, was man mit dem erlangten Wissen im Anschluss machen möchte, ist auch relevant. Grundsätzlich ist nach einer Promotion aber immer noch eine fachliche Neuorientierung möglich. Wer bereits weiß, dass er nicht unbedingt eine akademische Laufbahn einschlagen möchte, dem kann ich eine Industriepromotion empfehlen. Man sollte allerdings wissen, dass dabei technische Fragestellungen einen sehr großen Teil der Arbeit ausmachen.

          Das Interview führte Julia Hoscislawski.

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