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Promotion: Fraunhofer-Institut : „Ich will neue Forschungsfelder etablieren“

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Steven Eschig, 32, hat an der TU Braunschweig Chemie studiert. Nach seinem Diplomabschluss 2010 folgte 2014 seine Promotion zum Dr. rer. nat. Bild: privat

Steven Eschig ist heute Projektleiter im Fachbereich Oberflächentechnologie am Fraunhofer-Institut für Holzforschung, dem Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) in Braunschweig, tätig.

          Herr Eschig, warum haben Sie promoviert?

          In der Chemie ist es generell üblich, an das Studium eine Promotion anzuschließen. Vor allem deshalb, weil eine abgeschlossene Promotion oftmals Voraussetzung für eine leitende Position im späteren Berufsleben ist. Mich haben aber auch wissenschaftliche Neugier und die Herausforderung, selbständig an einem Thema zu forschen, überzeugt.

          Wieso haben Sie sich für eine Promotion an einem Forschungsinstitut entschieden?

          Ich war schon während meines Studiums am Fraunhofer-Institut für Holzforschung als studentische Hilfskraft tätig und konnte mir dadurch einen guten Einblick in die dortigen Forschungsfelder verschaffen. Spannend fand ich vor allem die Entwicklung von neuen Produkten auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Ein weiterer Grund war der starke Anwendungsbezug bei der Forschung.

          Haben Sie sich etwas ganz anders vorgestellt?

          Neu war damals für mich, dass bereits bei der Versuchsplanung und der Durchführung auf eine industrielle Umsetzbarkeit geachtet werden musste. Dieser Aspekt stand bisher – zumindest bei den Experimenten, die ich im Laufe des Studiums an der Uni durchgeführt hatte, etwa in Form von Forschungspraktika – nicht im Vordergrund. Im Bereich der angewandten Forschung ist es außerdem wichtig, sich mit Konkurrenzlösungen auseinanderzusetzen und immer auch den Preis der zu entwickelnden Produkte im Hinterkopf zu behalten.

          Wie sehen Ihre beruflichen Ziele aus?

          Gemeinsam mit Kollegen und Industriepartnern arbeite ich aktuell an der Entwicklung von zukunftsorientierten Produkten auf Basis nachwachsender Rohstoffe. So wollen wir wesentlich zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Zukunft beitragen. Ich würde außerdem gern mit Hilfe innovativer Projektideen neue Forschungsfelder am WKI etablieren und mir nach Möglichkeit eine eigene Forschungsgruppe aufbauen.

          Was würden Sie Naturwissenschaftlern bei der Wahl einer Promotionsstelle raten?

          Wer sich nur aus dem Antrieb heraus, weil es alle anderen auch so machen, zur Promotion entschließt, trifft sicher die falsche Wahl. Man sollte eine gewisse wissenschaftliche Neugier mitbringen und sich mit dem Thema schon vorher auseinandersetzen. 

          Quelle: F.A.Z

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