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Veröffentlicht: 25.01.2017, 10:35 Uhr

Promotion an der Uni „Jetzt strebe ich eine leitende Stelle an“

Danika Trautmann, 35, ist heute Projekt- und Qualitätsmanagerin bei der Softwarefirma Meona in Freiburg, die digitale Patientenkurven für klinische Abläufe erstellt. Dort kümmert sie sich unter anderem darum, dass internationale Regularien und Normen eingehalten werden.

© privat Danika Trautmann, 35, hat an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Biologie studiert und ihre Promotion 2013 abgeschlossen.

Frau Trautmann, warum haben Sie promoviert?

Mein Ziel war damals eine Position als Forscherin in den Life-Sciences, und die Promotion ist dafür eine essentielle Qualifikation. Für naturwissenschaftliche Forschung habe ich mich bereits seit der Schulzeit interessiert.

Wieso haben Sie sich bei der Promotion an der Uni entschieden?

Meine Promotionsstelle hat sich unmittelbar aus der Diplomarbeit ergeben. Das heißt, ich konnte mein als Studentin begonnenes Projekt als Promovendin fortsetzen. Rückblickend würde ich mich aber eher für eine Promotion in einem Unternehmen entscheiden, da die Forschung dort viel angewandter ist und so den Einstieg in Life-Science-Unternehmen leichter möglich macht.

Haben Sie sich etwas ganz anders vorgestellt?

Vor meiner Promotion war mir nicht klar, wie groß der Faktor Glück bei der Forschung im Labor ist: Man muss lernen, dass gute Arbeit zu leisten und hart zu arbeiten keine Garanten für große Entdeckungen sind. Ein Großteil der Arbeit führt lediglich zu der Erkenntnis, dass etwas nicht funktioniert, dass die Hypothese doch nicht richtig war.

Wie sehen Ihre beruflichen Ziele aus?

Mein berufliches Ziel hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt: Früher wollte ich in der Forschung arbeiten und ich habe auch nach Abschluss meiner Promotion zweieinhalb Jahre auf einer befristeten Forschungsstelle der Exzellenzinitiative an der Universität Straßburg gearbeitet. Seitdem strebe ich jetzt aber eine leitende Stelle in einem Unternehmen an, daher habe ich mich ausschließlich in diese Richtung beworben. Ich hatte das Glück, im Sommer bei Meona als Projekt- und Qualitätsmanagerin anfangen zu können.

Was würden Sie Naturwissenschaftlern bei der Wahl einer Promotionsstelle raten?

Man sollte darauf achten, dass man keine Nischenthematik bearbeitet, sondern bereits den nächsten Schritt im Blick hat. Angewandte Forschungsprojekte sowie Kenntnisse in den gefragten Techniken vereinfachen die Stellensuche später enorm. Internationale Erfahrungen, Networking, wenn möglich die Einbindung in sogenannte Graduate Schools, und eine geklärte Finanzierung, zum Beispiel einen mindestens dreijährigen Arbeitsvertrag anstelle einer Serie von Kurzverträgen, sind auch wichtig.

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