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Der Weg zum IT-Berater : Karriere im IT-Consulting

  • -Aktualisiert am

Ein guter Berater versteht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Industrie. Bild: Illustration: Benjamin Courtault/Sepia

Für eine Karriere im Consulting sind neben dem Studium auch Querschnittskompetenzen wichtig. Die Hochschulen reagieren schon.

          Julia Manner war schon als Schülerin ein Technikfan – gut so, besuchte sie doch ein naturwissenschaftliches Gymnasium. „Ich fand es schon damals spannend, verschiedene Fachgebiete miteinander zu kombinieren“, erinnert sie sich. Auch im BWL-Studium wollte sie nicht darauf verzichten und wählte als Nebenfach Elektrotechnik. Eine Kombination, die sowohl für viele Betriebswirte als auch für Ingenieure schwer vorstellbar ist. Nicht so für Julia Manner: „Mir fällt es leicht, mich zwischen den Welten zu bewegen und zwischen ihnen zu vermitteln.“ Ihren Doktor machte die heute 28-Jährige im Bereich Informatik, praxisnah begleitet von drei Industriepraktika.

          Damit ist Julia Manner heißbegehrt auf dem Arbeitsmarkt – und genau das, was Consultingunternehmen suchen. Unternehmensberatungen haben noch nie davor zurückgeschreckt, die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen zu suchen. Sie schicken keine Spezialisten zu ihren Kunden, sondern Berater, die möglichst alle Seiten verstehen und die Schnittstelle zwischen Industrie und Wirtschaft bilden.

          Consulting: IT-Kenntnisse als Kernkompetenz

          Durch die aufkommende Digitalisierung wird das immer wichtiger. „Es gibt heute fast keine Prozesse mehr, die ohne Informationstechnik auskommen. Die Herausforderung ist, die Prozesse von der manuellen in die digitale Welt zu übertragen“, erklärt Simone Wamsteker, Recruitingleiterin bei der IT-Beratung Accenture. In den Unternehmen sitzen zumeist Fachkräfte. Was Unternehmensberatungen wie Accenture suchen, sind Consultants, die zwischen den Welten vermitteln können. Das können Informatiker sein, die sich mit Automatisierungsprozessen auskennen. Oder aber Ingenieure mit IT-Kenntnissen. Und natürlich BWLer mit technischen Qualifikationen – wie Julia Manner.

          Seit neun Monaten ist sie bei Accenture und hat bisher an zwei Projekten mitgearbeitet. Im ersten Projekt ging es um den technischen Einkauf. „Ich musste technisches Verständnis für die Bedürfnisse des Kunden mitbringen, um eine Kostenoptimierung zu erzielen, ohne seine Bedürfnisse zu vernachlässigen“, erklärt sie. Diese Aufgabe fiel ihr dank ihres Elektrotechnik-Hintergrunds leicht. Nach kurzer Zeit konnte sie wichtige Entscheidungen für den Kunden treffen.

          Aktuell arbeitet Manner an einem Strategieprojekt in der Automobilindustrie, bei dem es darum geht, dass Fahrzeuge automatisch voraussagen, wann Reparaturen anstehen. Hier kommen vor allem ihre IT-Kenntnisse zum Einsatz. „Als Berater brauche ich technisches Verständnis, um die aufkommenden Probleme zu lösen. Ich merke immer wieder, dass ich mich in meinem Dreieck aus BWL, Elektrotechnik und Informatik bewege.“

          Genau das hat sie sich von ihrem ersten Job gewünscht: Sie wollte und will Innovationen anstoßen und voranbringen. Doch während die Industrie solche Jobs, vor allem für Berufseinsteiger, kaum anbietet, bekam Julia Manner bei der IT-Beratung ihre Chance – dort werden ihre Qualifikationen händeringend gesucht.

          Consulting: Querschnittskompetenzen  gesucht

          Das Problem ist nur: Interdisziplinär ausgebildete Fachleute gibt es kaum. Das stellt Simone Wamsteker vor eine Herausforderung: „Wir sind jetzt an dem Punkt, die Nachfrage der Unternehmen an die Hochschulen zu tragen und den jungen Leuten mitzuteilen, dass es hier einen Bedarf gibt.“

          Bei den Hochschulen stößt das auf offene Ohren. Die RWTH Aachen hat Querschnittskompetenzen bereits seit einigen Jahren in die Curricula eingebunden. So gibt es im Maschinenbaustudium beispielsweise einen Fokus auf Kommunikation. „Viele Forschungsthemen werden nur noch interdisziplinär bearbeitet, auch deshalb ist es wichtig, dass unsere Studierenden diese Fähigkeiten haben“, sagt Anja Robert vom Career-Center der Hochschule. Auch den Studierenden sei bewusst, dass der Arbeitsmarkt heute mehr verlange als reines Fachwissen. Immer öfter begegnen ihr in der Beratung Naturwissenschaftler, die sich im Laufe des Studiums zu Generalisten ausbilden lassen. Für Anja Robert der richtige Weg, denn: „Genau das bildet den Arbeitsmarkt ab.“

          Der Weg zum IT-Berater

          Wer Interesse an einer Karriere als IT-Berater hat, sollte vor allem eines mitbringen: IT-Affinität. „Das ist das Maß der Dinge“, sagt Simone Wamsteker, Recruitingleiterin bei Accenture. Klassisch ins Profil passen Wirtschaftsinformatiker. Einige Hochschulen bieten inzwischen auch gezielt Studiengänge an, die auf den Job als IT-Consultant vorbereiten.

          Besonders begehrt sind Berater mit einem naturwissenschaftlichen Studium, da sie die nötigen Fachkenntnisse mitbringen, die die Arbeit beim Kunden erleichtern. Auch Wirtschaftswissenschaftler mit einem Interesse an Informationstechnik sind gern gesehen. „Das Rüstzeug schulen wir dann individuell nach“, so Wamsteker. Berufseinsteiger durchlaufen häufig ein Traineeprogramm.

          Quelle: F.A.Z.

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