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Patentanwälte und -ingenieure : Naturwissenschaft trifft Jura

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Der 30-jährige Christian Pixberg ist promovierter Maschinenbauer und heute zweiter Geschäftsführer bei Thyssen-Krupp Intellectual Property. Bild: Thyssen-Krupp

Um ihre Innovationen zu schützen, brauchen Konzerne sachkundige Patentanwälte und Patentingenieure.

          Innovationen gelten als einer der wichtigsten Treiber für wirtschaftlichen Erfolg. Großkonzerne wie Bosch, Daimler oder Siemens investieren jedes Jahr Milliarden, und auch mittlere und kleinere Unternehmen haben eigene Etats für Forschung und Entwicklung. Entsprechende Arbeitsumfelder sind aber nicht nur für Erfinder interessant, sondern auch für Naturwissenschaftler und Absolventen technischer Studiengänge, die sich auf den Bereich Patentrecht spezialisiert haben.

          So wie Sebastian Soll. Der 30-Jährige ist seit 2013 als Patentreferent bei BASF in Ludwigshafen tätig und kümmert sich dort um die Anmeldung neuer Erfindungen beim Europäischen Patent- und Markenamt sowie um Patenterteilungs-, Einspruchs- und Beschwerdeverfahren. In seiner täglichen Arbeit berät er die Kollegen aus Forschung, Entwicklung, Marketing und Produktion, verfasst Texte und führt Verhandlungen mit Behörden und Konkurrenzunternehmen. Dabei ist Soll kein studierter Jurist, sondern Diplomchemiker. „Mein Interesse an gewerblichem Rechtsschutz wurde durch fakultative Seminare schon zu Beginn meines Chemiestudiums geweckt“, erinnert er sich. Tiefere Einblicke erhielt er während eines Praktikums bei einer Dresdner Anwaltskanzlei, wo er unter anderem erste Entwürfe für Patentanmeldungen und Bescheidserwiderungen erstellte. Der besondere Reiz seiner heutigen Tätigkeit liege in der Kombination aus juristischen und technischen Fragenstellungen, so Soll. „Für diese gilt es, optimale Lösungen zu finden – das erfordert Kreativität und bedeutet, dass kein Tag dem anderen gleicht.“ Zudem gefällt ihm, dass er eng in den Innovationsprozess eingebunden ist und somit jede technische Neuheit von Anfang an begleitet.

          Abgeschlossenes Studium als Basis

          Voraussetzung für eine Karriere im Patentwesen ist zunächst ein erfolgreich abgeschlossenes naturwissenschaftliches oder technisches Studium. Darüber hinaus müssen die Kandidaten über juristisches Wissen verfügen, das sie zum Beispiel in speziellen Weiterbildungsseminaren erlangen können (siehe Kasten). Sebastian Soll bereitet sich gerade auf die Prüfung zum European Patent Attorney vor, zu der man nach mehrjähriger Tätigkeit im Patentwesen sowie bestandener Vorprüfung zugelassen werden kann. „Solche Zusatzqualifikationen sind, ebenso wie die Ausbildung zum Patentanwalt, bei der Einstellung gern gesehen, können aber auch neben der Tätigkeit als Patentmanager – vom Arbeitgeber unterstützt – erworben werden“, sagt Sven Bülow, Vice President Corporate Development bei der Eppendorf AG in Hamburg. Ideal seien erste Erfahrungen mit Erfindungen und deren Anmeldung, etwa durch die Arbeit im Technologietransferbüro einer Universität. Überzeugen können Bewerber zudem mit guten analytischen Fähigkeiten, Freude am logischen Denken und verhandlungssicherem Englisch. Die Persönlichkeiten, die bei ihm einsteigen, brauchen einen Sinn für das Detail, ein hohes Maß an Sorgfalt und manchmal auch Geduld, so Bülow.

          Für Gerhard Guthöhrlein, Leiter der Patentabteilung bei Dräger in Lübeck, sind Teamfähigkeit und Eloquenz die wichtigsten Soft Skills. „Wer sich in einem Unternehmen um Patentrechte kümmert, der muss unbedingt in der Lage sein, sich klar artikulieren zu können. Und zwar gegenüber den unterschiedlichsten Fachbereichen – gegenüber den Erfindern, den Kollegen aus Marketing, Produktmanagement und Einkauf und der Geschäftsführung.“

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