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Jobs in der Biotechnik : Vielfältig wie DNA

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Produktanlage bei Rentschler: Das Dienstleistungsunternehmen stellt hier therapeutische Wirkstoffe her. Bild: Rentschler

Ob Biotechniker oder Bioingenieur – die Arbeit mit Zellen und Molekülen bietet spannende Tätigkeitsfelder mit Zukunft.

          Vermutlich wäre aus Torge Evenburg, 26, auch ein guter Bierbrauer geworden. Während seines Bachelorstudiums zum Biotechnologie-Verfahrenstechniker an der Fachhochschule Flensburg gewann er im Rahmen eines Hochschulprojekts für einen Bier-Contest die Auszeichnung „Bestes Bier 2011“. Doch Evenburg sattelte noch ein Masterstudium „Biotechnologie und Process-Engineering“ drauf und siedelte nach Abschluss seines Studiums in das Bierland Bayern über. Bei der Morphosys AG in München-Martinsried ist er heute als Technical Assistent im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Statt mit den Molekülen im Bier beschäftigt er sich heute mit Proteinmolekülen, sogenannten Antikörpern, die das Unternehmen selbst oder große Pharmakonzerne zu Präparaten für die Krebsbekämpfung weiterentwickeln. „Ich habe im Studium bereits den Grundstein für meine jetzige Tätigkeit gelegt, als ich mich auf die drei Schwerpunkte Zellkulturtechnik, Molekularbiologie und Bioverfahrenstechnik konzentriert hatte“, so Evenburg.

          Gut 600 Kilometer nördlich, auf dem Campus in Berlin-Buch, ist Maxine Silvestrov, Jahrgang 1986, als Junior-Scientist ebenfalls mit Molekülen beschäftigt, die der Krebsbekämpfung dienen sollen. Ihr Arbeitsplatz ähnelt dem von Torge Evenburg, doch Aufgabengebiet und Unternehmensgröße sind gänzlich anders. Während Evenburg in einem mittelständischen, börsennotierten und etablierten Biotechunternehmen arbeitet, hat sich Silvestrov für das Start-up Cellular Phenomics & Oncology, kurz CPO entschieden: ein kleines Team von gerade mal fünf Leuten und einem Werkstudenten.

          Wirkstoffe für unheilbare Krankheiten

          Egal ob Start-up, Mittelständler oder Konzern, die Arbeitsfelder für Biotechniker, Biochemiker oder Bioingenieure sind so vielfältig wie die Bestandteile der menschlichen DNA. Es geht um die Optimierung von Herstellmethoden für Zelltherapeutika oder um die Prozessentwicklung in robotergestützten Anlagen zur Stammzellenproduktion. Am Ende dient alles einem Ziel, für vermeintlich unheilbare Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder das eher seltene Kawasaki-Syndrom, einer Gefäßentzündung bei Kleinkindern, den geeigneten Wirkstoff im Zusammenspiel mit der Pharmaindustrie zu finden. „Das Schlüsselwort heißt personalisierte Medizin, und je tiefer die molekulare Tumorforschung geht, desto besser kann der Wirkstoff auf den einzelnen Patienten zugeschnitten werden“, skizziert Christian Regenbrecht, der CPO 2014 gegründet hat, die Zukunft seiner Zunft.

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