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Softwareentwickler : „Niemals aufgeben, egal, wie schwer es ist“

  • Aktualisiert am

Bild: Dematic

Alexander Müller, 27, hat Mathematik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert. Als Softwareentwickler arbeitet er im Logistikbereich bei Dematic.

          Herr Müller, welche Rolle spielen Ihr Studium im Fach Mathematik mit Spezialisierung im Bereich Optimierung und Ihr Nebenfach der Informatik für Ihre heutige Tätigkeit?

          Die Spezialisierung und das Nebenfach spielen ohne Frage eine große Rolle. Ob beim Implementieren von Algorithmen für die Selektion der besten Plätze in den Transportbehältern oder bei der Tourenplanung oder beim Entwerfen der Logik der Programme – das Studium ist immer die Grundlage des Arbeitens.

          Welchen Berufseinstieg haben Sie gewählt und warum?

          Durch ein Sommerfest und familiäre Kontakte konnte ich die heutigen Kollegen bei Dematic, einem weltweit führenden Unternehmen integrierter Automatisierungstechnik, Software und Dienstleistungen zur Optimierung der Lieferkette, kennenlernen. Bei weiteren Treffen mit dem Abteilungsleiter legten wir gemeinsam die Ziele für mein Praktikum fest. Das Praktikum in der Software-Engineering-Abteilung war im Grunde der Abschluss meines Studiums.

          Warum haben Sie sich für die Logistikbranche entschieden?

          In den vergangenen Jahren gab es einen großen Boom in der Branche. Zudem sind die Arbeitsplätze sicher. MINT-Studenten sind sehr gefragt und haben gute Aufstiegschancen. Durch die weltweite Vernetzung von Dematic über die Mutter-AG KION sieht man viele verschiedene Länder. Die Dematic GmbH in Europa hat Projekte in Brasilien, Dänemark, Belgien, Frankreich und sogar in Malaysia. Natürlich gab und gibt es auch viele Kunden im deutschsprachigen Raum; unter anderem auch sehr bekannte Marken wie Mammut oder VW. Aktuell arbeite ich an einem Projekt in Dubai und werde dort nächstes Jahr auch vor Ort sein.

          Welche Qualifikationen waren Ihren Ansprechpartnern im Bewerbungsgespräch wichtig?

          Gegen Ende meines Praktikums wurde eine offizielle Stelle in der Abteilung frei, auf die ich mich bewarb. Die Studienrichtung, meine Spezialisierung und vor allem das laufende Praktikum erleichterten die Bewerbung. Im Bewerbungsgespräch war es dem anwesenden Abteilungsleiter und dem Teamleiter wichtig, dass ich mich mit den nötigen Tools und Programmen auskenne und eine hohe Teamfähigkeit besitze.

          Welche Jobpositionen haben Sie seitdem durchlaufen?

          Im Dezember 2016 startete ich als Praktikant bei Dematic. Das Praktikum endete im März 2017, und zwei Wochen später fing ich als Softwareentwickler in der gleichen Abteilung an.

          Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

          Ich arbeite jeden Tag rund siebeneinhalb Stunden und beginne um 8 Uhr. Dann starte ich damit, die Änderungen der anderen Mitarbeiter zu überprüfen und das Projekt auf den neuesten Stand zu bringen. Danach werden gegebenenfalls aufkommende Probleme gelöst und mit den Kollegen besprochen. Meist wird an den eigenen Programmen weitergearbeitet und mit den Kollegen eine Lösungsstrategie entworfen. Zur Mittagsstunde geht es gemeinsam zur Kantine. Sind die Programme fertiggestellt, werden sie getestet. Wenn keine Fehler aufkommen, werden die Programme den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt.

          Was haben Sie sich anders vorgestellt, was hat Sie überrascht?

          Mich hat der nahtlose Übergang von der Uni in den Beruf überrascht: In einem Mathematikstudium ist es wichtig, die genaue Fragestellung zu erkennen und Probleme exakt abzustecken. Diese logische Herangehensweise und vor allem das gemeinsame Erarbeiten der Lösungswege sind gleich geblieben. Jetzt arbeite ich genauso, nur eben nicht mehr mit Kommilitonen, sondern mit Kollegen. Und jetzt geht es tatsächlich um echte Probleme in einem Projekt. Außerdem bin ich von dem freundlichen Umgang mit den Kollegen, der in der Firma herrscht, sehr angetan. Ich hätte nicht gedacht, direkt nach dem Studium in ein so sachliches, intelligentes und herzliches Umfeld zu kommen.

          Was würden Sie angehenden Mathe­matikern für ihre Karriere raten?

          Niemals aufzugeben, egal, wie schwer das Studium erscheinen mag. Das Erlernen einer Programmiersprache in Verbindung mit dem Studium ist eine (fast sichere) Jobgarantie. Ein Programmierpraktikum während des Studiums oder kleine Projekte und Übungsaufgaben während der Vorlesungszeit sind hilfreich und sinnvoll.

          Alexander Müller, 27, hat Mathematik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert und 2017 abgeschlossen. Als Softwareentwickler arbeitet er im Logistik­bereich der Software-Engineering-Abteilung bei der Firma Dematic in Heusenstamm. Hier ist er für Design und Implementierung von Algorithmen und Programmen, das Entwerfen von Strategien für Lagerhäuser und die Betreuung von Kunden bei der Modernisierung ihrer Lagerhaussysteme zuständig. 

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