http://www.faz.net/-i7g-7ecap

Karriere als Wirtschaftsprüfer : 17 Fakten über Wirtschaftsprüfer

  • -Aktualisiert am

Kontrolle ist besser. Auch kleine Unternehmen unterziehen sich freiwillig einer Wirtschaftsprüfung. Bild: Foto: Getty Images

Karriere als Wirtschaftsprüfer: Es geht um Geheiminformationen, Steuerschlupflöcher und das ganz große Geld. Der HOCHSCHULANZEIGER präsentiert 17 Fakten über Wirtschaftsprüfer.

          Was machen Wirtschaftsprüfer?

          Ein Wirtschaftsprüfer prüft den Jahresabschluss von Unternehmen. Er gibt unter anderem ein Urteil darüber ab, ob der Abschluss den gesetzlichen Vorschriften genügt. Er prüft, ob ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt wird. Und zusätzlich beurteilt er, ob die Chancen und Risiken der künftigen Unternehmensentwicklung zutreffend dargestellt wurden.

          Was verdienen Wirtschaftsprüfer?

          Das durchschnittliche Einstiegsgehalt bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft liegt bei 42.000 Euro. Als „Senior“ erhalten Sie 90.600 Euro, und für Partner gilt: Nach oben gibt es keine Grenzen.

          Wie viele Wirtschaftsprüfer gibt es?

          In Deutschland gibt es 14.345 Wirtschaftsprüfer und 2.762 Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. (Stand 2013)

          Wer braucht Wirtschaftsprüfer?

          Kapitalgesellschaften, Banken, Versicherungen und Unternehmen des Staates, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihren Abschluss jährlich prüfen zu lassen.

          Wer sind die Big Four, also die größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften?

          Die vier internationalen Marktteilnehmer, die sogenannten Big Four der Branche, dominieren das Geschäft in Deutschland deutlich: 1. PwC (PricewaterhouseCoopers, 1,4 Mrd. Euro Umsatz), 2. KPMG (1,2 Mrd. Euro), 3. Ernst & Young (knapp 1,1 Mrd. Euro), 4. Deloitte (624 Mio. Euro). Nachfolgende Firmen liegen mit ihrem Honorarumsatz weit darunter und erreichen in Deutschland maximal 200 Mio. Euro. Weltweit erwirtschaften die Big Four etwa 100 Mrd. Euro jährlich. Sie beschäftigen 700.000 Mitarbeiter in mehr als 150 Ländern.

          Wie läuft das Examen zum Wirtschaftsprüfer?

          Das Examen zum Wirtschaftsprüfer gilt als besonders anspruchsvoll. Nach Auskunft der Wirtschaftsprüferkammer besteht nur etwa die Hälfte der angemeldeten Kandidaten beim ersten Versuch ohne Nachprüfung. Um zugelassen zu werden, benötigt man ein abgeschlossenes Studium sowie etwa drei Jahre Berufserfahrung als Assistent bei einem Wirtschaftsprüfer. Wer bereits Steuerberater ist, kann einen Teil des Wirtschaftsprüfer-Examens vorziehen.

          Wer wird Wirtschaftsprüfer?

          Vier von fünf Wirtschaftsprüfern haben BWL studiert, weitere zehn Prozent Jura oder VWL.

          Brauchen kleine Unternehmen Wirtschaftsprüfer?

          Auch kleinere Unternehmen unterziehen sich freiwillig einer Prüfung, weil dies beispielsweise von Geldgebern verlangt wird. Und wer mehr als 9,86 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet und mindestens 50 Mitarbeiter beschäftigt, ist in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet.

          Welche Umsätze erzielen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften?

          In dem Geschäft geht es um große Summen: Die 25 größten Wirtschaftsprüfungsunternehmen in Deutschland haben 2011 einen Honorarumsatz von 5,6 Mrd. Euro gemacht, gut fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

          Was muss ein Wirtschaftsprüfer beachten?

          An den Beruf des Wirtschaftsprüfers werden hohe ethische Anforderungen gestellt: Unabhängigkeit, Unbefangenheit, Unparteilichkeit, Gewissenhaftigkeit, Eigenverantwortung und berufswürdiges Verhalten gehören zu den Pflichten.

          Welche Karriere ist in der Wirtschaftsprüfung möglich?

          Einen erfolgreichen Prüfer erwarten folgende Karriere-schritte: Start als Steuerberater, Fortbildung zum Wirtschaftsprüfer, Beförderung zum Manager, Ernennung zum Partner. Während Manager einer Gesellschaft ganze Prüfungen verantworten dürfen, testieren die Partner der Sozietät sie, das heißt, sie bezeugen die Richtigkeit.

          Sind Wirtschaftsprüfer gleich Beratern?

          Um weiter zu wachsen, setzen Wirtschaftsprüfungsunternehmen wieder verstärkt auf Beratung. Die Big Four hatten sich nach dem Enron-Skandal 2001 aus dem Beratungsgeschäft verabschiedet – mit Ausnahme von Deloitte. Jetzt kaufen sie wieder zu. Die Unternehmensberatung Roland Berger gilt aktuell als beliebtes Übernahmeziel.

          Sind Wirtschaftsprüfer den Finanzbeamten übermächtig?

          Die Finanzämter, die über die Steuererhebung bestimmen, kommen gegen die Übermacht der bestausgebildeten Prüfer nur schwer an: Während die Ämter in den vergangenen zehn Jahren fünf Prozent der Stellen abgebaut haben, ist die Zahl der Steuerberater im selben Zeitraum um 30 Prozent gestiegen. Bei den Steueranwälten gab es sogar ein Plus von 60 Prozent. Je nach Bundesland werden bis 2020 weitere zehn bis 20 Prozent der Finanzamtsstellen gestrichen.

          Wo sitzen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften?

          Die Top-Prüfungsgesellschaften lassen sich gern an exotischen Standorten nieder: Am dichtesten drängen sich ihre Niederlassungen in der Karibik. Zypern ist innerhalb der EU der beliebteste Standort. Der Bundesnachrichtendienst sieht in der Mittelmeerinsel einen Waschsalon für Schwarzgeld. Etwa 2.500 Mitarbeiter beschäftigen die Big Four auf Zypern. Für den Branchenprimus PwC sind dort allein 1.000 Mitarbeiter tätig.

          Was passiert bei Insiderhandel?

          Kommt es bei börsennotierten Konzernen zum Insiderhandel, ermitteln Wirtschaftsprüfer die Schuldigen. Kürzlich ist allerdings ein KPMG-Prüfer selbst ins Visier von Ermittlern geraten. Einer der Partner von KPMG in Kalifornien musste seinen Hut nehmen, weil er Informationen über von ihm betreute Unternehmen an einen Freund weitergegeben hatte – Aktientipps. Als Dank erhielt er angeblich Geschenke und Bargeld.

          Welche Geldbußen drohen bei der Weitergabe von Insiderinformationen?

          Geben Prüfer Insiderinformationen weiter, droht ihnen eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro, in schweren Fällen von bis zu 500.000 Euro sowie Tätigkeitsverbot oder Ausschluss vom Beruf. Aus Deutschland ist bislang kein Fall von Insiderhandel bekannt geworden.

          Wann bekommt ein Wirtschaftsprüfer Insiderinformationen?

          Wer das Wirtschaftsprüfer-Examen geschafft hat, wird mit Insiderwissen belohnt. Als Wirtschaftsprüfer bekommt man Einblick in die Interna eines Unternehmens. In der Diskussion mit dem Topmanagement werden strategisch bedeutsame und auch delikate Themen erörtert, von denen viele Mitarbeiter wenig und die Öffentlichkeit so gut wie nichts erfahren.

          Quelle: F.A.Z.

          Topmeldungen

          Suche nach U-Boot : Flugzeug entdeckt Objekt auf Meeresgrund

          Bei der Suche nach dem vermissten argentinischen U-Boot sind die Retter laut Medienberichten auf eine Wärmequelle in 70 Meter Tiefe gestoßen. Wegen des Sauerstoffmangels spricht die Marine von einer „kritischen Phase“.

          F.A.Z. exklusiv : Lindner: Wir fühlten uns gedemütigt

          Im Interview mit der F.A.Z. spricht der FDP-Vorsitzende über die Gründe für den Ausstieg aus den Jamaika-Sondierungen. Vor allem einer Partei wirft Christian Lindner fehlende Kompromissbereitschaft vor.
          Der Jeep des Überläufers bleibt stecken.

          Korea-Konflikt : Video zeigt Jagd auf nordkoreanischen Soldaten

          Das Kommando der Vereinten Nationen in Südkorea wirft dem Norden vor, bei der Jagd auf einen Überläufer den Waffenstillstand gebrochen zu haben. Zum Beweis veröffentlicht es Videoaufnahmen, die an einen Actionfilm erinnern.
          Die Runde von Sandra Maischberger

          Talk-Kritiken : Im Beichtstuhl des Bundespräsidenten

          Nach dem vorläufigen Scheitern von Jamaika ist der Bundespräsident Herr des Verfahrens. Die Debatten in Talkshows zeigen: Auf das Staatsoberhaupt wartet keine leichte Aufgabe.